Tipps

Gegen das Schweigen

Auch wenn es missbrauchten Kindern sehr schwer fällt, über den Missbrauch zu sprechen, so sendet jedes Kind gewisse Signale aus oder reagiert mit Verhaltensauffälligkeiten. Häufig können Erwachsene aufgrund dieser auf einen Missbrauch aufmerksam werden. Allerdings treten solche Symptome nicht immer auf oder lassen auf andere Probleme schließen.

 

Anzeichen für einen möglichen sexuellen Missbrauch können sein:

Angstzustände, körperliche Schmerzen, Schlafstörungen, Schlafen in Straßenkleidung ode rnicht altersgemäßes Sexulaverhalten. Relativ sichere physische Anzeichen sind: Unterleibsverletzungen, Blutergüsse und Bisswunden im Genitalbereich sowie Geschlechtskrankheiten.

Bei Jugendlichen kann es auch zum Alkohol- und Drogenmissbrauch oder zu wiederholten Straftaten kommen – insbesondere zu Diebstählen. Ausführliche Informationen erhalten Sie dazu auf der Kampagne-Webseite "Missbrauch verhindern!".

 

Erwachsene müssen daher wissen:

  • Alle Erwachsenen haben - unabhängig von verwandtschaftlichen oder bekanntschaftlichen Beziehungen - die Verpflichtung zum Hinsehen und Einschreiten, um der Gewalt gegen Kinder und ihrer sexuellen Ausbeutung wirkungsvoll zu begegnen. Die Polizei hilft dabei sexuellen Missbrauch an Kindern zu beenden.
  • Kinder sollen im Alltag Respekt erfahren und Selbstvertrauen entwickeln. Erfahrungsgemäß sprechen Täter bevorzugt unsicher und unselbständig wirkende Kinder an.

 

Die Kampagne Missbrauch verhindern! zeigt Erwachsenen fünf Schritte, um Kinder zu schützen: 

  1. Schützen Sie Kinder durch Ihr Wissen. Informieren Sie sich über Fakten und Risiken – Unkenntnis begünstigt Missbrauch.
  2. Schützen Sie Kinder durch Ihre Offenheit. Machen Sie Missbrauch nicht zum Tabuthema – damit helfen Sie Opfern, sich anzuvertrauen.
  3. Schützen Sie Kinder durch Ihre Aufmerksamkeit. Oft gibt es Signale für Missbrauch - seien Sie aufmerksam.
  4. Schützen Sie Kinder durch Ihr Vertrauen. Vertrauen Sie den Aussagen von Kindern. Kinder erfinden selten eine an Ihnen begangene Straftat.
  5. Schützen Sie Kinder durch Ihr Handeln. Kümmern Sie sich um betroffene Kinder, holen Sie sich Hilfe und erstatten Sie Anzeige. Kinder können den sexuellen Missbrauch nicht beenden, sie brauchen die Hilfe von Erwachsenen.

 

So stärken Sie Ihre Kinder

Dein Körper gehört Dir!

Wenn Berührungen für Dich blöd oder komisch sind, dann darfst Du „nein“ sagen, denn niemand hat das Recht, Dich gegen Deinen Willen anzufassen.

 

Trau Deinem Gefühl!

Wenn jemand Dir schlechte Gefühle macht, dann darfst Du Dich wehren. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse! Schlechte Geheimnisse werden Dir aufgezwungen und sind eigentlich gar keine Geheimnisse. Du darfst sie weitersagen. Das ist kein Petzen. Und die angedrohten Folgen musst Du nicht fürchten.

 

Du darfst "nein" sagen!

Auch Erwachsene machen manchmal Blödsinn und verlangen von Kindern etwas, das Kindern Angst macht, ihnen weh tut oder ganz komische Gefühle macht. Dann dürfen Kinder „nein“ sagen und brauchen das nicht zu machen.

 

Du darfst Dir Hilfe holen!

Manchmal ist es zu schwer, sich alleine zu wehren. Dann dürfen Mädchen und Jungen sich Hilfe holen. Manchmal willst Du Deiner Mutter oder Deinem Vater nicht alles sagen, deshalb ist es wichtig, dass Du Dir überlegst, welche anderen Kinder oder auch Erwachsenen zu Dir halten werden, wenn Du Hilfe brauchst. Wende Dich an sie und vertraue Dich ihnen an. Mehr Tipps für Kinder und Erwachsene gibt die Kampagne "Missbrauch verhindern!"

Medien zum Thema

Missbrauch verhindern!
Plakat, 2er-Plakatsatz, A2

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Missbrauch verhindern!
Broschüre, 56 Seiten, A5

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Internetauftritt der Kampagne "Missbrauch verhindern"

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