Kinder sind kein Content: Darum gehören Kinderfotos nicht ins Netz

Darum gehören Kinderfotos nicht ins Netzt und sollten auch per Messenger nur mit Bedacht geteilt werden.

© ProPK

Urlaubsfotos, Kindergeburtstage, der erste Schultag: Solche Aufnahmen landen schnell in sozialen Netzwerken oder im Messenger-Status. Rund jedes fünfte schulpflichtige Kind war bereits von Cybermobbing betroffen. Mit moderner KI lassen sich selbst harmlose Bilder heute leicht zweckentfremden. Deshalb gilt: Kinder sind kein Content!

Sharenting, was ist das eigentlich?

Sharenting setzt sich aus den englischen Wörtern „share" (teilen) und „parenting" (Elternschaft) zusammen. Der Begriff bezeichnet das Teilen von Fotos und Videos der eigenen Kinder in sozialen Netzwerken. Eltern möchten damit oft einfach besondere Familienmomente mit anderen teilen. Dabei wird die Privatsphäre des Kindes häufig unbedacht missachtet. Wichtig zu wissen: Bis zum Alter von sechs Jahren müssen alle Erziehungsberechtigten der Veröffentlichung zustimmen, ab sieben Jahren zusätzlich das Kind selbst.

Wie gehen Täter vor?

 

Täter durchsuchen gezielt soziale Netzwerke nach eigentlich harmlosen Kinderfotos. Diese werden anschließend in einen   sexualisierten Kontext   gestellt oder für solche Zwecke bearbeitet. Mit KI-Tools lassen sich aus einem einzigen Bild sogenannte   Deepfakes erzeugen – täuschend echt wirkende Fälschungen. Bei „Deepnudes" entstehen so KI-generierte Nacktbilder aus völlig harmlosen Fotos. Solche Inhalte verbreiten sich schnell und lassen sich kaum vollständig aus dem Netz entfernen.

Einmal geteilte Fotos und Videos können ungewollt weiterverbreitet werden

Auch über Messenger verschickte Fotos sind nicht automatisch sicher. Einmal verschickte oder hochgeladene Bilder können von Empfängern gespeichert und weitergegeben werden. Eltern verlieren damit die Kontrolle darüber, was mit den Aufnahmen geschieht. Das gilt auch für vermeintlich geschlossene Gruppen und den privaten Messenger-Status.

So schützen Sie Ihr Messenger-Profil

 

Eltern können nur vermeiden, dass die Bilder des eigenen Kindes unangemessen oder in einem strafrechtlich relevanten Zusammenhang verwendet werden, indem sie Bilder gar nicht erst posten.

Die meisten Eltern haben viele Möglichkeiten, ihr Familienleben auch anders im Netz zu präsentieren. Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) hat Tipps für den Umgang mit Kinderfotos in sozialen Netzwerken veröffentlicht.

 

6 Tipps für den Umgang mit Kinderfotos im Netz

  • Beziehen Sie Ihre Kinder in die Entscheidung ein und akzeptieren Sie ein „Nein".
  • Verzichten Sie auf personenbezogene Daten wie Name, Schule oder Wohnort im Bild oder in der Bildunterschrift.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Sicherheits- bzw. Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Online-Netzwerken und Messengern.
  • Posten Sie niemals Fotos von Kindern in peinlichen, unangenehmen oder unangemessenen Situationen.
  • Überlegen Sie, ob es für die Bildaussage des Fotos zwingend notwendig ist, das Gesicht des Kindes zu zeigen.
  • Deaktivieren Sie Standortdaten (EXIF-Daten) beim Hochladen von Fotos und Videos.
  • Sprechen Sie auch mit Großeltern, Tagesmüttern oder Babysittern über den verantwortungsvollen Umgang mit Kinderfotos.
  • Nehmen Sie Ihre Vorbildfunktion wahr.

 

Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:

Klicksafe-Webinar „Augen auf beim Teilen von Bildern im Netz"

am Donnerstag, 25. Juni 2026, von 14:00 bis 15:30 Uhr, kostenfrei. Jetzt anmelden

Ausführliche Tipps des Kinderhilfswerks

Tipps von Klicksafe

Tipps von Schau Hin

 

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