Online-Betrug – Dreiecksbetrug

Der Dreiecksbetrug ist eine besonders raffinierte Betrugsmasche: Dabei wirst du beispielsweise auf einem Online-Marktplatz auf einen Artikel aufmerksam. Du nimmst Kontakt mit dem vermeintlichen Anbieter auf. Dieser sichert dir zu, den Artikel an dich zu verkaufen. Dazu teilt er mit dir Zahlungsinformationen. Du zahlst wie verlangt. Doch anschließend hörst du nichts mehr von dem angeblichen Verkäufer. Du erhältst auch keine Ware.
Was ist passiert? Der vermeintliche Verkäufer (Betrüger) steht während der Verhandlungen mit dir zeitgleich mit einem Dritten in Verbindung. Der Dritte bietet tatsächlich Ware zum Verkauf an. Für diese lässt dich der Betrüger bezahlen. Der Betrüger erhält daraufhin von dem nichtsahnenden Verkäufer die Ware, während du leer ausgehst. Denn du stehst am Ende dieser Masche ohne Geld und ohne Ware da.
Diese Masche gibt es auch im Zusammenhang mit Onlineshops, die als Bezahlmethode Kauf per Rechnung anbieten. In diesen Fällen bezahlst du Geld an den Betrüger, der daraufhin in einem Onlineshop Ware bestellt und an dich senden lässt. Bezahlt hat er dafür nicht – er wählt Rechnungskauf und nutzt dafür deine Daten. Perfide: Du erhältst die gewünschte Ware und ahnst nichts Böses. Doch in der Regel verlangt der Onlineshop von dir die Bezahlung der geliferten Ware.

Deshalb solltest du stets kritisch werden, wenn du Neuware von einem Onlineshop oder Hersteller bekommst, obowhl du diese zuvor auf einem Kleinanzeigenportal von einer Privatperson gekauft hast.
So erkennst du den Betrug
- Dreiecksbetrug lässt sich leider oft erst erkennen, wenn es bereits zu spät ist. Doch du kannst dich davor schützen, Opfer zu werden: Zahle niemals an Unbekannte per Vorkasse (Banküberweisung).
- Du kaufst von einem privaten Verkäufer, aber die Ware (in der Regel Neuware) kommt von einem Dritten wie einem professionellen Online-Händler.
- Im Paket liegt ein Lieferschein oder sogar eine Rechnung auf deinen Namen.
So schützt du dich
- Nutze bei Privatkäufen immer die offiziellen Bezahlsysteme der Plattformen – oft bieten diese einen Käuferschutz.
- Mach dich jedoch vorab mit der Funktionsweise und den Bedingungen vertraut.
- Falsche Freunde: Überweise niemals Geld vorab per Banküberweisung oder mittels „Freunde und Familie“ bei PayPal, wenn du den Verkäufer nicht persönlich kennst.
- Kontaktiere sofort den Händler, von dem das Paket stammt, falls Rechnungssteller und Absender nicht zusammenpassen.
Praxisbeispiel
Du schaust auf einem Kleinanzeigenportal nach einer Spielekonsole. Schnell wirst du auf ein Angebot aufmerksam. Du nimmst Kontakt mit dem Verkäufer auf. Der wirkt nett. Er räumt dir sogar einen kleinen Nachlass ein. Schnell schlägt er vor: „Zahle einfach per PayPal, dann schicke ich es gleich morgen los. Aber bitte Freunde & Familie wählen, das ist günstiger und genauso sicher.“ Du freust dich über das vermeintliche Schnäppchen. Die Zahlung ist schnell erledigt. Der Betrüger bestellt daraufhin die Konsole bei einem großen Online-Shop. Als Zahlungsart wählt er „Kauf auf Rechnung“. Als Lieferadresse gibt er deine Anschrift an. Zwei Tage später klingelt der Postbote. Endlich – die Konsole. Sogar originalverpackt. Wenige Wochen später liegt ein Brief im Briefkasten – eine Mahnung. Der Online-Händler mahnt die Bezahlung der Konsole an, die er dir geliefert hat. Das gesendete Geld? Das ist unwiederbringlich verloren. Denn deine Zahlung ist nicht über den Käuferschutz abgesichert.
Wie hilft die SHS-Regel?

Stoppen
Ein Angebot ist zu gut, um wahr zu sein? Dann ist es das vermutlich auch. Zahle niemals auf unsichere Weise an Unbekannte.

Hinterfragen
Prüfe, ob der Verkäufer schon andere erfolgreiche Transaktionen hatte. Bedenke aber, dass diese gefälscht sein könnten. Auch könnte das Konto durch den Betrüger kurz zuvor widerrechtlich „übernommen“ worden sein. Frage im Zweifel nach weiteren Bildern oder Kaufbelegen. Lass dir lieber Zeit – und ziehe Experten oder Bekannte hinzu, wenn du unsicher bist. Schau dich ggfs. nach alternativen Angeboten um.

Schützen
Nutze stets sichere Zahlungsmethoden oder plattformeigene Bezahlmethoden, wenn diese einen Treuhandservice oder Käuferschutz bieten. Melde den Vorfall dem Marktplatz, damit er den Verkäufer sperren kann. Erstatte Anzeige bei der Polizei. Sprich auch mit Freunden und Verwandten über das Erlebte.