Fakten

Bundesweite
Zahlen und Statistiken

Definitionssystem "Politisch motivierte Kriminalität"

Die Polizei arbeitet mit dem 2001 eingeführten Definitionssystem „Politisch motivierte Kriminalität“ um Straftaten zu erfassen, die entweder klassische Staatsschutzdelikte sind oder bei denen Anhaltspunkte für eine politische Motivation vorliegen.  

Die Straftaten werden folgenden Phänomenbereichen zugeordnet:

  • Politisch motivierte Kriminalität – rechts
  • Politisch motivierte Kriminalität – links
  • Politisch motivierte Kriminalität – ausländische Ideologie –
  • Politisch motivierte Kriminalität – religiöse Ideologie – (inklusive Islamismus/Salafismus) und
  • Politisch motivierte Kriminalität – nicht zuzuordnen.

Dabei handelt es sich um eine Eingangsstatistik, da die politisch motivierten Straftaten anders als bei der „Polizeilichen Kriminalstatistik“ (PKS) grundsätzlich bereits mit Aufnahme der polizeilichen Ermittlungen und damit bereits beim ersten Anfangsverdacht erfasst werden.

Straftaten mit islamistischem Hintergrund

Im Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität -religiöse Ideologie-" sind die Straftaten im Jahr 2017 um 52,6% angestiegen von 722 im Jahr 2016 auf 1.102 im Jahr 2017. Dabei ist dieser Bereich durch schwerste Delikte geprägt.

Das Attentat in der Nähe von Würzburg vom 18. Juli 2016 stellt den ersten Anschlag mit offizieller Bekennung seitens des sogenannten Islamischen Staates in Deutschland dar. Beim Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin am 19. Dezember 2016 starben 12 Menschen und etwa 60 wurden verletzt.  

Statistiken zur politisch motivierten Kriminalität (PMK) – Bundesweite Fallzahlen

Islamistische/salafistische Szene in Deutschland

Es ist die Aufgabe des Verfassungsschutzes, Informationen über Bestrebungen von Personen oder Gruppen zu sammeln, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder gegen den Bestand und die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind. Die Erkenntnisse werden jährlich im Verfassungsschutzbericht veröffentlicht.

Das Bundesamt spricht für das Jahr 2017 von einem islamistischen Personenpotential von 25.810.
Innerhalb der islamistischen Szene zeichnet sich wie auch schon im Jahr 2016 eine Kräfteverschiebung in den gewaltorientierten beziehungsweise jihadistischen Bereich ab. Diese Tendenz verdeutlichen unter anderem die durchgeführten sowie die aufgedeckten und verhinderten terroristischen Anschläge in Deutschland in den Jahren 2016 und 2017. Das islamistisch-terroristischen Personenpotential in Deutschland liegt derzeit bei 1.900 (Stand 24.07.2018).

Das salafistische Personenpotential für das Jahr 2017 in Deutschland beträgt - mit einer starken Zunahme -  10.800 Personen. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes stellt die salafistische Szene ein wesentliches Rekrutierungsfeld für den Jihad dar: „Fast ausnahmslos alle Personen mit Deutschlandbezug, die sich dem Jihad angeschlossen haben, standen zuvor mit der salafistischen Szene in Kontakt.“

Aktuelle Zahlen und Fakten zum Islamismus in Deutschland stellt das Bundesamt für Verfassungsschutz auf seiner Webseite zur Verfügung.

Medien zum Thema

Handreichung Radikalisierung erkennen und Anwerbung verhindern
Orientierungshilfe für Haupt- und Ehrenamtliche in der Arbeit mit geflüchteten Personen

Herunterladen

Medienpaket Mitreden
Kompetent gegen Islamfeindlichkeit, Islamismus und dschihadistische Internetpropaganda

Zum Medienpaket