Gestaltung der Gebäude

Das Wohnumfeld strukturieren

Ein wesentliches Merkmal der kriminalpräventiven Siedlungsgestaltung betrifft die Stellung der Gebäude auf dem Grundstück und in der Straße: Durch die Nähe der Wohnhäuser untereinander wird einerseits eine natürliche soziale Kontrolle gefördert. Andererseits ist es wichtig, dass die Gebäude konsequent zur Straße hin ausgerichtet werden. Die Anordnung der Fenster von Wohnräumen zu Straßen und Fußwegen geben einem Haus „Augen“, weil alle Ereignisse im öffentlichen Raum wahrgenommen werden können. Die Sichtbeziehungen aus den Fenstern regen die gegenseitige Aufmerksamkeit an.

Zäune, Mauern, Hecken und andere Grenzmarkierungen strukturieren das Wohnumfeld und zeigen an, wo welches Verhalten möglich und auch gewünscht ist (öffentlicher, halböffentlicher, privater Raum). Sie dürfen jedoch keine unübersichtlichen Nischen mit Versteckmöglichkeiten erzeugen.

Kontrollierte Zugänge auf das Grundstück und in das Haus besitzen einen hohen Stellenwert für das sichere Wohnen. Über eine (Video-) Sprechanlage kann beispielsweise frühzeitig festgestellt werden, wer Einlass begehrt.

Die Erschwerung des unkontrollierten Zugangs unterstützt einen wirkungsvollen Schutz gegen den Einbruch in den privaten Bereich. Gefährdet sind insbesondere nicht einsehbare Bereiche wie z.B. rückwärtige Terrassen- und Balkontüren, aber auch Fenster und Haus- bzw. Wohnungseingangstüren. Technische Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit von Wohnräumen setzen daher an der mechanischen Sicherung von Außentüren und Fenstern an. Nähere Informationen finden Sie unter www.k-einbruch.de.   

 

Staatliche Förderung von Einbruchschutz

Seit Juni 2014 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) im Rahmen bestehender KFW-Produkte zur Barrierereduzierung und zur energetischen Sanierung auch bauliche Maßnahmen zum Einbruchschutz in bestehenden Wohngebäuden. Detaillierte Informationen zu den Fördermöglichkeiten und Bedingungen gibt es unter www.k-einbruch.de/foerderung sowie auf der Homepage der KFW-Bank.

Zur Beurteilung der Gebäude und Freiflächen werden in den folgenden Abschnitten exemplarische Leitfragen für die jeweiligen Gestaltungsaspekte aufgeführt.  

 

Exemplarische Leitfragen:

  • Werden durch die räumliche Anordnung der Gebäude und die Gestaltung der Freiflächen auf den Grundstücken Sichtbeziehungen in die Wohnumgebung gefördert und Sichteinschränkungen vermieden?
  • Sind die Haus-/Wohnungsfenster auf den (halb-) öffentlichen Raum und auf die Straße ausgerichtet?
  • Sind auch rückseitige Wege vom Wohngebäude einsichtig?
  • Werden die Grenzen des Grundstücks und der Nutzungsflächen sichtbar durch Zäune, Hecken u.ä. markiert, ohne die Sichtbeziehungen in der Nachbarschaft und im Quartier einzuschränken?
  • Sind die Wege auf dem Grundstück zum Hauseingang gut einsehbar und so beschildert, dass Besucher sich schnell zurechtfinden können?