Gemeinsam für ein gutes Zusammenleben
Es ist unser aller Aufgabe, gemeinsam für ein gutes Zusammenleben einzustehen. Jede und jeder Einzelne ist aufgefordert, hinzuschauen, wenn jemand beispielsweise ausgegrenzt wird, öffentliche Einrichtungen beschädigt werden oder gar tätliche Übergriffe stattfinden. Die Botschafter der Aktion-tu-was.de bringen es kurz und prägnant auf den Punkt: Jede und jeder kann im Ernstfall im Rahmen seiner Möglichkeiten eingreifen und Zivilcourage zeigen. Egal, ob als Achtgeber, Hilfeholer oder Mundaufmacher.
Ziel der Aktion-tu-was ist, insbesondere junge Menschen zu mehr Bürgermut zu animieren und Ihnen dazu hilfreiche Verhaltenstipps zu geben, die ihnen im Ernstfall Orientierung und Handlungssicherheit bieten.
Was ist Zivilcourage?
Zivilcourage hat viele Facetten, kann z. B. bedeuten, sich für jemanden bzw. eine Gruppe einzusetzen oder konkret bei verbaler oder körperlicher Gewalt im öffentlichen Raum zugunsten anderer einzugreifen oder hilfsbedürftigen Menschen die Hand zu reichen. In manchen Situationen ist es erforderlich, deutlich seine Meinung zu sagen und dagegenzuhalten („Counter-Speech"), wenn beispielsweise schlecht über Ausländer geredet oder über kranke Menschen Witze gemacht wird.
Solche Situationen gibt es im Alltag immer wieder: im Buro, im ÖPNV, in den sozialen Medien, beim Einkaufen oder in den eigenen vier Wanden. Vor allem bedeutet Zivilcourage, auf sein Umfeld Acht zu geben. Meistens kommen diese Situationen unvorhergesehen, eine Vorbereitung ist somit kaum möglich. Dann gilt es, schnell zu entscheiden, handle ich und greife ein - übernehme ich jetzt in diesem Moment Verantwortung?
Jede und jeder kann Zivilcourage zeigen!
Die Angst davor, etwas falsch zu machen, hält viele Menschen davon ab, überhaupt tätig zu werden. Dabei ist es ganz einfach!
Zuerst ist es wichtig, eine Situation überhaupt als Notfall zu erkennen und dann zu handeln. Dabei muss und sollte sich niemand in Gefahr begeben (1. Regel). Hilfe per Telefon zu holen, andere Anwesende auf das Geschehen aufmerksam zu machen oder Umstehende zu bitten, einem Opfer zu helfen, ist nicht schwer und sollte eine Selbstverständlichkeit für Jede und Jeden von uns sein. Im Notfall die Polizei rufen!
Geräusche in der Nachbarwohnung deuten auf eine akute Bedrohungs- und Gefährdungssituation hin? Zwielichte Gestalten schleichen um das Haus eines Nachbarn? Jemand wird auf offener Straße überfallen? Alles eindeutige Situationen, in den Sie unbedingt die Polizei informieren sollten. Zeigen Sie Zivilcourage und rufen Sie bei Verdacht auf eine Straftat die 110.
Schildern Sie der Polizei den Vorfall kurz aber präzise:
- Wer meldet? Geben Sie Ihre Personalien an.
- Wo passiert etwas? Beschreiben Sie den Ort.
Was passiert?
- Geben Sie an, wie viele Personen beteiligt sind und ob Verletzte darunter sind. Beschreiben Sie die Situation genau.
Auf Rückfragen warten!
- Die Polizei stellt Ihnen eventuell ergänzende wichtige Fragen, um die Situation besser einschätzen zu können und um ggf. eine Personenbeschreibung zu erstellen.
- Sie bekommen auch Verhaltenstipps und Hilfestellungen. Legen Sie daher nicht einfach auf.
- Den Ermittlern helfen oft auch Kleinigkeiten oder Vermutungen bei ihrer Arbeit einen großen Schritt weiter. Prägen Sie sich dazu auch die Tätermerkmale genau ein.
Wichtige Notrufnummern
- Notruf der Polizei: 110.
- In medizinischen Notfallen oder bei Feuer wählen Sie 112.
- Die 112 ist auch im europäischen Ausland erreichbar.
Alle Notrufnummern sind gebührenfrei und auch aus dem Mobilnetz erreichbar.
Die Kampagnenwebsite www.aktion-tu-was.de bietet neben den Zivilcourage-Regeln weitere konkrete Handlungsoptionen rund um das Thema Zivilcourage in verschiedenen Lebenslagen, wie z. B. Sachbeschädigung, Nachbarschaftshilfe oder Belästigung.
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