„Don't Knock Me Out" – Aufklärung zu K.O.-Tropfen und ihren Gefahren

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K.O.-Tropfen sind ein ernstes, aber in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterschätztes Problem. Die Plattform "Don´t knock me out" will das ändern: mit sachlicher Information, gezielter Prävention und einer empirischen Studie, die erstmals belastbare Daten zum Ausmaß des Missbrauchs liefern soll.

Was sind K.O.-Tropfen und wie wirken sie?

K.O.-Tropfen ist ein Sammelbegriff für schnell betäubend wirkende Substanzen, die zumeist farblos, geruchlos und geschmacksneutral sind und unbemerkt in Getränke gemischt werden können. Sie werden eingesetzt, um Opfer für Diebstahl (Drug Facilitated Crime) oder sexuelle Übergriffe (Drug Facilitated Sexual Assault) wehrlos zu machen – weshalb sie auch als „Vergewaltigungsdroge" (Date-Rape-Drugs) bekannt sind.

Die Symptome sind breit gefächert und werden häufig fehlgedeutet: Sie reichen von Enthemmtheit, Schwindel und Verwirrung über Muskelkontrollverlust und Amnesie bis hin zu lebensgefährlichen Atemdepressionen und Herzrhythmusstörungen – insbesondere in Kombination mit Alkohol. Häufig eingesetzte Substanzen sind bereits nach 6 bis 12 Stunden kaum noch im Körper nachweisbar. Das erschwert - für Betroffene wie für medizinisches oder kriminologisches Fachpersonal - die Diagnose als auch die Strafverfolgung erheblich.

 

Das Ziel: Dunkelziffer sichtbar machen

Bisher liegen kaum belastbare Zahlen zum tatsächlichen Ausmaß des Missbrauchs vor – eine hohe Dunkelziffer wird jedoch vermutet. Genau diese Lücke will das Projekt Don´t knock me out schließen. Als Kooperationsprojekt der Technischen Universität Chemnitz und der Tirol Kliniken führt das Forschungsteam eine empirische Studie durch, um ein realistisches Bild davon zu gewinnen, wen das Thema betrifft.

Die Webseite ist dabei mehr als eine Studienplattform: Sie bündelt Informationen für Betroffene, verlinkt Präventionskampagnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und stellt eine umfassende wissenschaftliche Literaturliste bereit.

"Don´t knock me out"

 

Weiterführende Informationen für Betroffene

Informationen und schnelle Hilfe

Betroffene von Sexualstraftaten

Sexualstraftaten - Nein heißt Nein!

 

Was tun, wenn Sie noch zögern, zur Polizei zu gehen?

Lassen Sie sich möglichst schnell untersuchen und Ihre Verletzungen attestieren. In fast allen Bundesländern gibt es das Angebot der anonymen Spurensicherung, das Ihnen ermöglicht, zunächst ohne Information der Polizei Spuren sichern zu lassen. Später können diese Spuren in ein Ermittlungsverfahren eingebracht werden. Auf der Internetseite von "Terres des Femmes" finden Sie Ihre nächstgelegene Stelle zur anonymen Spurensicherung.

Ein Sexualdelikt hinterlässt nicht nur sichtbare Spuren. Menschen, die Opfer eines sexuellen Übergriffes wurden, fühlen sich oft nicht mehr sicher und leiden unter psychischen Folgen der Tat.

Holen Sie sich professionelle Hilfe!

Das bundesweite "Hilfetelefon Sexueller Missbrauch", Telefonnummer: 0800 2255530, E-Mail: beratung@hilfetelefon-missbrauch.de, bietet Rat und Hilfe bei sexueller Gewalt (kostenlos und anonym).