Cybersicherheitsmonitor

CyMon 2026: Online-Betrug und Künstliche Intelligenz
Der Cybersicherheitsmonitor (CyMon) 2026 ist eine repräsentative Bürgerbefragung im Auftrag der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das aktuelle Fokusthema beleuchtet eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: Wie verändern Künstliche Intelligenz (KI) und neue Technologien die Landschaft des Online-Betrugs und wie gut ist die Bevölkerung darauf vorbereitet?
Save the Date: Hauptbefragung 2026
Am 11. Mai veröffentlichen ProPK und BSI die Ergebnisse der Hauptbefragung zum Cybersicherheitsmonitor 2026. Diese wird detaillierte Einblicke in die allgemeine Betroffenheit durch Cyberkriminalität und das Schutzverhalten der Bevölkerung bieten – auch über das Thema Online-Betrug hinaus.
KI im Alltag: Zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit
Künstliche Intelligenz ist im digitalen Alltag der Menschen angekommen. Rund 70 % der Befragten geben an, bereits KI-generierte Bilder oder Videos im Internet gesehen zu haben. Doch während die Technologie rasant fortschreitet, hinkt das Risikobewusstsein hinterher.
- Nur knapp die Hälfte (47 %) traut sich zu, KI-Inhalte sicher als solche erkennen zu können. Besonders bei den über 50-Jährigen ist die Unsicherheit groß: Hier sehen sich nur 33 % dazu in der Lage.
- Obwohl viele skeptisch sind, hat ein Drittel der Befragten (32 %) noch nie konkrete Maßnahmen ergriffen, um den Wahrheitsgehalt eines Bildes oder Videos zu prüfen.

So können Sie KI-Fälschungen erkennen
- Achten Sie auf Details, sogenannte Fragmente. Suchen Sie gezielt nach Unstimmigkeiten, etwa bei der Darstellung von Händen, beim Verhältnis von Licht und Schatten oder nach verzerrten Schriftzügen im Bild.
- Hinterfragen Sie den Kontext und den Zusammenhang der dargestellten Szene, ggf. in Verbindung mit dazu gelieferten Texten.
- Prüfen Sie die Quelle und verlassen Sie sich nicht auf sensationelle Inhalte. Fragen Sie sich beispielsweise: ist die Website oder das Social-Media-Profil verlässlich? Berichten andere Medien von dem Ereignis und stimmen die Meldungen überein?
- Nutzen Sie Technik: Verwenden Sie die Bilderrückwärtssuche von Suchmaschinen, um zu prüfen, ob das Material bereits in anderen Kontexten oder auf Faktencheck-Portalen aufgetaucht ist.
Neue Betrugsmaschen: Deepfakes und Cybertrading
Täter nutzen KI zunehmend für professionell klingende Phishing-Mails oder zur Manipulation von Onlineshops. Besonders gefährlich ist der sogenannte Cybertrading Fraud.
Oft erstellen dabei Betrüger auch mittels KI Deepfakes von prominenten Personen, die in Videos scheinbar lukrative Geldanlagen (oft Kryptowährungen) empfehlen. Die Zahlen sind alarmierend: Fast ein Drittel (31 %) der Befragten gab an, bereits auf eine betrügerische Anlage hereingefallen zu sein. In 64 % der Fälle erfolgte der Erstkontakt über Online-Werbung.
Risikobewusstsein für kriminelle Methoden
Der Bericht zeigt: Viele technische Szenarien werden bereits als Bedrohung wahrgenommen, aber oft noch unterschätzt.
- Schockanrufe mit KI-Stimme: Mehr als die Hälfte (54 %) hält es für möglich, dass Betrüger die Stimme von Verwandten imitieren, um am Telefon Geld zu fordern.
- Manipulierte Chatbots: 41 % halten es für ein realistisches Szenario, dass KI-Chatbots in Onlineshops so manipuliert werden, dass sie Kundendaten an Kriminelle weitergeben.
- Manipulation von KI-Systemen: Nur etwa jeder Fünfte (20 %) hat bereits davon gehört, dass KI-Programme durch unsichtbare Anweisungen in Dokumenten manipuliert werden können.

Methodik und Hintergrund
Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung (CAWI) von 3.060 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die im Januar 2026 durchgeführt wurde. Der Cybersicherheitsmonitor dient als wichtige Grundlage für die Präventionsarbeit von Polizei und BSI, um bürgerzentrierte Informationen und Hilfestellungen zu entwickeln.










