Family Influencing: So schützen Sie die Privatsphäre Ihrer Kinder

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Viele Eltern teilen stolz Fotos ihrer Kinder in sozialen Netzwerken. Eine aktuelle Studie* zeigt jedoch, dass fast jeder zweite Beitrag finanziell motiviert ist. In jedem dritten Fall sind Kinder dabei eindeutig identifizierbar. Dies birgt erhebliche Risiken für die Privatsphäre und die zukünftige Entwicklung der Kinder.

*Darstellung von Babys und Kleinkindern in monetarisierten Social-Media-Profilen, https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/109268

Was ist Family Influencing und wie funktioniert es?

Beim Family Influencing präsentieren Eltern ihren Familienalltag professionell in sozialen Medien, um damit Einkünfte zu erzielen. Die Kinder dienen dabei oft als Authentizitätsanker, um die Reichweite und den Werbewert des Profils zu steigern. Diese Monetarisierung erfolgt meist über Produktplatzierungen, gesponserte Beiträge oder Verlinkungen zu Verkaufsplattformen. Da Babys und Kleinkinder die Tragweite der Veröffentlichung nicht verstehen, tragen die Eltern eine besondere Fürsorgepflicht.

Welche Risiken bestehen für Kinder?

Anhand öffentlich zugänglicher Kinderbilder können Informationen wie Namen, Gewohnheiten oder Aufenthaltsorte gesammelt werden. Diese Daten erhöhen das Risiko für Cybergrooming durch fremde Erwachsene oder Cybermobbing, z.B.  durch Mitschülerinnen und Mitschüler. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz können harmlose Fotos zudem für Deepfakes oder sexualisierte Bild- oder Videomontagen missbraucht werden. Einmal hochgeladene Inhalte hinterlassen dauerhafte digitale Spuren, die sich der elterlichen Kontrolle vollständig entziehen.

Kommerzielle Ausbeutung

Besonders problematisch ist es, wenn Kinder als Werbeträger in sensiblen Situationen wie beim Schlafen oder bei der Körperpflege gezeigt werden. Hier kollidieren wirtschaftliche Interessen der Eltern oft mit dem Schutzbedürfnis und dem Persönlichkeitsrecht des Kindes.

Was Sie beim Veröffentlichen von Kinderbildern beachten sollten

  • Prüfen Sie kritisch, ob die Veröffentlichung von Inhalten, die Ihre Kinder zeigen, notwendig ist.
  • Nutzen Sie Kamerawinkel, die das Gesicht Ihres Kindes nicht zeigen.
  • Verwenden Sie bspw. Sticker, um die Identifizierbarkeit in Ihren Beiträgen konsequent auszuschließen.
  • Verzichten Sie auf die Nennung personenbezogener Daten, wie Namen, Geburtsdaten oder den Wohnort.
  • Teilen Sie niemals Aufnahmen aus Intimbereichen wie dem Badezimmer, Kinderzimmer oder in emotional belastenden Situationen.
  • Respektieren Sie ein nonverbales „Nein“ Ihres Kindes und nehmen Sie dessen Ablehnung gegenüber der Kamera ernst.
  • Löschen Sie ggf. bereits veröffentlichte Beiträge.

Mehr Informationen und Tipps zum Umgang mit Kinderbildern im Netz

Kinder sind kein Content

Darstellung von Babys und Kleinkindern in monetarisierten Social-Media-Profilen

 

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