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Programm Polizeiliche
Kriminalprävention der
Länder und des
Bundes (ProPK)

ProPK - Ihre "Drehscheibe" länderübergreifender Präventionsarbeit

Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt seit mehr als 40 Jahren das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufzuklären. Dies geschieht unter anderem durch kriminalpräventive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und Konzepten, welche die örtlichen Polizeidienststellen in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.

ProPK im Jahr 2012 das sind nicht nur über vier Jahrzehnte intensive Vorbeugungsarbeit der Polizei, sondern auch die 100. Sitzung unserer Projektleitung und 15 Jahre Zentrale Geschäftsstelle in Stuttgart-Bad Cannstatt. Begonnen hatte alles allerdings viel früher.

Die Anfänge des ProPK

Die ersten Beratungsstellen zum Schutz gegen Einbruch und Diebstahl gab es bereits 1921 in Berlin, und auch aus den folgenden Jahrzehnten ist eine ganze Reihe von kommunalen oder regionalen Vorbeugungsaktivitäten bekannt. Richtig methodisch wurde der Gedanke der aufklärenden Vorbeugung jedoch erst 1964 vom Bayerischen Landeskriminalamt begonnen: Mit Plakaten, Faltblättern, Presseveröffentlichungen sowie Sendungen in Funk und Fernsehen wurden der Bevölkerung Tipps gegeben, wie sie sich vor Eigentumsdelikten und anderen Straftaten schützen kann.

Diese Idee griffen in der Folge auch die anderen Bundesländer auf und so beschloss die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Landeskriminalämter mit dem Bundeskriminalamt die Aktion möglichst bundesweit zu übernehmen. Das so genannte Kriminalpolizeiliche Vorbeugungsprogramm (KPVP), der Vorgänger des heutigen ProPK, wurde ins Leben gerufen. Zunächst bildete sich ein ständiges Redaktionskomitee aus fünf Bundesländern und dem Bundeskriminalamt, den Vorsitz übernahm zunächst das Bayerische LKA. Ab 1970 waren alle Bundesländer vertreten. Schnell stellten sich Erfolge ein, denn Vorbeugungsempfehlungen gegen Diebstahl, Einbruch und Gewalt wurden von der Bevölkerung mit viel Interesse aufgenommen.

Plakate, Faltblätter, aber auch Pressearbeit bei Funk und Fernsehen gehörten von Beginn an zum Standard der Polizeilichen Kriminalprävention. Der Slogan "Die Kriminalpolizei rät" wurde in den Gründerjahren und noch Jahrzehnte darüber hinaus zum Programm.

Mit den Jahren wuchsen auch die Aufgaben des Kriminalpolizeilichen Vorbeugungs-programms. Das Redaktionskomitee bekam strategische Verstärkung. 1972 beschloss die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) eine Projektleitung für das KPVP einzurichten. Sie hatte die Aufgabe, das Kriminalpolizeiliche Vorbeugungsprogramm finanziell auf eine sichere Basis zu stellen. Das gelang durch ein Finanzierungsabkommen zwischen allen Ländern und dem Bund. Bis heute wird das Programm, wenn auch unter anderem Namen, solidarisch von allen Bundesländern und dem Bund finanziell getragen.

Eine grundlegende Veränderung des Kriminalpolizeilichen Vorbeugungsprogramms vollzog sich im Jahr 1997. Um die Präventionsarbeit besser zu koordinieren und Kräfte zu bündeln, wurden die Projektleitung als strategisches Gremium und eine Kommission Polizeiliche Kriminalprävention (in der alle Bundesländer und der Bund vertreten sind) gebildet und eine Zentrale Geschäftsstelle in Stuttgart eingerichtet. Sie führt bis heute die Geschäfte der beiden zuständigen Gremien, der Projektleitung und der Kommission. Im Zuge dessen wurde aus KPVP das ProPK, also das heutige Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Die Projektleitung traf sich zu Beginn mehrmals, später zweimal pro Jahr, so dass sie 2012 ihre 100. Sitzung gemeinsam mit der Kommission im Bundesrat in Berlin, der Wiege unseres föderalistischen Systems, feierlich begehen konnte. Hierbei betonte die bundesweit anerkannte Kriminologin, Frau Dr. Wiebke Steffen, als Gastrednerin die hohe Bedeutung der polizeilichen Kriminalprävention. Prävention sei zum einen im innerpolizeilichen Aufgabenspektrum Kernaufgabe der Polizei und habe zum anderen Motorfunktion in einem gesamtgesellschaftlichen Gefüge, das diesen Teil der Arbeit der Polizei immer mehr unterstützt, deren Sinnhaftigkeit erkennt und als Aufgabe begreift, die man nicht nur der Polizei überlassen darf.

Seit nunmehr 15 Jahren werden von der Zentralen Geschäftstelle aus alle bundesweiten Aktivitäten der Polizeilichen Kriminalprävention initiiert. Nach wie vor zahlt sich in der Präventionsarbeit aber eines am meisten aus: die Solidargemeinschaft aus Bund und Ländern. Weil alle an einem Strang ziehen und gemeinsame Lösungen für die Kriminalitätsprobleme von heute suchen, kann ProPK von den Erfolgen der Vergangenheit auch in der Zukunft profitieren. Es ist der Anspruch an die Vorbeugungsarbeit, der alle Akteure vereint: Wir wollen, dass Sie sicher leben.


Was versteht man unter Polizeilicher Kriminalprävention?

Sicherheit gehört zu den essentiellen Grundbedürfnissen des Menschen und ist ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität. Einen grundlegenden Beitrag zur Stärkung der Sicherheit beziehungsweise des Sicherheitsgefühls kann in diesem Zusammenhang die Kriminalprävention leisten. Sie umfasst alle staatlichen und privaten Programme und Maßnahmen, die Kriminalität als gesellschaftliches Phänomen oder auch als individuelles Ereignis verhüten, vermindern beziehungsweise in ihren Folgen gering halten sollen.

Kriminalprävention versteht sich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ihr gerecht zu werden, ist nur auf dem Wege einer nachhaltig wirkenden Strategie und eines übergreifenden, integrativen Gesamtkonzeptes möglich. In dessen Verantwortung einbezogen werden sollten neben der Polizei und der Politik auch andere staatliche und nichtstaatliche Stellen wie die Wirtschaft, die Medien und - nicht zuletzt - natürlich auch die Bevölkerung selbst.

Eine wirksame Präventionsarbeit erweist sich mehr und mehr auch als entscheidender Standortfaktor. Wie die Erfahrung zeigt, ist Sicherheit eine unerlässliche Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität. Durch Kooperation auf allen gesellschaftlichen Ebenen trägt Kriminalprävention ganz wesentlich zur Entstehung eines Klimas von Selbstbewusstsein, Toleranz und Solidarität bei, aus dem heraus - auch im ökonomischen Sinne - Sicherheit erwachsen kann.


Für die Arbeit des ProPK sind zwei Grundsatzpapiere maßgebend:

Das Rahmenkonzept

Im Rahmenkonzept ist festgelegt, wie das Programm Polizeiliche Kriminalprävention zentral gesteuerte kriminalpräventive Kommunikation betreiben soll. Diese Kommunikation richtet sich nach innen und nach außen. Die Kommunikation nach innen richtet sich an die Polizeibehörden bundesweit, um diese über die Themen der Polizeilichen Kriminalprävention zu informieren.

Im Rahmen der nach außen gerichteten kriminalpräventiven Kommunikation sind folgende Aufgaben zu erfüllen:

  1. Unterstützung der örtlichen Polizeibehörden:
    - bei ihrer Beratung unmittelbar Beteiligter durch die Bereitstellung beratungsunterstützender Medien.
    - bei ihrer Zusammenarbeit mit Multiplikatoren durch die Bereitstellung von Medien, die spezifische Probleme zielgruppenorientiert aufarbeiten.
    - bei ihrer Zusammenarbeit mit Verantwortungsträgern durch die Bereitstellung von Werbe- und Informationsträgern.
    - bei einer professionellen Medien- und Pressearbeit.
  2. Eigenständige kriminalpräventive Werbung, welche die Identifikation mit grundgesetzlich verankerten Werten fördern soll.
  3. Medienarbeit mit Redaktionen von bundesweiter Bedeutung.

Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK) kann nicht in eigener Entscheidung Maßnahmen zur Beratung unmittelbar Beteiligter treffen. Hierfür sind die örtlichen Polizeidienststellen und Behörden selbst zuständig, weil der deliktsspezifische Bedarf in jeder Behörde zu jeder Zeit ein anderer ist. Das ProPK konzentriert sich vielmehr auf die Unterstützung dieser Bemühungen - mit dem Ziel, den Behörden Materialien zur Verfügung zu stellen, die sie in die Lage versetzen, ihre Aufgaben besser zu erfüllen.

Das Kommunikationskonzept

Das Kommunikationskonzept begreift sich als eine aus dem Rahmenkonzept abgeleitete Werbestrategie, die festlegt, wie die kriminalpräventive Kommunikationsarbeit des ProPK durchgeführt werden soll.

Im Wege der nachfrageorientierten Kommunikation erhebt die Polizei durch Marktforschung empirische Daten über die Interessenlage der Bürgerinnen und Bürger sowie der polizeilichen Basis. Unsere bürger-, zielgruppen- und problemlösungsorientierte Kommunikation ist langfristig angelegt. Dadurch wollen wir jedem Problem innerhalb unserer Aufgaben entsprechend effizient und nachhaltig begegnen – damit unser Programm, unsere Medien und unsere Aktionen in der Bevölkerung angenommen werden und so zur Verhinderung von Straftaten beitragen.

Diese bürger-, zielgruppen- und problemlösungsorientierte Kommunikation ist langfristig und dialogorientiert angelegt. Überdies birgt sie einen Dreifach-Vorteil in sich: mehr Effektivität, mehr Effizienz und höhere Chancen auf größere Akzeptanz innerhalb und außerhalb der Polizei.