Hass im Netz nimmt zu – Tipps für ein respektvolles Miteinander

Von Hass im Netz betroffene Frau.

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Hass im Netz wirkt als Werkzeug der Ausgrenzung und die Verbreitung nimmt in Deutschland und im Internet ein besorgniserregendes Ausmaß an. Doch Betroffene und Beobachtende sind dem nicht schutzlos ausgeliefert: Mit unseren konkreten Handlungsstrategien tragen Sie aktiv zu einem respektvolleren Miteinander bei.

Im Jahr 2025 dokumentierten Meldestellen täglich durchschnittlich 24 antisemitische Vorfälle, wobei 27 Prozent dieser Taten im digitalen Raum stattfanden. Diese Entwicklung führt dazu, dass sich Betroffene zunehmend aus dem öffentlichen Diskurs zurückziehen.*

*BV RIAS e.V. Jahresbericht "Antisemitische Vorfälle in Deutschland 2025", https://report-antisemitism.de/documents/17-06-26_RIAS_Bund_Jahresbericht_2025.pdf

Der Silencing-Effekt: Wenn Angst zum Rückzug führt

Der Hass äußert sich in Hassrede, Beleidigungen und gezielten Bedrohungen, die über soziale Netzwerke oder Messengerdienste verbreitet werden. Häufig zielen Täter darauf ab, Menschen durch massenhafte Angriffe – sogenannte Shitstorms – einzuschüchtern. Die Folge: Menschen, die Anfeindungen befürchten, ziehen sich zunehmend aus dem öffentlichen Diskurs zurück und äußern Ihre Meinung nicht mehr (sog. Silencing-Effekt). In einem besonderen Maß sind häufig auch Amtsträger und Kommunalpolitiker betroffen, deren demokratisches Engagement durch Dauerangriffe zermürbt werden soll.

Täter nutzen die scheinbare Anonymität des Internets, um Hemmschwellen zu überwinden und Aggressionen ungehemmter zu artikulieren. Sie verwenden oft Codes oder bestimmte Emojis, wie etwa Duschköpfe oder rote Dreiecke, um Hassbotschaften zu tarnen. Auf Plattformen wie Facebook oder Instagram werden Kommentarspalten gezielt instrumentalisiert, um Desinformation zu verbreiten oder um 'Zielpersonen' direkt zu markieren. Drohungen werden außerdem häufig in privaten Direktnachtichten ausgesprochen.

 

Das Internet ist wichtiger Debattenraum

Das Internet ist einer der wichtigsten Räume für politische und demokratische Debatten unserer Zeit. Wenn die Vielfalt der Stimmen aus Angst verstummt, entsteht ein verzerrtes Bild öffentlicher Meinung, das von einer lauten, aggressiven Minderheit dominiert wird. Ein vergifteter Diskurs schwächt damit den demokratischen Meinungsbildungsprozess insgesamt.

 

Demokratie braucht Sichtbarkeit

Wer Haltung zeigt, Verantwortung übernimmt, Hass meldet und Betroffene unterstützt, kann dazu beitragen, dass digitale Debatten wieder respektvoller werden.

Denn zivilcouragiertes Handeln wirkt Hass und Hetze entgegen. Sachliche Gegenrede („counter speech“), das Melden von Hassinhalten und Solidarität mit Betroffenen stärken demokratische Teilhabe und setzen klare Grenzen – auch dann, wenn dies ruhig und sachlich erfolgt.

 

3 Tipps für richtiges Verhalten im Netz

  1. Einschreiten & Gegenrede: Widersprechen Sie Hassbotschaften sachlich und konsequent. Unterstützen Sie Betroffene sichtbar, ohne die Situation weiter zu eskalieren.
  2. Dokumentieren: Sichern Sie Beweise durch Screenshots, bevor Inhalte gelöscht werden. Das ist eine wichtige Grundlage für Meldungen oder eine mögliche Strafverfolgung.
  3. Melden: Nutzen Sie die Meldefunktionen der Plattformen oder wenden Sie sich an Beschwerdestellen und – bei strafbaren Inhalten – an die Polizei.

Weitere Unterstützung und interaktive Hilfestellungen finden Sie bei den Zivilen Helden. Hier können Sie in interaktiven Videos lernen, wie man Hatespeech sicher kontert und die Perspektive wechselt.

Beratungsstellen Hass im Netz

Interaktives Video: Hass im Netzt

 

Hintergrundinformationen

Statistik 2025 zeigt deutlichen Anstieg Politisch motivierte Gewalt

Politisch motivierte Kriminalität 2025

„Lauter Hass – leiser Rückzug

JIM-Studie 2025

 

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Das kann man bei Hass im Netz tun