Außenanlagen und Umgebung

Sozialkontrolle ist wichtig

Wichtigste Voraussetzung dafür, dass Menschen sich sicher fühlen, ist das Empfinden, nicht allein zu sein und nötigenfalls jederzeit Hilfe holen zu können. Eine wirksame Sozialkontrolle bedeutet daher zu jeder Tages- und Jahreszeit die Möglichkeit der Hör- und Sichtweite zum Straßenverkehr bzw. zur nächsten bewohnten Einrichtung oder Anlage. Das mittelbare und unmittelbare Umfeld sollte, neben den oben genannten Anforderungen, überschaubar und ohne Sichtbarrieren gestaltet sein und über eine ausreichende Beleuchtung verfügen.

Eine weitläufige, dicht bepflanzte und schlecht gepflegte Anlage ist genauso zu vermeiden wie enge und unübersichtliche Wegeführungen oder größere Schatten- oder Dunkelzonen. Eine stetige Pflege und Instandhaltung der Anlage und des Umfelds signalisiert Kontrolle und beugt Ordnungsstörungen vor, was wiederum das Sicherheitsempfinden positiv beeinflusst.

Das deutliche Abgrenzen des Grundstücks zum öffentlichen Raum entspricht der Forderung nach einem geschützten Raum, verstärkt das Gefühl für Eigentum und setzt eine psychologische Barriere für das Betreten durch Unbefugte. Wenn möglich und erwünscht, sollten daher zum Beispiel Zäune oder Hecken als Einfriedung eingeplant werden.

Um zu verhindern, dass sich Personen außerhalb der Betriebszeiten im Bereich der Außenanlage aufhalten, sollten das Mobiliar sowie die Gestaltungselemente des Außengeländes lediglich ein kurzfristiges Verweilen zulassen. Solitär gestaltete und angeordnete Metallgitter-Einzelsitze sind daher Bänken oder Sitzmauern vorzuziehen. Eventuell kann eine separate Einzäunung bestimmter Bereiche die Maßnahmen unterstützen.

Kfz- und Fahrradabstellflächen sind gebäudenah, gut sichtbar und ausgeleuchtet einzuplanen. Eventuell sollte die Möglichkeit einer technischen oder einfachen personellen Überwachung bestehen.

Bei Schulen sollte die Einrichtung einer An- und Abfahrtszone – auch aus Gründen der Inklusion - geprüft werden. Ein sicherer Schulweg beinhaltet die Situation am Schulgebäude.  

 

Exemplarische Leitfragen:

  • Werden bei den Planungen Möglichkeiten zur Notfallhilfe berücksichtigt? Ist insbesondere eine Übersichtlichkeit und Einsehbarkeit gewährleistet?
  • Ist eine ständige Pflege und Instandhaltung zur Verhinderung von Sachbeschädigung und Verschmutzung eingeplant?
  • Werden die Abstellflächen der Fortbewegungsmittel gebäudenah, gut ausgeleuchtet und einsehbar konzipiert? Evtl. kameraüberwacht?
  • Sind Einfriedungsmaßnahmen für das Schulgelände geplant?
  • Sind Maßnahmen zur Verhinderung von problematischen Aufenthaltssituationen vorgesehen?
  • Ist eine so genannte „Drop-on-off-Zone“ eingeplant?