Kinderpornografie ist eine Straftat

Kinderpornografie ist wie Jugendpornografie weltweit geächtet. Denn sie zeigt sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Deswegen sollten Darstellungen, die einem im Internet begegen, konsequent gemeldet werden. 

Kinderpornografie ist eine Straftat

Kinderpornografie ist wie Jugendpornografie weltweit geächtet. Denn sie zeigt sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Deswegen sollten Darstellungen, die einem im Internet begegen, konsequent gemeldet werden. 

Erwachsene, aber immer mehr auch Kinder und Jugendliche werden in der digitalen Welt mit Kinderpornografie konfrontiert. Solche Bilder und Videos zeigen realen sexuellen Kindesmissbrauch und werden in sozialen Netzwerken oder über Messenger wie WhatsApp verbreitet.

Kinderpornografische Darstellungen sind weltweit strafbar. Darunter werden pornografische Darstellungen, die den sexuellen Missbrauch von unter 14-Jährigen zeigen, verstanden. Auch der Besitz, Erwerb oder die Verbreitung von Bildern oder Filmaufnahmen, aber auch von Schriften und zeichnerischen Darstellungen von sexuellen Handlungen an und von Kindern werden bestraft. Darunter fallen beispielsweise Manga-Bilder mit entsprechenden Darstellungen oder Erzählungen mit entsprechendem Inhalt. Unter Jugendpornografie werden pornografische Darstellungen zusammengefasst, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Personen von 14 bis 18 Jahren zeigen (§ StGB 184c).

Strafbar sind auch sogenannte Posing-Darstellungen. Gemeint sind damit aufreizende Bilder von nackten oder teilweise bekleideten Kindern mit einem sexuellen Bezug. Tatsache ist: Herstellung, Besitz, Erwerb oder Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie sind strafbar (§ StGB 184b).

Im Internet kann jede Nutzerin und jeder Nutzer unaufgefordert kinderpornografisches Material erhalten oder zufällig Seiten mit solchen Inhalten ansurfen. In einem solchen Fall ist es entscheidend, Inhalte und Seiten zu melden.

Melden Sie kinderpornografische Inhalte der Polizei oder Beschwerdestelle

  • Wenn Sie kinderpornografische Inhalte im Internet entdecken, teilen Sie die Adresse dieser Seite unmittelbar der für Ihren Wohnsitz zuständigen Polizeidienststelle, dem Landeskriminalamt Ihres Bundeslandes oder der Internet-Beschwerdestelle (www.internet-beschwerdestelle.de) mit. Dafür erstellen Sie einen Screenshot der Seite oder kopieren sich die genaue Internetadresse im oberen Teil Ihres Browsers.
  • Haben Sie Kinderpornografie in einem sozialen Netzwerk entdeckt, erstellen Sie einen Screenshot des Beitrags oder der besuchten Profilseite. Geben Sie diese Informationen Ihrer zuständigen Polizeidienststelle, dem Landeskriminalamt Ihres Bundeslandes oder der Internet-Beschwerdestelle weiter.
  • Wenn Ihnen in einem Chat kinderpornografische Bilder oder Videodateien zugesandt wurden, zeigen Sie diese ebenfalls an. Dafür sollten Sie eine sogenannte WHOIS-Abfrage über den Absender einholen (über Tastatur eingeben: "/whois" bzw. "/dns") und diese Informationen sowie das Chat-Protokoll mit den Inhalten unverzüglich Ihrer örtlichen Polizeidienststelle, dem Landeskriminalamt Ihres Bundeslandes oder der Internet-Beschwerdestelle weiterleiten. Über die IP-Nummer ist der Verbreiter im Regelfall dann zu identifizieren.
  • Sie haben bei der Nutzung eines FileSharing-Programms irrtümlich kinderpornografische Bild- oder Videodateien heruntergeladen und möchten dies anzeigen. Benachrichtigen Sie unverzüglich die örtliche Polizeibehörde, damit von dort die Beweissicherung erfolgen kann. Um sich in Zukunft vor solchen Inhalten zu schützen, kann es helfen, die gewünschten Dateitypen vor der Suche einzuschränken.
  • Ihnen wurde unaufgefordert Kinderpornografie per E-Mail zugesandt, dann lassen Sie die E-Mail mit den erweiterten Kopfzeilen ("Headern")  und dem Anhang Ihrer örtlichen Polizeidienststelle, dem Landeskriminalamt Ihres Bundeslandes oder der Internet-Beschwerdestelle zukommen und löschen Sie die Nachricht danach von Ihrer Festplatte oder aus ihrem E-Mail-Postfach.  

 

Beachten Sie:

Zeigen Sie Ihren Verdacht nur bei einer Polizeidienststelle oder der Internet-Beschwerdestelle an. Verzichten Sie darauf, andere User zur Anzeige aufzufordern. Die Internet-Beschwerdestelle leitet Ihre Hinweise ebenfalls an eine zuständige Polizeidienststelle weiter. Um Verzögerungen zu vermeiden, sollten Sie sich direkt an Ihre örtliche Polizeidienststelle, an das für Sie zuständige Landeskriminalamt oder die Internet-Beschwerdestelle wenden.

Verzichten Sie auf eigene Recherchen! Alle Daten z.B. einer Homepage werden beim Lesen oder Betrachten zumindest in den temporären Speicher des PCs des Internetnutzers geladen. Diese gelangen also in diesem Moment in deren Besitz. Falls es sich bei den Bildern um kinderpornografische Schriften oder Abbildungen handelt, kann der Anwender sich also hierdurch bereits strafbar machen. Jeder Internetnutzer sollte zum Schutz vor drohender Strafverfolgung grundsätzlich bereits vom Aufruf und erst recht von der Speicherung kinderpornografischer Darstellungen absehen.

Polizeiliches Einschreiten gegen Kinderpornografie

Regelmäßig machen sich Täter beim Umgang mit Kinderpornografie die vermeintliche Anonymität des Internets zunutze. Grundsätzlich jedoch kann die Polizei beteiligte Personen identifizieren - und das strafbare Handeln ahnden. Dabei gelingen auch immer wieder aufsehenerregende Ermittlungserfolge.

Die Polizei führt regelmäßig eigene Recherchen im Internet durch. Diese erfolgen anlassunabhängig als polizeiliche Fahndungsmaßnahme zur Gefahrenabwehr. Bei konkreten Hinweisen der Bevölkerung oder anderer Dienststellen sowie bei Anzeigen nimmt die Polizei Ermittlungen auf. Die Polizei geht bei ihren Ermittlungen nach kriminalistischen Gesichtspunkten vor und beachtet rechtliche Vorgaben, damit die so erlangten Informationen national wie auch international als Beweismittel vor Gericht Bestand haben.

Die Landeskriminalämter in Baden-Württemberg (Arbeitsbereich Internet-Recherchen, AIR), Bayern (Sachgebiet 524, Netzwerkfahndung), Rheinland-Pfalz (Zentralstelle für Internetkriminalität, ZFI), Niedersachsen (Anlassunabhängige Recherche in Datennetzen, AuR), Nordrhein-Westfalen (SG 34.3 Zentrale Internet Recherche, ZIR) und Hessen (SG 323 IUK/Task Force Internet, TFI) sowie das  Bundeskriminalamt (Zentralstelle für anlassunabhängige Recherchen in Datennetzen, ZaRD) verfügen über spezielle Rechercheeinheiten, die im Internet gezielt nach strafbaren Inhalten suchen.

Wie die Polizei bei der Bekämpfung von Kinderpornografie vorgeht, wird in Kurzclips des Bundeskriminalamts deutlich. 

Medien zum Thema

Missbrauch verhindern!

Broschüre, 56 Seiten, A5

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