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Zahlen und die Tricks der Täter

Aktuelle Zahlen und Daten sowie wichtige Hintergrundinformationen Ihrer Polizei.

Der Schaden ist groß

Jedes Jahr entstehen der EU-Transportwirtschaft durch Diebstahl von Lkw und / oder ihrer Ladung Schäden von mehr als 8,5 Milliarden Euro - so das Ergebnis einer mehr als hundertseitigen Studie, die der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments (EP) bei der niederländischen Consulting-Firma NEA in Auftrag gab und die Anfang Mai 2007 in Brüssel in einer ersten Version vorgestellt wurde.

Mit einer Verlustsumme an Waren in Höhe von 1,53 Milliarden Euro steht Deutschland inzwischen europaweit auf Platz zwei. Schäden entstehen jedoch nicht nur durch den Verlust der Ware, sondern auch durch Betriebsstörungen, Produktionsausfälle oder Auftragsstornierungen wegen der Nichtverfügbarkeit der Ladung am eigentlichen Bestimmungsort, insbesondere bei Just-in-time-Steuerung, Wettbewerbsverzerrungen, wenn ganze Ladungen als „Sonderangebote“ in den legalen Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden, Imageverlust der Lieferanten durch Lieferverzögerung und Erhöhung von Versicherungsprämien.

 

Die Tricks der Täter

  • Kurz vor dem eigentlichen Ziel wird der Fahrer von Männern in Arbeitskleidung des zu beliefernden Unternehmens oder von Sicherheitswesten-Trägern abgefangen und gebeten, sich auszuweisen. Ihm wird gesagt, dass die Ware an der Lieferadresse nicht angenommen werden kann und zu einer anderen Adresse gefahren werden soll.
  • Dem Fahrer wird erklärt, dass zurzeit keine Laderampe frei sei und die Ladung gleich auf einen anderen Lkw umgeladen werden  müsse, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden. Für den Fahrer verlockend: Er wird die Ware sofort los und erspart sich Wartezeiten. Durch diese Fehlinformation haben die Diebe dann freie Hand.
  • Das Aufschlitzen / Öffnen von Planen, um Ladegut zu stehlen, erfolgt häufig bei unbewachten Fahrzeugen, zum Beispiel auf Rastanlagen, wenn der Fahrer nicht am Fahrzeug ist oder in der Kabine schläft.
  • Der Fahrer wird von einem ihn überholenden Fahrzeug aus auf einen vermeintlichen Schaden am eigenen Lkw aufmerksam gemacht. Nach dem Stopp des Lkw wird Gewalt gegen den Fahrer ausgeübt.
  • Neu ist das Phänomen „Truck Robbery“. Betroffen sind hauptsächlich Lkw von Paketdiensten. Während der nächtlichen Fahrt auf Autobahnen, vorwiegend in Baustellenbereichen, werden Ladeflächen von hinten heraus teilweise ausgeräumt.
  • Immer häufiger nutzen gut organisierte kriminelle Banden die Anonymität des Internets aus. Mit gefälschten Identitäten und Konzessionen geben sich Betrüger in Frachtenbörsen als seriöse Unternehmer aus.

Medien zum Thema

Ladungssicherheit
Informationsblatt, 2 Seiten, A4

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