Verschwörungstheorien im Netz können gefährlich werden

30 Prozent der deutschen Bevölkerung halten Verschwörungstheorien für richtig.

© Polizeiliche Kriminalprävention

Das Internet ist ein Nährboden für Fake News und Verschwörungserzählungen. Gerade in Zeiten der Verunsicherung, einem wachsenden Misstrauen in Staat und Institutionen, wie z.B. während der Energiekrise oder hinsichtlich der Impfdiskussion, haben Verschwörungstheorien hohen Zulauf.

Sowohl in den Medien als auch in unserem Alltag begegnen wir immer häufiger den unterschiedlichsten, diffusen Geschichten. Erzählungen über Verschwörungen und geheime Mächte, die das einfache Volk im Hintergrund beherrschen, finden sich seit dem Aufkommen der sozialen Medien verstärkt und spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie massenhaft.

 

30% der Deutschen offen für Verschwörungstheorien

Knapp ein Drittel der Deutschen hat laut einer repräsentativen Befragung der Konrad-Adenauer-Stiftung zufolge einen Hang zu Verschwörungstheorien. Die Aussage "Es gibt geheime Mächte, die die Welt steuern" befanden 11 Prozent der Befragten für richtig; 19 Prozent hielten sie für wahrscheinlich richtig.

 

Verschwörungstheorien werden über Messengerdienste verbreitet

Einzelpersonen oder Gruppen werden oft zu Sündenböcken erklärt und die Gerüchteküche im Netz aufgeheizt. Die Theorien werden über Messengerdienste wie Telegram oder WhatsApp und soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und YouTube weiterverbreitet. Hier finden diese Aussagen anonyme Unterstellungen und Schuldzuschreibungen, teils fanatische Follower. Zunehmende verbaler Gewalt und Hass im Netz führen schlimmstenfalls zu Gewalt und Vandalismus.

 

So können Sie Verschwörungstheorien schnell den Wind aus den Segeln nehmen

  • Texte und Überschriften kritisch betrachten: Falschmeldungen locken oft mit reißerischen Überschriften und so genannten Clickbaits, die Ihre Emotionen ansprechen. Hier ist Vorsicht geboten: Wenn schockierende Behauptungen in einer Überschrift unglaubwürdig klingen, sind sie es vermutlich auch.
  • Quellen genau prüfen: Wo kommt die Information her und ist der Absender vertrauenswürdig? Seien Sie besonders skeptisch, wenn überhaupt keine Quelle angegeben wird oder auf einer Website gar das Impressum fehlt.
  • Fakten checken: Sind die Informationen wirklich korrekt, wurde noch in anderen Medien, Zeitungen, Internetseiten darüber berichtet? Dabei helfen auch Faktenchecker-Seiten wie Correctiv.org, Tagesschau.de, Mimikama.at oder BR.de
  • Auf Verschwörungstheorien hinweisen: Weisen Sie den Urheber der Meldung darauf hin, dass er möglicherweise auf eine Verschwörungstheorie gestoßen ist, bzw. eine solche verbreitet. Fordern Sie eine korrekte Quellenangabe. Seien Sie dabei stets respektvoll.
  • Problematische Inhalte melden: Inhalte die Fake News oder Verschwörungstheorien enthalten, können direkt beim Onlinedienst als solche gemeldet werden, damit sie gelöscht werden.

 

Chris+Lea - Zivilcourage zeigen bei Antisemitismus in Verschwörungsmythen

Sie möchten wissen, wie schnell man einem Verschwörungsmythos aufsitzt und sich radikalisiert? In unserem interaktiven Video können Sie in einzelne Rollen aus einer Schülergruppe schlüpfen und sich selbst testen. Erkennen Sie konstruierte Verschwörungstheorien? Schaffen Sie es mit Zivilcourage eine antisemitisch motivierte Straftat zu verhindern? Nehmen Sie sich neun Minuten Zeit und „spielen“ sich durch.

interaktives Video "Chris+Lea"

 

Zur Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung

Verschwörungstheorien erkennen (PDF)
(auf klicksafe.de)

 

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Fakten zu Verschwörungstheorien