Schulen, Kitas und Jugendtreffs

Planung am praktischen Bedarf orientieren

Einbruchsdiebstähle und Sachbeschädigungen verursachen in Schulen und vielen anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit nachweislich Schäden sowie Unterrichts- bzw. Betriebsausfälle extrem hohen Ausmaßes. Der Grund liegt in der Tatgelegenheitsstruktur: Ein niedriges Entdeckungsrisiko nach Schul- bzw. Betriebsschluss korreliert mit bautechnisch bedingten Schwachstellen wie beispielsweise einer Vielzahl von leicht zu überwindenden Fenstern und Türen sowie einem hohen Tatanreiz aufgrund des potenziellen Stehlguts, wie beispielsweise eine hochwertige IT-Ausstattung.

 

Grundsätzliche Planungsempfehlungen

Die Forderung einer offen gestalteten, einladenden Atmosphäre muss mit dem Bedürfnis nach Sicherheit bzw. nach einem Schutzraum zum ungestörten Lernen und Spielen in Einklang gebracht werden. Empfohlen wird, einen „verteidigungsfähigen“ Raum zu schaffen. Um die Voraussetzung dafür - die Identifikation zwischen Nutzer und Bauwerk - herzustellen, muss mittels einer eng an den praktischen Bedarfen orientierten Planung das Gefühl für Verantwortlichkeit und Eigentum gestärkt werden. Die künftigen Nutzer sollten daher frühzeitig z.B. mittels Workshops in die Planungsprozesse eingebunden werden.

Bereits bei der Standortauswahl gilt der Grundsatz: Menschen fühlen sich in belebten Räumen sicherer - während Straftäter dies eher abschreckt. Es sollten daher keine Grundstücke in isolierten Lagen oder Randlagen, also Gebieten mit geringer Sozialkontrolle, ausgewählt werden. Das gilt auch für die Planung der Schulwege.

Weiterführende Informationen zur Planung finden Sie hier:

  • TR 14383 – 2 Vorbeugende Kriminalitätsbekämpfung - Stadt- und Gebäudeplanung - Teil 2: Stadtplanung, hier: Anhang D. 2 Schulen/Jugendeinrichtungen, Herausgeber: Europäisches Komitee für Normung (CEN)
  • Lebensraum Schule, 2015 Fraunhofer, IRB Verlag
  • DGUV – Sichere Schule
  • Technische Richtlinien und Vorgaben der Unfallkassen der Länder

Exemplarische Leitfragen:

  • Sind die allgemeinen Ursachen von „günstigen Tatgelegenheitssituationen“ bei der Planung der Einrichtung bekannt gewesen?
  • Ist der Begriff „Sozialkontrolle“ in seiner Bedeutung für die Kriminalitätsvorbeugung bekannt?
  • Ist die Bedeutung der Attraktivität des Planungsobjekts sowie der anzustrebenden Identifikation der Nutzer für die Kriminalprävention bekannt?
  • Werden dementsprechende Maßnahmen bereits bei der Planung durchgeführt?