Online-Betrug – Fake-Kanzleien

Wer Opfer von Betrug geworden ist, freut sich über professionelle Unterstützung. Doch auf der Suche nach Hilfe drohen Betrugsopfer erneut Opfer zu werden: Sogenannte Fake-Kanzleien versprechen Geschädigten schnelle Hilfe von „erfahrenen und interdisziplinären Spezialisten“, teils mit Ehrentiteln – und nicht selten mit Erfolgsgarantie. Die vermeintlichen „Experten“ erzählen ihren „Klienten“ teils abenteuerliche Geschichten: Ihr Geld sei in Krypto-Wallets gefunden worden. Auch wenn Krypto-Währungen bei Online-Betrug tatsächlich immer wieder eine Rolle spielen – Geschichten wie diese sind in der Regel frei erfunden.
Die Masche funktioniert so: Die Betrüger bieten an, das von den Opfern bereits verloren geglaubte Geld wieder an diese zu transferieren. Dazu benötigten sie jedoch Zugang zum Computer der Geschädigten. Mittels sogenannter Remote-Software erlangen sie Zugriff auf den Rechner der Opfer, wo sie schadhafte Software installieren können. Oft verlangen sie für ihre vermeintlichen Helferdienste auch Honorare oder geben vor, im Zusammenhang mit dem Geldtransfer entstünden Kosten. Wer dann vorab Zahlungen leistet, wird abermals betrogen – die versprochene Hilfe bleibt aus.

So erkennst du den Betrug
- Die Websites versprechen den Zugang zu einem Netzwerk spezialisierter Rechtsanwälte oder geben sich selbst als Rechtsanwälte aus
- Rechtsanwälte werden in der Regel nur tätig, wenn klar ist, gegen wen sich der Anspruch richtet, wer also der mutmaßliche Betrüger ist – in der Regel ist die Identität der Betrüger aber nicht bekannt.
- Rechtsanwälte sind keine Detektive und ersetzen nicht die Arbeit der Ermittlungsbehörden.
So schützt du dich
- Prüfe, ob es ein Impressum gibt und ob die Angaben valide sind. Betrüger nutzen oft die Angaben echter Firmen, die im Handelsregister zu finden sind, aber einen anderen Geschäftszweck haben.
- Gib Fremden niemals Remote-Zugriff auf deinen Computer
- Leiste niemals Vorauszahlungen
- Rechtsanwalt ist eine geschützte Berufsbezeichnung – das Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer gibt Auskunft, ob ein vermeintlicher Anwalt tatsächlich die erforderliche Zulassung hat.
Praxisbeispiel
Die Rechtsanwaltskammer Berlin warnt auf ihrer Website vor Fake-Kanzleien und listet rund ein Dutzend dieser auf. Viele der Fake-Anwälte geben vor, im Bereich des Insolvenzrechts oder bei Problemen im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu unterstützen. Aufgeführt wird darunter auch die Website rückzahlung.net. Eine Seite, die im Januar 2026 nicht mehr erreichbar ist. Doch häufig machen die Täter unter einer anderen Webadresse einfach weiter.


