Musik

Ködern mit Musik

Die linksextremistische Szene nutzt gezielt Musik, um Anhänger in ihren Ansichten zu stärken und neue Sympathisanten zu gewinnen. Häufig genutzte Musikstile sind HipHop, Punkrock oder Streetpunk.

In den Texten wird die Bundesrepublik Deutschland als Diktatur bzw. undemokratischer Überwachungsstaat dargestellt, ihre Repräsentanten - vor allem Polizeibeamte - entmenschlicht oder mit Vertretern und Vollstreckungsbeamten von Unrechtssystemen („Nazis“, „Stasi“ etc.) gleichgesetzt.

Einen bedeutenden Bestandteil der Liedtexte stellt auch die Verherrlichung von Gewalt dar. Mitunter wird zu Gewaltstraftaten gegenüber Polizisten, Rechtsextremisten, aber auch zu Straftaten bei Demonstrationen aufgerufen.

Ob extremistische Botschaften, die über Musik transportiert werden, tatsächlich einen Einfluss auf jugendliche Zuhörer haben, ist bislang nicht ausreichend erforscht. Von verschiedenen Seiten wurde jedoch belegt, dass das Hören von Szenemusik bei Jugendlichen das Zugehörigkeitsgefühl verstärken kann, wenn sie bereits in eine politische Richtung tendieren. Zudem kann es bei Personen, die bereits zu Gewalt neigen, die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung senken.

Verbreitet werden linksextremistische Liedtexte über Konzerte, Musikvertriebe und das Internet. Konzerte finden häufig in Szenetreffpunkten statt, so dass über die Musik erste Kontakte in die Szene geknüpft werden können. Zum Teil werden die Konzerte dazu genutzt, um für andere Veranstaltungen, Themen oder Anliegen zu werben bzw. Geld zu sammeln. Sogenannte „Soli-Konzerte“ können z.B. der Finanzierung von Prozesskosten oder Strafzahlungen dienen. Analog zur rechten Szene gibt es mittlerweile auch linksextremistische „Schulhof-CDs“, die kostenfrei an Jugendliche verteilt werden, um diese für die Szene anzuwerben.

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