Besondere Herausforderungen

Sauberkeit und Ordnung sind Teil der öffentlichen Sicherheit

Beleuchtung

Voraussetzung für die sichere Nutzung von öffentlichen Räumen zu allen Tages- und Nachtzeiten ist eine ausreichende Beleuchtung. Unter Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten sollte daher ein Lichtraum geschaffen werden, der die DIN EN 13201 berücksichtigt.

 

Sauberkeit und Beschädigungen

So wie Verwahrlosung die objektive und subjektive Sicherheit negativ beeinflusst, sind Sauberkeit und Ordnung ein Teil der öffentlichen Sicherheit und haben direkte Auswirkungen vor allem auf das Sicherheitsgefühl. Pflegeleichte Materialien und eine regelmäßige Reinigung sind deshalb sicherheitsrelevante Aspekte. Die Verwendung vandalismusresistenter Materialen (Verarbeitung, Befestigung, Oberfläche) erhöht den Schutz gegen Beschädigungen. Auch in Hinblick auf die Wandgestaltung sollten Materialien genutzt werden, die eine einfache Beseitigung von Graffiti ermöglichen oder zum Besprühen ungeeignet sind. Oft hilft auch ein Begrünen der Wand oder das Aufbringen eines „legalen“ Graffito oder einer anderen kreativen Gestaltung. An besonders gefährdeten Orten kann die Installation und Ausweisung von Notrufeinrichtungen und Rettungswegen sinnvoll sein.

Generell gilt es, die Balance zwischen Sicherheit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu finden.

Zufahrtsschutz

Nach den Anschlägen, die in den vergangenen Jahren  mit Fahrzeugen im öffentlichen Raum verübt wurden,  rückt die Frage nach einem geeigneten Schutz von gefährdeten Orten immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Einige Kommunen haben bereits temporäre, mobile Lösungen im Stadtraum platziert, um Sicherheit zu gewährleisten. Welchen Schutz diese Maßnahmen tatsächlich bieten, beruht jedoch oftmals auf Vermutungen und lässt die Gefahren, die diese eventuell bergen, außen vor. Insbesondere an Orten, die wiederkehrend oder dauerhaft gefährdet sind, sind daher langfristig andere Lösungen erforderlich.

Ziel muss  hierbei sein, dass die offene Stadt als Lebensraum für eine freie Gesellschaft bewahrt wird. Schutzmaßnahmen sollten daher gezielt in das Stadtbild eingebettet werden, zusätzliche Barrieren sollten den Stadtraum nicht so eingrenzen, dass neue Probleme entstehen. Dies lässt sich beispielsweise dadurch erreichen, dass Stadtmöbel wie Bushaltestellen, Sitzmöglichkeiten oder Hinweisschilder so konzipiert werden, dass sie einen definierten Zufahrtsschutz gewährleisten. In der Regel sind hierzu individuelle Lösungen zu finden. Für die nötige Dimensionierung des Zufahrtsschutzes ist neben dem Gewicht des potenziellen Angriffsfahrzeuges die Geschwindigkeit besonders entscheidend, mit der dieses auf den Zufahrtsschutz trifft. Mögliche Zufahrtswege sollten baulich so gestaltet werden, dass sich die Geschwindigkeit des Angriffsfahrzeugs verringert und dadurch auch  die Geschwindigkeit beim Aufprall reduziert ist. Dies verringert den nötigen Widerstandswert des Zufahrtsschutzes und damit die zu erbringenden baulichen Maßnahmen erheblich. 

Eine deutsche Norm, die bei der Verwendung von Elementen wie beispielsweise Pollern eine Einhaltung bestimmter Qualitätskriterien sicherstellt, gibt es derzeit nicht. Orientierung bieten hier internationale Normen wie die IWA 14-I, PAS 68 oder ASTM F2656. Sie entsprechen den interantional anerkannten Regeln der Technik, die auch in Deutschland Gültigkeit haben. Produkte, die nach diesen Normen geprüft wurden, sind am Markt verfügbar. Um die verschiedenen Produkte vergleichen zu können, ist auf die entsprechenden Prüfinhalte zu achten:

  • Mit welchem Fahrzeuggewicht und welcher Geschwindigkeit wurde getestet?
  • Konnte das Fahrzeug im Text die Schutzbarriere überwinden/durchbrechen und wie ist der Fahrzeugzustand nach dem Aufprall (fahrtüchtig/fahruntüchtig?)
  • Welche Eindringtiefe des Testfahrzeuges und Streuung von Bruchteilen hatte der Test zum Ergebnis und welche Konsequenzen ergeben sich dadurch für den Gefahrenbereich unmittelbar hinter dem Zufahrtsschutz?

Des Weiteren ist auf einen richtigen Einbau der Elemente zu achten, damit diese ihre volle Schutzwirkung entfalten können.

 

Exemplarische Leitfragen:

  • Vor welcher Fahrzeugklasse (Gewicht) und Anprallgeschwindigkeit soll der Zufahrtsschutz schützen?
  • Welche Orte sind gefährdet und bieten sich für einen dauerhaften Schutz an?
  • Kann der Zufahrtsschutz so in das Stadtbild eingepasst werden, dass dieses nicht negativ beeinträchtigt wird?
  • Kann die mögliche Angriffsgeschwindigkeit durch Maßnahmen im Bereich des Anfahrtsweges reduziert werden?