Tipps für Pädagogen

Eine freiheitlich demokratische Haltung vermitteln

Was kann und soll Schule machen?

Viele Lehrer fragen sich, ob sie sich als Lehrkraft in der Schule überhaupt politisch äußern dürfen. Lehrer sind zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet, sie dürfen somit keine Werbung für die Programme oder Standpunkte einzelner Parteien machen. Gleichzeitig beinhaltet der Erziehungsauftrag, dass den Schülern eine freiheitlich demokratische Haltung vermittelt werden soll. Somit ist der Lehrer verpflichtet, auf Entwicklungen, die außerhalb unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen, zu reagieren.  

Die folgenden Präventionstipps zeigen, wie Sie mit dem Thema an Ihrer Schule oder pädagogischen Einrichtungen umgehen können:

  • Implementieren Sie ein effektives Gewaltpräventionsprogramm an Ihrer Schule. Eine Auswahl für bestehende Gewaltpräventionsprogramme und Demokratiekonzepte für Schulen finden Sie unter den Punkt "Präventionsangebote –Grüne Liste".
  • Die Themen Gewalt, Fremdenhass, Nationalität oder Heimatbewusstsein sollten nicht nur im Politikunterricht behandelt werden. Auch in Deutsch, Sozialkunde, Ethik (Religion) oder Geschichte gibt es Ansatzpunkte – unabhängig vom konkreten Lehrplanbezug – mit den Schülern gemeinsam ins präventiv orientierte Gespräch zu kommen.
  • Fördern Sie eine aktive Beteiligung der Eltern in Bezug auf die Grundbotschaft "Gewalt wird bei uns nicht akzeptiert“. Laden Sie beispielsweise zu Informationsveranstaltungen oder Elternabenden ein.
  • Infomieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Erkennungsmerkmale des Rechtsextremismus und Unterwanderungsstrategien von Rechtsextremen (auch an Schulen oder Sportvereinen). Kleidung, Stile, Marken und Zeichen unterliegen einem permanenten Wandel. Nehmen Sie an Fortbildungsveranstaltungen teil. Das Problem des Rechtsextremismus an Schulen ist aktueller als je zuvor. Suchen Sie sich geeignete Referenten und veranstalten Sie eine interne Fortbildung für das gesamte Schulkollegium an Ihrer Schule. Die Polizei kann hierbei ein kompetenter regional informierter Ansprechpartner sein.
  • Jede Schule sollte einen Verhaltenskodex in die Schulordnung integrieren. Setzen Sie sich dafür ein, dass zum Schuljahresbeginn eine geeignete Schulordnung mit klaren Regeln gegen Gewalt und Diskriminierung erstellt wird. Hierbei sollten Sie mit dem Elternrat und Schülerrat zusammenarbeiten. Es ist darauf zu achten, dass von jedem Lehrer und Schüler diese Schulordnung akzeptiert und ebenso "vorgelebt" wird. 
  • Es sollten Erprobungsfelder politischer Mitbestimmung für Jugendliche an Schulen geschaffen werden. Angebote zu Integrationsprojekten für Schulen finden Sie zum Beispiel auf den Seiten der Landeszentrale für politische Bildung Ihres Bundelandes sowie auf des "Deutschen Bildungsservers".
  • Sprechen Sie bei rechtsextremen Vorfällen (z. B. Androhung von Gewalt, Körperverletzungen, Propagandadelikte) an Ihrer Schule mit den Schülern, um die verletzte Norm zu verdeutlichen. Führen Sie Elterngespräche, um gemeinsame Lösungsansätze zu erarbeiten. Zeigen Sie den Vorfall gegebenenfalls bei der Polizei an.
  • Grundsätzlich ist zu beachten, dass schulische Projekte nicht "aufgesetzt" wirken und von Schülern als lästige "Pflicht" wahrgenommen werden. Hier ist eine frühe Einbindung der Schülervertreter wichtig, Schule soll im Alltag von den Schülern als demokratische Institution wahrgenommen werden, die mitgestaltet werden kann.

Medien zum Thema

Medien zu politisch motivierte Kriminalität

Mehr