Illegale Graffiti

Vollgeschmierte Hauswände, Straßenschilder und Zugwaggons: ein mittlerweile alltägliches Bild in deutschen Städten. Auf rund 200 Millionen Euro summieren sich alljährlich die durch illegale Graffiti verursachten Kosten, so das Ergebnis einer Studie des Deutschen Städtetags.

Illegale Graffiti

Vollgeschmierte Hauswände, Straßenschilder und Zugwaggons: ein mittlerweile alltägliches Bild in deutschen Städten. Auf rund 200 Millionen Euro summieren sich alljährlich die durch illegale Graffiti verursachten Kosten, so das Ergebnis einer Studie des Deutschen Städtetags.

Die meist jugendlichen Sprayer sind sich über die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen ihres verbotenen Hobbys oft nicht im Klaren.

Fakt ist:

  • illegale Graffiti sind Sachbeschädigungen,
  • der Verursacher macht sich schadenersatzpflichtig
  • und wird strafrechtlich verfolgt.


Wer mit 16 Jahren beim illegalen Sprayen erwischt wird, läuft Gefahr, bis zu seinem 46. Lebensjahr für den von ihm verursachten Schaden zur Kasse gebeten zu werden. Denn so lange gelten die zivilrechtlichen Ansprüche des Geschädigten gegenüber dem Täter. Wird nur ein einzelner Täter aus einer Gruppe von Sprayern überführt, haftet er zudem für den gesamten Schaden.

Greifen Sie ein

Kinder und Jugendliche, die zur Graffiti-Szene gehören, erkennt man häufig an typischen Merkmalen. Zu diesen zählen:

  • ein besonders starkes Interesse an Graffiti-Literatur und entsprechenden Internetseiten,
  • ein Sammelalbum mit Bildern von Graffiti-Entwürfen,
  • mit Farbe verschmutzte Kleidung oder Sprühdosen und Edding-Stifte versteckt in Rucksäcken.


Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind illegal Graffiti sprüht, dann sollten Sie zunächst ein klärendes Gespräch mit ihm führen.

 

Wichtige Inhalte dieses Gesprächs sind:
  • Wer illegal Graffiti sprüht, begeht eine Straftat.
  • Es entstehen Schadensersatzansprüche.
  • Wer, um Züge, U- bzw. S-Bahnen zu besprühen, Gleisanlagen betritt, begibt sich wegen der Stromschienen in Lebensgefahr.

Es ist eine böse Überraschung, verbunden mit Ärger und Kosten, wenn die eigene Hauswand mit Farbschmierereien verunstaltet wurde.

Erwischen Sie die Sprayer auf frischer Tat, sollten Sie:

  • sofort über den Notruf 110 die Polizei informieren,
  • sich nicht in Gefahr begeben und
  • umgehend Anzeige erstatten.

 

Anschließend gilt es, die illegalen Graffiti so schnell wie möglich zu beseitigen. Denn ist eine Wand erst einmal vollgeschmiert, zieht sie erfahrungsgemäß alsbald Nachahmer an. Einen absoluten Schutz vor Farbschmierereien gibt es nicht.

 

Doch folgende Tipps können den Anreiz für illegale Sprayer deutlich reduzieren:
  • Licht in Kombination mit einem Bewegungsmelder und aufmerksame Nachbarn schützen auch vor Sprayern.
  • Eine begrünte Fassade hält Sprayer ab.
  • Grobe, unebene Oberflächen oder farbenfrohe Wände sind ein ungünstiger Untergrund für Graffiti.
  • Maler-, Fassaden-, Gebäudereinigungs- und andere Fachfirmen bieten verschiedene Verfahren an zum Schutz vor bzw. für die Beseitigung von Farbschmierereien.
  • Graffiti können auf ätzenden Säuremixturen basieren. Der Kontakt kann gesund-heitsschädlich sein
 
Bitte beachten Sie auch:

Graffiti können auf ätzenden Säuremixturen basieren. Der Kontakt kann gesundheitsschädlich sein.

Illegale Graffiti sind eine Straftat – Sprayer haften 30 Jahre für den Schaden

Illegale Graffiti bleiben ein teures Vergnügen. Der oder die Sprayer machen sich nicht nur strafbar, sondern verantworten schnell einen Schaden von mehreren Tausend Euro. Wer mit 16 Jahren beim illegalen Sprayen erwischt wird, läuft Gefahr, bis zu seinem 46. Lebensjahr dafür zur Kasse gebeten zu werden. Denn die zivilrechtlichen Ansprüche des Geschädigten gegenüber dem Täter gelten 30 Jahre lang. Bei illegalen Graffiti läuft eben "nicht alles wie geschmiert". Davon können sich Kinder und Jugendliche im Internet unter www.polizeifürdich.de überzeugen.

 

Rechtliche Konsequenzen:

In nicht öffentlichen Verfahren drohen jugendlichen Tatverdächtigen (14 - 21 Jahre alt) nach dem Jugendgerichtsgesetz folgende Strafen:

  • Erziehungsmaßregeln (§ 9 JGG) in Form von Weisungen (Gebote und Verbote) oder Erziehungshilfen (Erziehungsbeistand)
  • Zuchtmittel (§ 13 JGG) durch Verwarnungen, Auflagen (Wiedergutmachung, Entschuldigung, Arbeitsauflagen, Geldspende) oder Jugend-, Freizeit-, Kurz- bzw. Dauerarrest (insgesamt bis vier Wochen)
  • Jugendstrafe (§ 17 JGG) in der Jugendstrafanstalt (sechs Monate bis fünf Jahre)
  • Kinder (also unter 14-Jährige) gehen straffrei aus (Rückschluss von § 1 JGG)

 

Straf- und zivilrechtliche Konsequenzen im Überblick:

Strafrecht

  • Kinder (bis 14 Jahre)
    • Kinder bis 14 Jahre sind nicht strafmündig
  • Jugendliche (bis 18 Jahre) und Heranwachsende (bis 21 Jahre)
    • Anwendung des Jugendrechts
    • nicht öffentliche Verhandlung
    • Es drohen Erziehungsmaßregeln, wie Weisungen, Erziehungsbeistand; Zuchtmittel, wie Verwarnungen, Auflagen oder Arrest; sowie Jugendmittel
  • Erwachsene (ab 21 Jahre)
    • Anwendung des Erwachsenenstrafrechts
    • Öffentliche Verhandlungen

 

Zivilrecht

  • Kinder (bis 7 Jahre)
    • Keine Folgen, da keine eigene Haftung besteht
  • Jugendliche (bis 18 Jahre)
    • Anwendung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB)
    • Haftung bei vorausgesetzter Einsichtsfähigkeit
    • Gesamtschuldnerische Haftung aller Beteiligten: Schuldtitel ist 30 Jahre eintreibbar, Verfahrenskosten, Anwaltskosten, Zinsen, Mahngebühren, Gerichtsvollzieherkosten
  • Heranwachsende (bis 21 Jahre)
    • Anwendung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB)
    • Volle Haftung
    • Gesamtschuldnerische Haftung aller Beteiligten: Schuldtitel ist 30 Jahre eintreibbar, Verfahrenskosten, Anwaltskosten, Zinsen, Mahngebühren, Gerichtsvollzieherkosten
  • Erwachsene (ab 21 Jahre)
    • Haftung bei Verletzung der Aufsichtspflicht
    • Gesamtschuldnerische Haftung aller Beteiligten: Schuldtitel ist 30 Jahre eintreibbar, Verfahrenskosten, Anwaltskosten, Zinsen, Mahngebühren, Gerichtsvollzieherkosten

Medien zum Thema

Sprühende Fantasie kann teuer werden!

Faltblatt

Download