Fakten

Time-Sharing

Seriöse und unseriöse Angebote

Timesharing ist ein Urlaubsmodell, von dem es zahlreiche Abwandlungen gibt. Das Grundmodell sieht folgendermaßen aus: Gegen Bezahlung erhält der Timesharing-Anteilseigner das Recht, für einen vorher bestimmten Zeitraum zu einer bestimmten Zeit im Jahr in einer bestimmten Immobilie (z. B. ein Appartement in einer Clubanlage) Urlaub zu machen.

Gleichzeitig wird man meist Mitglied in einer Tauschbörse, die gegen Gebühr den Tausch mit anderen Appartements ermöglicht. In der Regel hat jeder Timesharing-Anteilseigner also zwei Verträge: einen Nutzungsvertrag mit dem Eigentümer des Appartements und einen mit einer Tauschbörse, um seinen Urlaub flexibler gestalten zu können.

Neben den seriösen Anbietern von Timesharing tummeln sich in den Urlaubsorten auch Betrüger, die fehlende Information über rechtliche Bestimmungen im Urlaubsland und nicht zuletzt die gelöste Urlaubsstimmung der Opfer dazu nutzen, auf illegale Weise unter dem Mantel der Seriosität Geld zu machen.

 

Scheinbarer Erwerb von Urlaubsvergünstigungen

Im Zusammenhang mit Timesharing können betrügerische Verhaltensweisen wie beispielsweise beim Verkauf so genannter Holiday-Packs und Cashback-Zertifikate auftreten. Bei den Holiday-Packs bezahlt der Kunde oftmals für die bloße Mitgliedschaft in einem Ferienclub, die ihm die Möglichkeit sichern soll, günstiger Urlaub zu machen oder andere verbilligte Freizeitangebote zu erhalten (z. B. Golf spielen, Autos mieten). Tatsächlich erwirbt er meist für viel Geld statt eines Urlaubsanspruchs lediglich einen „Urlaubsbuchungsanspruch“ – womöglich gibt es den Club gar nicht oder/und die Angebote sind nicht verfügbar.
Um das Opfer zum Geschäftsabschluss zu verführen, wird ihm in vielen Fällen zusätzlich ein Cashback-Programm (Investment-Programm) verkauft. Der gezahlte „Kaufpreis“ für das Holiday-Pack soll angelegt und mit hoher Verzinsung nach mehreren Jahren zurückgezahlt werden. Damit wird beim Opfer der Eindruck erweckt, kein Risiko und keine Kosten einzugehen. Tatsächlich gibt es meist keine Geldanlage. Da die Auszahlung in der Regel nach 35 Monaten erfolgen soll, fühlen sich die Opfer bis dahin nicht geschädigt und die Täter haben genügend Zeit, sich mit dem Geld aus dem Staub zu machen.

Die Opfer werden meist auf der Straße angesprochen. Unter einem Vorwand (z. B. gewonnenen Preis abholen, Hotelanlage ansehen) werden sie dann an einen anderen Ort gebracht. Dort werden sie – oft unter Einfluss von alkoholischen Getränken – von skrupellosen Verkäufern „bearbeitet“ und regelrecht unter Druck gesetzt, bis sie eine Vertragsunterschrift und noch vor Ort eine Vorauszahlung leisten. Die Verträge sind umfangreich, kompliziert und schränken die Rechte des Opfers so weit wie möglich ein.

 

Wiederverkauf von Timesharing-Anteilen

Auch wenn es häufig anders dargestellt wird, gestaltet sich der Verkauf eines Timesharing-Anteiles oft außerordentlich schwierig. Der „gebrauchte“ Anteil konkurriert mit immer neuen Anteilen anderer Clubs. Genau hier setzen Betrüger an, die vorgeben, den Timesharing-Anteil verkaufen zu können.

Timesharing-Anteilsinhaber werden meist unaufgefordert angerufen. Der Anrufer gibt vor, einen Käufer für den Anteil zu haben, der bereit sei, einen hohen Betrag zu zahlen. Zur Abwicklung des Geschäftes seien jedoch Gebühren beispielsweise für Notare, Grundbucheintragungen, Steuernachzahlungen im Voraus zu entrichten. Der Timesharing-Anteilseigner zahlt, solange sein Vertrauen reicht; ein Verkauf kommt jedoch nie zustande.

Medien zum Thema

Langfinger machen niemals Urlaub!
Faltblatt, 16 Seiten, DIN-lang

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