Was tun bei Verdacht?

Empfehlungen für Eltern, Bezugspersonen und Betroffene

Erfahren Sie hier, wie Sie zeitnah handeln können und was zu tun ist.

  • Nehmen Sie die Schilderungen des Kindes ernst! Sagen Sie dem Kind, dass Sie ihm glauben!
  • Versuchen Sie Ruhe zu bewahren – auch wenn Ihnen dies schwerfällt! Durch extreme Gefühlsausbrüche kann das Kind erschreckt und zum Schweigen gebracht werden.
  • Lassen Sie das betroffene Kind nur so viel erzählen, wie es will! Fragen Sie es keinesfalls aus!
  • Vermeiden Sie weitere Schuldzuweisungen an das betroffene Kind, wie z. B.: „Warum hast du mir bisher nichts erzählt?“
  • Bringen Sie deutlich zum Ausdruck, dass die Verantwortung für die Übergriffe bei der Täterin oder beim Täter und nicht bei dem betroffenen Mädchen oder Jungen liegt!
  • Überlegen Sie in Ruhe, wie Sie das Mädchen oder den Jungen vor der verdächtigen Person und vor weiteren Missbrauchshandlungen schützen können! Holen Sie sich dafür Rat und Hilfe bei spezialisierten Beratungseinrichtungen!
  • Erklären Sie dem Kind, was Sie tun werden! Versprechen Sie jedoch Nichts, was Sie nicht halten können!
  • Bei akuter Bedrohung, wählen Sie 110! Die Polizei wird alles Erforderliche tun, um Sie und das Kind zu schützen.
  • Zeigen Sie die Straftat bei der Polizei an. Eine Strafanzeige können Sie bei jeder Polizeidienststelle erstatten.
  • Die Polizei wird ein Ermittlungsverfahren gegen die Tatverdächtige bzw. den Tatverdächtigen einleiten.

    • Grundsätzlich kann die Anzeige bei jeder Polizeidienststelle erfolgen. Die Anzeige wird in der Regel an die kriminalpolizeiliche Fachdienststelle weitergeleitet. Sie können sich aber auch direkt an eine derartige Stelle wenden, da man dort die spezifischen Belange minderjähriger Opfer kennt und die Anhörung des Opfers kindgerecht erfolgen kann.
    • Auf jeden Fall sollte eine mehrfache Befragung des Kindes vermieden werden, damit es nicht zu stark psychisch belastet wird. Deshalb werden bei minderjährigen Opfern die Aussagen häufig auf Video aufgenommen. Erkundigen Sie sich danach!
    • Gerade bei jüngeren Kindern ist es wichtig, dass die Vernehmung möglichst bald nach der Tat stattfindet. Dann können sich die Betroffenen besser erinnern und die Täterin bzw. der Täter hat weniger Zeit, das Opfer zu beeinflussen.
    • Manchmal ist es vorteilhaft, wenn eine andere Vertrauensperson als die Eltern bei der Befragung des Opfers anwesend ist. So kann vermieden werden, dass Kinder aus Scham wichtige Details verschweigen.
    • Versucht die Täterin oder der Täter die Aussage des Kindes z. B. durch Drohung zu beeinflussen, teilen Sie das bitte unverzüglich der ermittelnden Polizeidienststelle mit.
    • Stellen Sie die Tatverdächtige bzw. den Tatverdächtigen generell nicht selbst zur Rede. Überlassen Sie dies der Polizei!
    • Auch wenn ein sexueller Missbrauch schon länger zurückliegt, können Betroffene ihn immer noch bei der Polizei anzeigen! Solche Straftaten verjähren erst nach vielen Jahren.