FAQ zur Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie

Die Verbreitung von Kinderpornografie ist weltweit strafbar. Trotzdem kommt es immer wieder dazu, dass Darstellungen des sexuellen Kindesmissbrauchs in den digitalen Medien in größeren Umlauf gelangen. Vielfach werden derartige Inhalte unbedacht über WhatsApp, Messenger oder soziale Netzwerke verbreitet – und dabei Straftaten begangen sowie Opfer zusätzlich traumatisiert. Es ist immens wichtig, die Verbreitung solcher Inhalte sofort zu stoppen und diese zu melden. Fragen über die Strafbarkeit, Grauzonen und Meldewege beantworten die folgenden FAQ.

FAQ zur Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie

Die Verbreitung von Kinderpornografie ist weltweit strafbar. Trotzdem kommt es immer wieder dazu, dass Darstellungen des sexuellen Kindesmissbrauchs in den digitalen Medien in größeren Umlauf gelangen. Vielfach werden derartige Inhalte unbedacht über WhatsApp, Messenger oder soziale Netzwerke verbreitet – und dabei Straftaten begangen sowie Opfer zusätzlich traumatisiert. Es ist immens wichtig, die Verbreitung solcher Inhalte sofort zu stoppen und diese zu melden. Fragen über die Strafbarkeit, Grauzonen und Meldewege beantworten die folgenden FAQ.

Sie tauchen immer wieder auf: Bilder und Videos, die den realen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen zeigen. Die Verbreiter solcher Inhalte sind nicht ausschließlich die eigentlichen Täterinnen und Täter, also denjenigen, die Kindesmissbrauch begehen und/oder Aufnahmen davon erstellen. Es sind immer mehr auch junge Menschen, die solche Inhalte unter Freunden und Bekannten über Messengerdienste weiterverbreiten.

Aus polizeilicher Erfahrung ist bekannt, dass gerade vielen jungen Menschen die Tragweite ihres Tuns nicht bewusst ist. Sie tun dies zum einen aus Gewohnheit, einfach alles weiterzuleiten, oder schlicht aus Unkenntnis darüber, dass sie dadurch Straftaten begehen. Manche wollen durch die Verbreitung auch schocken und provozieren. Nur wenige sind sich darüber im Klaren, dass sie strafbare Inhalte weitergeben.

Entscheidend ist es, diese Verbreitung zu stoppen. Im Interesse der jungen Menschen, die so eine Straftat begehen – und ganz besonders im Sinne der Opfer. In den FAQ sind Antworten zu den wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang dargestellt. Diese sollen Nutzerinnen und Nutzern digitaler Medien dabei helfen, hinsichtlich solcher Inhalte sensibel zu sein und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, um die Verbreitung zu stoppen.

Beachten Sie: Die folgenden FAQ sind nicht abschließend. Sie stellen nur einen Teil der Fragen dar, mit denen die Polizei bei ihrer Arbeit gegen die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie konfrontiert ist.

Die FAQs im Überblick:

Wie kann ich Kinder- oder Jugendpornografie erkennen?

Sie selbst müssen Ihnen zugesandte Inhalte nicht zuordnen können. Das ist die Aufgabe von Fachleuten bei der Polizei. Denn neben offensichtlich strafbaren Darstellungen in Film, Bild oder Schrift gibt es auch solche, die nicht leicht einzuordnen sind. Es ist nicht immer zu erkennen, ob es um Kinder, also junge Menschen unter 14 Jahren, oder bereits um Jugendliche oder Erwachsene handelt. Wichtig ist, Inhalte, die Personen erniedrigen oder in sexualisierter Art und Weise zeigen, auf keinen Fall weiterzuleiten, sondern zu melden. Der Unterschied zwischen Kinder- und Jugendpornografie ist unter Kinderpornografie erklärt.

Warum kann es sich beim Sexting unter Minderjährigen auch um Kinder- und Jugendpornografie handeln?

Beim so genannten Sexting versenden Menschen erotische Fotos, Videos oder Nachrichten über Mail oder Messenger an ihnen bekannte Personen, wie den eigenen Freund oder die Freundin. Es ist nicht verboten, intime Fotos oder Videos von sich selbst zu erstellen und diese in einer partnerschaftlichen Beziehung mit einer anderen Person zu teilen.

Rechtlich relevant wird Sexting unter Minderjährigen. So sind z. B. sexuelle Darstellungen von Kindern (bis 13 Jahre) ausnahmslos verboten, weil sie unter den Tatbestand der Kinderpornografie fallen.

Bei Jugendlichen ab 14 Jahren, die sich gegenseitig und einvernehmlich Nacktbilder zusenden, handelt es aber nicht um die Herstellung und Verbreitung von Jugendpornografie (§ 184c StGB). Strafbar ist das Verbreiten aber dann, wenn es ohne die Zustimmung des oder der Gezeigten geschieht. Das kann beispielsweise nach Ende einer Beziehung passieren.

Mache ich mich strafbar, wenn ich kinderpornografische Bilder oder Videos anschaue?

Kinderpornografische Darstellungen sind weltweit strafbar. Bei Kinderpornografie ist nicht nur die Verbreitung eine Straftat, sondern bereits der Besitz. Werden Inhalte beispielsweise in WhatsApp-Gruppen geteilt und angesehen, machen sich auch die Empfänger der Nachrichten strafbar, weil sie in den Besitz von kinderpornografischen Darstellungen gelangen. Für Jugendpornografie gilt das ebenfalls.

Welche Strafen drohen mir, wenn ich Kinder- oder Jugendpornografie besitze oder verbreite?

Wer solche Inhalte über das Smartphone und andere Wege verbreitet, muss mit polizeilichen Ermittlungen und einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft rechnen. Über das Strafmaß entscheidet ein Gericht je nach Schwere der Tat. Wichtig zu wissen: Der Besitz und die Verbreitung von Abbildungen des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs ist ein Verbrechen und wird mit einer Haftstrafe von mindestens einem Jahr bestraft. Hinzu kommt immer: Für die Beweissicherung wird die Polizei Smartphones und andere Kommunikationsmittel einbehalten oder weitergehende Maßnahmen wie z.B. Wohnungsdurchsuchungen durchführen.

Muss ich solche Inhalte melden?

Entscheidend ist es zunächst, Inhalte nicht weiterzuverbreiten und dies auch in seinem Umfeld, z.B. der betroffenen WhatsApp-Gruppe, deutlich zu machen. Die Verbreitung von Kinder- oder Jugendpornografie darf nicht toleriert werden. Wer diese konsequent meldet, leistet vor allem einen aktiven Beitrag zum Opferschutz. Denn jede Meldung stoppt nicht nur die Verbreitung, sondern unterstützt die Polizei dabei, die eigentlichen Täterinnen und Täter zu ermitteln.

Was tue ich, wenn ich nur ein schlechtes Gefühl bei einer Darstellung habe, aber diese nicht richtig einordnen kann?

Auf keinen Fall sollten Sie solche Inhalte dann weiterleiten. Auch nicht an Vertrauenspersonen, die Ihnen helfen sollen, Inhalte rechtlich einzuordnen. Zwar ist es gut, sich in nicht eindeutigen Situationen Hilfe zu holen. Dabei sollten die Inhalte aber nicht zusätzlich noch weiterverbreitet werden. Dadurch würden Sie sich strafbar machen. Auch solche Inhalte sollten Sie melden: Gerade in diesen Fällen sind die Internetbeschwerdestellen bundes- und landesweit die richtigen Ansprechpartner. Auch Netzwerkbetreiber (z.B. Facebook) oder andere Plattformanbieter müssen Ihrer Meldung nachgehen.

Wie kann ich solche Inhalte melden?

Die Betreiber sozialer Netzwerke haben Möglichkeiten eingerichtet, über die Sie strafbare Inhalte melden können. Tun Sie das e auch dann, wenn Sie Inhalte nicht eindeutig einordnen können.

Auch die Internetbeschwerdestelle unter www.internet-beschwerdestelle.de bietet eine unkomplizierte Meldemöglichkeit. In vielen Bundesländern gibt es darüber hinaus weitere Stellen, die sich einfach über das Internet recherchieren lassen.

Insbesondere bei Kinder- oder Jugendpornografie ist es wichtig, die Polizei einzubeziehen.  

Wenn ich einen Fall melde: Wird gegen mich auch Anzeige erstattet, weil ich in den Besitz von verbotenen Inhalten gekommen bin?

Es kann passieren, dass es zunächst auch zu Ermittlungen gegen Sie selbst kommt, nachdem Sie Anzeige erstattet haben. Das ist das normale Vorgehen in solchen Verfahren.

Wie und wo erstatte ich Anzeige?

Die Anzeige können Sie jederzeit bei jeder Polizeidienststelle erstatten. Diese ist an keine Form gebunden und kann grundsätzlich persönlich, telefonisch oder schriftlich erfolgen. In vielen Bundesländern können Sie eine Anzeige auch über eine Online-Wache stellen. Das ist auch möglich, wenn eine Tat bereits längere Zeit zurückliegt.

Wie kann ich meinen Verdacht dokumentieren?

Bei Kinder- und Jugendpornografie müssen Sie besonders beachten: Wenn Sie vermuten, dass der Inhalt kinder- oder jugendpornografisch sein könnte, wenden Sie sich frühzeitig an ihre örtliche Polizeidienststelle. Fragen Sie konkret danach, ob in Ihrem geschilderten Fall Screenshots im Rahmen der Beweissicherung notwendig sind. Denn bei der Sicherung von kinder- oder jugendpornografischem Material können sich unter Umständen selbst strafbar machen. Durch einen Screenshot würden Sie als unbeteiligte Person in den Besitz strafbarer Inhalte gelangen. 

Mache ich mich strafbar, wenn ich die Inhalte nur lösche?

Das kommt auf den Einzelfall an und lässt sich pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich ist ratsam, Straftaten zu melden, damit diese verfolgt werden können. Darüber hinaus ist eine Anzeige auch ein aktiver Beitrag zum Schutz der Opfer solcher Verbrechen. Bevor ein möglicherweise kinder- oder jugendpornografischer Inhalt einfach nur gelöscht wird, sollte jeder genau bedenken, dass hinter jeder Abbildung ein realer sexueller Missbrauch steht – und das Opfer geschützt werden müssen.

Was kann ich tun, um eine Verbreitung von Kinderpornografie und Jugendpornografie zu stoppen?

Sie können aktiv dazu beitragen, dass Kinder- und Jugendpornografie nicht weiterverbreitet wird. Wer solche Inhalte grundsätzlich nicht weiterleitet, tut einen wichtigen ersten Schritt. Zweitens ist es entscheidend, entsprechende Bilder, Videos oder auch Kommentare konsequent zu melden. Auf keinen Fall sollten Sie selbst im Netz nach Inhalten suchen. Das ist Aufgabe der Polizei. Wichtiger wäre es, Ihr Umfeld daraufhin zu sensibilisieren und von einer Weiterleitung abzuhalten.

Was tun, wenn jemand mich mit solchen Inhalten mobbt oder stalkt?

Wenn Sie im Rahmen von (Cyber-)Mobbing oder Stalking immer wieder solche Inhalte zugeschickt bekommen, sollten Sie unmittelbar Anzeige bei der Polizei erstattet. Wie Sie Beweise für die Tat sichern können, erfahren Sie von Ihrer Polizeidienststelle. Beachten Sie dazu auch unsere Opfertipps.

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Broschüre Missbrauch verhindern!
A5, 56 Seiten

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