Straßenraub - Gruppen bieten Schutz

Straßenraub ist die am häufigsten auftretende Form der Raubdelikte. Die Täter wenden Gewalt an – mitunter auch mit Einsatz von Waffen und Gegenständen. Besonders beliebt sind dunkle und abgelegene Straßen, Wege oder Plätze. Lesen Sie hier, wie sich wirksam vor Straßenraub schützen können

Straßenraub - Gruppen bieten Schutz

Straßenraub ist die am häufigsten auftretende Form der Raubdelikte. Die Täter wenden Gewalt an – mitunter auch mit dem Einsatz von Waffen und Gegenständen. Besonders beliebt sind dunkle und abgelegene Straßen, Wege oder Plätze. Lesen Sie hier, wie sich wirksam vor Straßenraub schützen können.

Straßenraub spielt besonders in Großstädten eine herausragende Rolle. Gerade dort hat er wegen der erkennbaren Zunahme von Aggressivität und Brutalität sowie dem verstärkten Einsatz von Waffen Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung ausgelöst. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass die Täter statistisch immer jünger werden.

Ein durchgängiges Verhaltensmuster ist beim Straßenraub nicht ersichtlich. Allenfalls lässt sich festhalten: Einzeltäter greifen oftmals ein einzelnes, körperlich unterlegendes Opfer an, zum Beispiel betrunkene oder ältere Menschen. Für jugendliche Täter ist das Handeln innerhalb einer Gruppe typisch, wobei zumeist gleichaltrige Opfer angegriffen und ausgeraubt werden.

Was alle Täter gemeinsam haben: Sie planen die Gewaltanwendung - auch unter Einsatz von Waffen und Gegenständen - bewusst ein. Außerdem sind sie typischerweise männlichen Geschlechts und jünger als 21 Jahre. Weibliche Täter hingegen treten meist als Mitläufer in Erscheinung.

Objekte der Begierde von Straßenräubern sind in der Regel Smartphones/Handys, Uhren, Schmuck, mitgeführtes Bargeld und sogar so geringwertige Dinge wie Schulutensilien und Zigaretten. Bezogen auf den Einzelfall sind die Schadenssummen als gering einzuschätzen. Vor allem bei jugendlichen Straßenräubern steht oftmals nicht die Bereicherungsabsicht im Vordergrund; maßgebliche Motive sind vielmehr Dominanzverhalten, Langeweile oder Nachahmung.

Zahlen und Fakten: überwiegend männliche Täter

Bei sonstigen Raubüberfällen auf Straßen, Wegen und Plätzen inkl. Handtaschenraub sank die Zahl der bekannt gewordenen Fälle 2018 auf 16.956 Fälle, 2017 wurden 17.986 Fälle registriert. Die Täter verursachten dabei einen materiellen Schaden von über 8,7 Millionen Euro. Die physischen und psychischen Schäden eines Raubüberfalls können jedoch nicht beziffert werden.

In der Gesamtbetrachtung sind 93,5 Prozent der Täter  männlich. Ein Großteil der sonstigen Raubüberfälle auf Straßen, Wege und Plätze ist im Zusammenhang mit Jugendgruppengewalt zu sehen, die sehr oft Altersgenossen oder Jüngere als Opfer trifft. Daher machen auch männliche Personen unter 21 Jahren einen großen Teil aller Opfer von sonstigen Raubüberfällen auf Straßen, Wegen und Plätzen (ohne Handtaschenraub) aus: Insgesamt gab es 2018 17.111 Oper, davon waren 5.636 Opfer männlich und unter 21 Jahre alt.

Im Hinblick auf die Tatorte für die sonstigen Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen ragen vor allem Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern heraus. Generell gilt: Je kleiner der Ort, desto geringer die Zahl der Vorkommnisse.

 

Tipps und Verhaltensempfehlungen zum Schutz gegen Straßenräuber

  1. Straßenräuber suchen zur Tatbegehung vorwiegend dunkle und abgelegene Straßen, Wege oder Plätze auf. Meiden Sie deshalb solche Orte und nehmen Sie gegebenenfalls lieber Umwege in Kauf. Benutzen Sie beleuchtete und belebte Straßen.
  2. Täter spähen ihre Opfer zumeist unter dem Gesichtspunkt eines möglichst geringen Strafverfolgungsrisikos aus. Alkoholisierte und in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigte Personen bieten sich deshalb aus Tätersicht als bevorzugte Raubopfer an. Nehmen Sie nach dem Genuss alkoholischer Getränke für den Heimweg öffentliche Verkehrsmittel, wie Busse, Bahnen oder Taxis in Anspruch.
  3. Raubtäter haben es hauptsächlich auf Bargeld abgesehen. Bei der Auszahlung von Geldbeträgen an Geldautomaten, in Kreditinstituten und Poststellen nehmen sie potenzielle Opfer genau ins Visier. Darum: Zählen Sie niemals für andere erkennbar Bargeld in der Öffentlichkeit nach.
  4. Nutzen Sie die Möglichkeit des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Bei Auszahlung von Geldbeträgen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Außenstehende keine Kenntnis über die Höhe des Betrages erlangen. Lassen Sie sich größere Summen gegebenenfalls in separaten Räumen des jeweiligen Kreditinstitutes auszahlen. Bitten Sie in diesen Fällen Nachbarn, Freunde oder Verwandte um Begleitung. Gruppen bieten Schutz vor Straßenräubern.
  5. Straßenräuber wollen unerkannt bleiben. Beobachten Sie deshalb Ihre Umgebung und verdächtige Personen aufmerksam. Suchen Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen die Nähe anderer Personen(-gruppen). Oftmals lassen Täter von ihrem Vorhaben ab, wenn sie sich beobachtet fühlen bzw. sich die Situation geändert hat und das „Opfer“ nicht mehr alleine ist.

Tipps für Opfer einer Raubstraftat

  • Versuchen Sie Ruhe zu bewahren.
  • Prägen Sie sich nach Möglichkeit den oder die Täter und den Handlungsablauf genau ein.
  • Bitten Sie Passanten und andere Beobachter der Straftat, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen; notieren Sie sich deren Personalien.
  • Informieren Sie nach der Tat unverzüglich die Polizei.

Ganz wichtig: Führen Sie keine Waffen oder Abwehrgeräte mit, da der Täter in einer solchen Situation seine Gewaltbereitschaft bzw. Aggressivität noch weiter steigern könnte.

Weitere Tipps, wie man im Ernstfall auch als Zeuge richtig helfen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben, gibt unsere Aktion-tu-was mit den sechs Regeln für mehr Zivilcourage.

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