Cybermobbing in Klassenchats: Digitale Gewalt im Schulalltag

Bist Du von Cybermobbing betroffen?

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Ob in der Schule, im Sportverein, auf dem Fußballplatz oder bei der Arbeit – Mobbing findet überall statt und verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Die Folgen für Betroffene sind weitreichend. Schauen Sie nicht weg, sondern unterstützen Sie Betroffene.

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing ist die wiederholte, absichtliche und systematische Beleidigung, Bedrohung, Bloßstellungoder Ausgrenzung einer Person mittels digitaler Medien.

In Klassenchats äußert sich dies durch:

  • Fiese Sprüche und gemeine Kommentare unter Nachrichten oder Bildern.
  • Die Verbreitung von Unwahrheiten über Mitschüler.
  • Das Posten von unangenehmen oder heimlich aufgenommenen Medien (Bilder, Videos, Sprachaufnahmen).
  • Den Einsatz von KI-Bildgeneratoren zur Erstellung von Deepfakes, um Mitschüler bloßzustellen.

 

Dynamik im Chat: Schikane rund um die Uhr

Im Gegensatz zu früher ist das Opfer durch das Internet rund um die Uhr und bis in den privatesten Schutzraum – das eigene Zuhause – erreichbar.

  • Durch den sog. Online-Enthemmungseffekt ist die Hemmschwelle für Angriffe online deutlich niedriger. Täterinnen und Täter nehmen verletzende Nachrichten oft nur als "Scherz" wahr, ohne zu die tatsächliche Wirkung zu erkennen.
  • Inhalte werden in Messenger-Diensten rasant und unkontrolliert geteilt. Oft dulden Mitschüler das Mobbing passiv, was das Verhalten der Täter indirekt unterstützt.
  • Viele Lehrkräfte wissen zwar, dass Klassenchats existieren, haben aber oft zu wenig Einblick in die dortigen Vorgänge.

 

Prävention: Regeln für den digitalen Klassenraum

Da ein Klassenchat ein sozialer Raum ist, braucht es klare Strukturen. Lehrkräfte sollten zu Beginn des Schuljahres gemeinsam mit der Klasse festlegen:

  • Welche Inhalte in den Chat gehören und welche nicht.
  • Wer auf die Einhaltung der Regeln achtet.
  • Welche Konsequenzen bei Verstößen folgen
  • Wenn Lehrkräfte von Straftaten im Chat erfahren, sollte (pädagogisch) abgewogen werden, ob zunächst eine Verwarnung oder Aufarbeitung im Unterricht sinnvoll ist oder ob eine Strafanzeige erforderlich ist.
  • Eltern von Betroffenen haben neben der Anzeige bei der Polizei auch die Möglichkeit, eine Privatklage anzustreben.

 

Rechtliche Konsequenzen und polizeiliches Handeln

Cybermobbing ist kein Kavaliersdelikt. Es können Straftaten wie Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung vorliegen sowie Persönlichkeitsrechte, wie das Recht am eigenen Bild, verletzt werden. Die Schwelle zur Strafbarkeit ist eindeutig überschritten, wenn es zu Sachbeschädigungen, Diebstählen, Körperverletzungen oder Raubstraftaten kommt.

 

Zivilcourage zeigen: Nicht wegsehen, sondern helfen!

Betroffene tragen niemals die Schuld und versuchen oft, die bedrückende Situation allein durchzustehen. Schauen Sie bei Mobbing nie weg, sondern stehen Sie den Opfern zur Seite und bieten Sie Ihre Hilfe und Unterstützung an.

Je früher den Tätern klar wird, dass ihr Verhalten nicht geduldet wird, desto eher ändern sie ihr Verhalten.

 

Tipps für Zeugen und Helfer - für mehr Zivilcourage

  • Biete dem Opfer Hilfe und Unterstützung an.
  • Speichere Beweismaterial (Screenshots von Unterhaltungen, Bilder etc.).
  • Hol Unterstützung von einer Vertrauensperson (Lehrer, Trainer, Dozent, Vorgesetzter). Such auch Hilfe bei Schulpsychologen oder Beratungsstellen.
  • Informiere in schweren Fällen die Polizei, beispielsweise bei Drohungen, Erpressungen und Nötigungen.

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So können Eltern Ihre Kinder unterstützen

Je früher Täter erkennen, dass ihr Verhalten nicht geduldet wird, umso eher ändern sie ihr Verhalten.

  • Schauen Sie bei Mobbing nie weg sondern stehen Sie Ihrem Kind zur Seite.
  • Zeigen Sie, dass diese nicht allein sind und haben Sie ein offenes Ohr für den Kummer Ihres Kindes.
  • Informieren Sie z.B. Lehrer, Trainer etc. und bitten Sie um Hilfe.
  • Der Austausch mit anderen Eltern der Klasse hilft, Situationen besser einzuordnen und gemeinsam Lösungen zu finden, etwa durch einen Elternabend.
  • Sollte das eigene Kind an Mobbing beteiligt sein, ist es wichtig, besonnen zuzuhören und Hintergründe zu klären (z. B. Gruppendruck). Ein Perspektivwechsel kann helfen, die Folgen des eigenen Handelns sichtbar zu machen.

Vermitteln Sie den Betroffenen stets, dass sie als Opfer nicht die Schuld tragen. Suchen Sie Hilfe bei Schulpsychologen oder Beratungsstellen.

Mehr Informationen über Cybermobbing

Checkliste Cybermobbing unter Kindern

Folgen für Täter

Folgen für Opfer

Tipps für Lehrer

 

Erste Hilfe bei Cybermobbing

Die Cybermobbing Erste-Hilfe-App von klicksafe wurde von Jugendlichen für Jugendliche entwickelt und enthält kurze Videoclips mit Tipps, um sich gegen Cyber-Mobbing zu wehren. Die App hat die „Resource Competion“ auf dem EU-INSAFE-Meeting in Larnaca (Zypern) gewonnen.

Die JUUUPORT-Scouts bieten Hilfe auf Augenhöhe, bei Cybermobbing und anderen Problemen im Netz!

 

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Cybermobbing: Betroffene nicht alleine lassen