Opfern fällt es schwer, über Missbrauch zu sprechen

Opfer sexuellen Missbrauchs sind überwiegend Mädchen, aber auch Jungen sind immer häufiger betroffen. Die meisten Kinder sind zum Zeitpunkt des Missbrauchs zwischen sechs und dreizehn Jahre alt. Jedoch sind auch Säuglinge und Kleinkinder sexueller Gewalt ausgesetzt. Betroffenen Kindern sieht man den Missbrauch oft nicht an: Körperliche Folgen sind dabei selten und werden auch nicht immer als solche erkannt. Daher sollten offensichtliche Unterleibsverletzungen und andere Wunden im Intimbereich immer abgeklärt werden.

Grundsätzlich gibt es keinen speziellen Opfertyp, den Täterinnen und Täter bevorzugen. Es scheinen aber Kinder gefährdet zu sein, die aufgrund einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung weniger Selbstschutz aufweisen oder sich nicht richtig mitteilen können. Auch Mädchen und Jungen, die von ihren erwachsenen Bezugspersonen nur wenig emotionalen Rückhalt erhalten, können eher Opfer sexueller Gewalt werden.

Kinder haben Angst, dass die Familie auseinander bricht

Oft fällt es Kindern schwer, über das Erlebte zu sprechen. Sie sind hin- und hergerissen: Einerseits bekommen sie vom Täter oder der Täterin ungeteilte Aufmerksamkeit, andererseits verabscheuen sie die Übergriffe. Bei innerfamiliärem Missbrauch haben Kinder häufig Angst, dass die Familie auseinander bricht, wenn der Missbrauch bekannt wird. Diese Furcht verstärkt die Täter oft durch Drohungen oder Gewalt. Hinzu kommt, dass gerade jüngere Kinder aufgrund ihres entwicklungsbedingt noch begrenzten Sprachschatzes das Geschehen nicht beschreiben können.

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