Statt Schutz und Wärme erleben viele Kinder Zuhause Gewalt mit oder sind selbst direkt davon betroffen. Sie wachsen in ständiger Sorge um ihre Mutter oder ihre Geschwister auf und bewahren oft ein schweres Familiengeheimnis – eine Last, die kein Kind tragen sollte.
Jedes Jahr suchen rund 16.000 Kinder gemeinsam mit ihren Müttern Schutz in Frauenhäusern. Dort finden sie sichere Zufluchtsorte, in denen sie auf Gleichaltrige treffen, zur Ruhe kommen und das Erlebte in einem geschützten Rahmen verarbeiten können.
Die Folgen von Gewalt – und wie Hilfe wirkt
Es fällt schwer, den Gedanken zuzulassen, dass Kinder in den eigenen vier Wänden Gewalt ausgesetzt sind. Oft wird das Thema fälschlicherweise als Privatsache abgetan – doch häusliche Gewalt geht die gesamte Gesellschaft an. Gewalt gegen Frauen und Kinder geschieht am häufigsten im eigenen Zuhause sowie im Bekanntenkreis.
Gewalt in der Familie hinterlässt tiefe seelische Wunden und gefährdet die gesundheitliche Entwicklung von Kindern.
Da sich Kinder nicht selbst schützen können, sind sie auf die Aufmerksamkeit und Hilfe ihres Umfelds angewiesen.
So können Sie Kinder vor häuslicher Gewalt schützen
Zivilcourage beginnt mit dem ersten Schritt, und jeder Hinweis kann einen entscheidenden Unterschied machen. Achten Sie in Ihrem Alltag auf Ihr Umfeld.
- Nehmen Sie Anzeichen, wie Schreie, Streit, Verletzungen, Angst oder auffälliger Rückzug bei Nachbarn, Freunden oder Kindern ernst.
- Sprechen Sie Betroffene behutsam an und bieten Sie ihre Unterstützung an.
- Betroffene Frauen erreichen das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016, kostenlos und rund um die Uhr.
- Verständigen Sie bei akuter Gefahr den Notruf 110. Greifen Sie nicht selbst körperlich ein, sondern holen Sie unbedingt Hilfe.
Weiterführende Links & Hilfsangebote
Infos für Betroffene: Häusliche Gewalt
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
