Islamismus & Salafismus

Begriffsklärung

Extremismus

Der im alltäglichen Sprachgebrauch verwendete Begriff „Extremismus“ ist nicht einheitlich definiert und in Gesellschaft und Wissenschaft umstritten.  

Den extremistischen Straftaten werden gemäß Definitionssystem „Politisch motivierte Kriminalität“ Straftaten nur dann zugeordnet, wenn tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sie gegen die Freiheitlich Demokratische Grundordnung (FDGO) gerichtet sind, d.h., wenn sie darauf abzielen, einen der Verfassungsgrundsätze zu beseitigen oder außer Kraft zu setzen.  

Extremisten weisen meist einen absoluten Wahrheitsanspruch für sich und ihre Ideologie auf. Dabei berufen sie sich in der Regel auf eine „höhere Einsicht“, auf von ihnen durchschaute Mechanismen, Zusammenhänge und „Wahrheiten“, die Andersdenkende schlicht nicht begreifen oder absichtlich übergehen. Dementsprechend sind ihre Argumentationslinien für Außenstehende oftmals nur bedingt nachvollziehbar. Auf dieser Grundeinstellung basiert ein Denken in Freund-Feind-Kategorien, das typisch für extremistische Ideologien ist und mit einem starken Hang zu Verschwörungstheorien, populistischen Vereinfachungen komplexer Themen und einem ausgeprägten Dogmatismus einhergeht.  

Nach außen hin bekennen sich extremistische Gruppen oftmals zu den Grundsätzen der FDGO. Sie fordern diese für sich ein, um sie zu ihrem Vorteil zu nutzen, während sie sie ihrem politischen Gegner grundsätzlich absprechen.

Definitionssystem "Politisch motivierte Kriminalität"

Die Polizei arbeitet mit dem 2001 eingeführten Definitionssystem „Politisch motivierte Kriminalität“ um Straftaten zu erfassen, die entweder klassische Staatsschutzdelikte sind oder bei denen Anhaltspunkte für eine politische Motivation vorliegen.  

Die Straftaten werden folgenden Phänomenbereichen zugeordnet:

  • Politisch motivierte Kriminalität – rechts
  • Politisch motivierte Kriminalität – links
  • Politisch motivierte Ausländerkriminalität und
  • sonstige politisch motivierte Straftaten.

Islamismus

Unter Islamismus versteht man eine Sammelbezeichnung für politische Ideologien, in deren Mittelpunkt die angebliche „gottgewollte“ Ordnung steht, die das gesamte öffentliche und private Leben bestimmen soll. Die Religion des Islam wird dabei von radikalen Islamisten für politische Zwecke und Ziele instrumentalisiert: Sie wollen im Namen des Islam eine allein religiös legitimierte Gesellschafts-, Staats- und Rechtsordnung errichten. Dabei lehnen sie die in Deutschland geltende freiheitlich demokratische Grundordnung ab.  

Einige islamistische Gruppen bewegen sich im sogenannten legalistischen Bereich und versuchen ihre Gesellschaftsordnung im Rahmen der geltenden Gesetze zu verwirklichen. Andere sind offen für die Begehung von Straftaten bis hin zur Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele. Der Übergang zwischen legalistischen und gewaltbereiten Strömungen kann fließend sein. Einige sind als terroristisch einzustufen.  

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber gibt in seinem Artikel einen Überblick über das Phänomen: „Islamismus – Was ist das überhaupt?“

Salafismus

Salafisten orientieren sich an den ersten drei Generationen der Muslime, die als die „rechtschaffenen Altvorderen“ (arab. as-salaf as-salih) gelten. Sie behaupten, genauso leben zu wollen, wie es der Prophet Muhammad im 7. Jahrhundert als richtig beschrieben habe. Dabei orientieren sich Salafisten in vielen Fragen unmittelbar am Wortlaut des Koran und den Aussagen und Handlungsweisen Muhammads (Hadithe und der Sunna).

Der Salafismus ist sowohl in Deutschland wie auch auf internationaler Ebene die zurzeit dynamischste islamistische Bewegung. Eine ausführliche Darstellung des Salafismus gibt es in der Rubrik Erscheinungsformen.

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber gibt in seinem Artikel einen Überblick über das Phänomen: „Salafismus – was ist das überhaupt?“

Medien zum Thema

Handreichung Radikalisierung erkennen und Anwerbung verhindern
Orientierungshilfe für Haupt- und Ehrenamtliche in der Arbeit mit geflüchteten Personen

Herunterladen

Medienpaket Mitreden
Kompetent gegen Islamfeindlichkeit, Islamismus und dschihadistische Internetpropaganda

Zum Medienpaket