Fakten

Auch "gute Onkels" können "böse" sein

Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Dadurch schützt das Strafrecht die ungestörte Entwicklung der sexuellen Selbstbestimmung. Es existiert eine Vielzahl einzelner Straftatbestände, die je nach Art der sexuellen Gewalt oder der Beziehung zwischen Täter und Opfer in entsprechenden Rechtsvorschriften erfasst sind.

Dabei handelt es sich insbesondere um folgende Paragraphen:

  • §174 StGB - Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen
  • §176 STGB - Sexueller Missbrauch von Kindern
  • §176a STGB - Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
  • §176b STGB - Sexueller Missbrauch von Kindern mit Todesfolge
  • §177 StGB - Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung
  • §182 StGB - Sexueller Missbrauch von Jugendlichen


Verjährungsfristen von Sexualstraftaten an Kindern und Jugendlichen können zwischen fünf und 30 Jahren liegen. Abhängig ist die Verjährungsfrist von der Schwere der Tat. Generell beginnt die Verjährungsfrist, wenn die Tat endet. Beim sexuellen Kindesmissbrauch kann die Frist jedoch erst mit der Vollendung des 21. Lebensjahrs beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt ruht die Frist für Opfer von Straftaten nach den §§ 176 bis 179, also sexueller Missbrauch, schwerer sexueller Missbrauch, sexueller Missbrauch mit Todesfolge, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge sowie sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen. Rechtsverbindlich wird die Verjährungsfrist von der Staatsanwaltschaft oder dem Strafgericht in einem jedem Fall inndividuell ermittelt.

Die Anzahl der angezeigten und in der PKS ausgewiesenen Fälle des sexuellen Missbrauchs ist bezüglich des tatsächlichen Ausmaßes nur begrenzt aussagefähig, da gerade in diesem Deliktsbereich die Dunkelziffer hoch eingeschätzt werden muss. 2017 wurden 11.547 Fälle (2016: 12.019 Fälle) in der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik registriert.

Das kindliche Opfer hat oftmals - bedingt durch die nahe Beziehung zum Täter - nicht die Möglichkeit, auf den Missbrauch aufmerksam zu machen bzw. sich dem Missbrauch zu entziehen. Von den im Jahr 2017 erfassten Opfern eines sexuellen Missbrauchs waren 2.820 (2016: 2.884) mit dem Tatverdächtigen verwandt und 2.945 (2016: 2.887) mit dem Tatverdächtigen bekannt/befreundet. 1.472 (2016: 1.609) kannten den Tatverdächtigen durch eine flüchtige Vorbeziehung, 4.697 (2016: 5.063) waren nicht mit dem Tatverdächtigen bekannt. Bei 1.227 Opfern (2016: 945 Fällen) ist die Beziehung ungeklärt.

 

 

 

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