Was tun gegen die Sucht?

Sucht ist eine Krankheit, die jeden Menschen treffen kann. Doch je früher Drogenkonsum und Drogenabhängigkeit erkannt und angegangen werden, desto größer sind die Heilungschancen. Wo Sie Hilfe bekommen und was Sie selber tun können, erfahren Sie hier.

Was tun gegen die Sucht?

Sucht ist eine Krankheit, die jeden Menschen treffen kann. Doch je früher Drogenkonsum und Drogenabhängigkeit erkannt und angegangen werden, desto größer sind die Heilungschancen. Wo Sie Hilfe bekommen und was Sie selber tun können, erfahren Sie hier.

Nicht alle, die Haschisch probieren, werden sofort zum Dauerkonsumenten oder steigen automatisch auf andere Drogen um. Oft ist auch vorübergehende Neugier Ursache des Konsums. Zum Problem werden Drogen und Suchtmittel, wenn sie etwas anderes ausgleichen sollen und als Hilfsmittel genutzt werden, wie zum Beispiel Medikamente als Beruhigungsmittel vor der Klassenarbeit, Alkohol, um leichter Kontakte zu knüpfen, Haschisch oder Ecstasy, um in der Clique anerkannt zu werden oder um sich in die richtige Stimmung zu versetzen.

Je früher die Anzeichen für einen Drogenmissbrauch erkannt werden, desto besser kann den Betroffenen geholfen werden. Rat und Hilfe finden Sie bie vielen Anlauf - und Beratungsstellen. Informieren Sie sich und nehmen Sie Konktakt auf!

Drogenkonsum erkennen

Drogengefährdung und Abhängigkeit von Drogen entwickeln sich nicht von heute auf morgen. Einer möglichen "Drogenkarriere" geht ein komplexes Geflecht von Ursachen voraus. Diese können in der Persönlichkeit des Betroffenen, seinem sozialen Umfeld und der Anziehungskraft oder der Verfügbarkeit von Drogen liegen.

  • Betroffen sind oft Menschen, die nicht gelernt haben, Konfilikte durchzustehen oder Enttäuschungen zu ertragen,
  • Menschen mit einem zu geringen Selbstwertgefühl, mit der Furcht, zu versagen oder in der Gruppe nicht anerkannt zu werden oder
  • Menschen, die von Langeweile, Wut, Angst oder Einsamkeit erdrückt werden.

Ursachen für den Griff zur Droge können auch Schwierigkeiten in der Familie, in der Schule oder im Beruf sein, die Trennung von geliebten Menschen, wenig emotionale Zuwendung, übersteigerte Leistungserwartungen oder schlechte Zukunfsperspektiven.

Drogen können auch angenehme Empfindungen erzeugen und schlechte Gefühle vorübergehend ausblenden oder sie erträglicher erscheinen lassen. Erleichtert wird der Konsum durch die jeweilige Verfügbarkeit der Droge.

 

Anzeichen für Drogenkonsum

  • regelmäßiger Konsum von Alkohol bzw. Konsum von Alkohol in großen Mengen
  • regelmäßiges Rauchen mehrerer Zigaretten am Tag
  • ständige Einnahme von Medikamenten zur Beruhigung oder zum Abbau von Stress
  • ungewöhnliche Zustände von Benommenheit und innerer Abwesenheit
  • Unruhe, Zittern, Schweißausbrüche
  • blasses, krankes Aussehen, Gewichtsverlust
  • sozialer Rückzug, Aufgabe oder Wechsel des Freundeskreises
  • Vernachlässigung oder Aufgabe von Hobbys und Interessen
  • Straftaten und/oder Verkehrsdelikte
  • Lustlosigkeit, Apathie, permanente Müdigkeit
  • starker Leistungsabfall in Schule, Sport, Ausbildung oder Beruf
  • häufige Aggressivität, depressives Verhalten
  • unerklärlich hoher Geldbedarf

Diesen Anzeichen sollte man auf den Grund gehen - insbesondere, wenn sie gehäuft oder über einen längeren Zeitraum auftreten. Eltern können sich zunächst mit anderen Bezugspersonen, mit Lehrern, Erziehern oder Freizeitbetreuern beraten. Wenn sich der Eindruck eines Problems verdichtet, kann auch die Unterstützung durch eine Beratungsstelle hilfreich sein.

Abhängigkeit vorbeugen

Jeder junge Mensch wird früher oder später mit legalen und wahrscheinlich auch illegalen Drogen konfrontiert. Ob sich daraus ein Drogenkonsum oder eine Drogenabhängigkeit ergibt, hängt von den Lebensumständen und der Persönlichkeit des Einzelnen ab. Viele Voraussetzungen und Neigungen entstehen bereits im Kindesalter. Daher liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen, Kinder und Jugendliche zu befähigen, aus eigenem Antrieb ein Leben mit Genuss und Selbstbestimmung zu  wählen.

 

Tipps, die Kindern helfen

  • Zeigen Sie Interesse daran, was Ihr Kind am Tag erlebt hat und was gut und was nicht gut gelaufen ist.
  • Hören Sie Ihrem Kind zu.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es immer zu Ihnen kommen kann, wenn es Probleme gibt.
  • Machen Sie dem Kind bei Problemen und Schwierigkeiten möglichst keine Vorwürfe. Bieten Sie stattdessen an, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

 

Tipps, die Jugendlichen helfen

  • Zeigen Sie Verständnis für die Stimmungsschwankungen Ihres Kindes, auch wenn es manchmal schwer fällt.
  • Lassen Sie Ihr Kind auch eigene Wege gehen, signalisieren Sie aber stets, dass Sie immer da sind,  wenn es Ihre Unterstützung braucht.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es mit seinen Sorgen und Problemen immer zu Ihnen kommen kann und dass Sie mit seinen Sorgen vertrauensvoll und ohne Vorwürfe umgehen werden.
  • Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln für das Miteinander in der Familie und achten Sie darauf, dass diese eingehalten werden.
  • Sprechen Sie unterschiedliche Wünsche, Bedürfnisse und Interessen offen an.
  • Bestehen Sie darauf, dass die Grenzen eines jeden Familienmitglieds respektiert werden.

Hilfe und Beratung

Allein die Warnung vor dem Konsum von Drogen, bloße Informationen über die davon ausgehenden Gefahren oder gar abschreckende Darstellungen sind eine ausreichende Vorbeugung gegen Drogengefährdung. Teilweise können sie sogar das Gegenteil bewirken.

Es gibt jedoch eine Reihe von Anlauf- und Beratungsstellen, die Ihnen bei der Beantwortung von Fragen behilflich sein können und bei denen Sie Rat und Hilfe finden. Diese Stellen beraten kostenlos und arbeiten nicht mit der Polizei zusammen - den Betroffenen droht dort also keine Strafverfolgung.

Oft kommt es darauf an, Verhaltensweisen, die Signale für einen Drogenkonsum sein können, zu erkennen und ohne Zögern darauf zu reagieren. Beratungsstellen können Ihnen bei der Bewältigung dieser Aufgabe helfen.

Eine Auswahl an Anlaufstellen haben wir Ihnen hier zusammengestellt:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Auflkärung (BZgA)
    www.bzga.de
    www.drugcom.de
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)
    www.dhs.de
  • Deutscher Caritasverband e.V.
    www.caritas.de
  • Gesamtverband für Suchthilfe e.V. (GVS), Fachverband der Diakonie Deutschland
    www.sucht.org
  • Bundesverband der Elternkreise suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und Töchter e.V. (BVEK)
    www.bvek.org

Medien zum Thema

Broschüre Sehn-Sucht
Informationen für Eltern und Erziehungsverantwortliche

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Website Polizei für Dich
Informationen für Kinder und Jugendliche

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