Parkraum, Parkhaus und Tiefgarage

Übersichtliche und transparente Gestaltung

Tiefgaragen sind neben Parkhäusern und Stellplätzen im Freien unerlässliche Bestandteile einer innerstädtischen Infrastruktur. Bauartbedingt sind Tiefgaragen von außen meist weder über- noch einsehbar. Ziel ist, das Sicherheitsgefühl der Nutzer von Tiefgaragen zu verbessern sowie keine Tatgelegenheiten für potenzielle Täter zu schaffen. Dies kann durch die selektive Kombination einer Vielzahl von Maßnahmen erreicht werden:

In Parkhäusern ist eine helle und konstante Beleuchtung in allen Bereichen von besonderer Bedeutung. Eine durchbrochene Fassade verbessert durch einfallendes Tageslicht nicht nur die Beleuchtungssituation, sondern ermöglicht durch die Einsehbarkeit auch eine soziale Kontrolle von außen. In Zonen, in die Tageslicht einfällt, ist dennoch ein zeitgerechtes Zuschalten von Kunstlicht durch Bewegungsmelder zu gewährleisten. Unverzichtbar ist Dauerlicht in Zonen, die nicht ausreichend mit Tageslicht versorgt werden.

Das Stellplatzareal sollte übersichtlich gestaltet sein und möglichst keine dunklen Ecken und Nischen aufweisen. Keine oder zumindest vom Durchmesser her schmale Stützen und ein großzügiges Stützenraster sowie klein dimensionierte Träger verbessern die Übersicht und erhöhen das individuelle Sicherheitsempfinden. Aufgänge und Treppenhäuser sind möglichst transparent zu gestalten. Türen mit genügend großen Glasausschnitten verhindern, dass sich ein potenzieller Täter verstecken oder einer anderen Person dahinter „auflauern“ kann. Übersichtliche Kassenbereiche, z. B. mit Glasfronten zum Treppenhaus und Parkbereich, erhöhen zusätzlich die informelle Kontrolle in diesen Bereichen.

Wichtig ist, mit geeigneten Mitteln (Beschilderung, Wand- und Bodenmarkierungen, Farbleitsysteme etc. ) eine gute und schnelle Orientierung zu ermöglichen; dazu gehören auch von Weitem sichtbare und möglichst beleuchtete Hinweise auf Zu- und Ausgänge und ggf. Notausgänge.

Frauenparkplätze in günstiger Lage (Ein- und Ausfahrtsnähe, Nähe zu Treppenhäusern, möglichst in der Nähe des Tiefgaragen- oder Parkhauspersonals) wirken sich positiv auf das Sicherheitsgefühl von Frauen aus.  

 

Exemplarische Leitfragen:
  • Kann ich mich gut in der Örtlichkeit orientieren?
  • Gibt es Orte, die schlecht einsehbar oder dunkel sind? Wie kann dies geändert werden?
  • Gibt es Orte, an denen ich mich unsicher fühlen würde?
  • Ist die Zugänglichkeit für alle Nutzergruppen gleich?
  • Gibt es besondere Anforderungen zur Nachtzeit?
  • Kann die Sicherheitslage durch die Einrichtung von Notrufmöglichkeiten und/oder videoüberwachten Bereichen verbessert werden?