Kinderpornografie wird auch in Schüler-Chats verbreitet

Mehrere Jugendliche schauen in ihre Smartphones

Bild: Canva

Immer wieder werden in Chatgruppen von Schülerinnen und Schülern leichtfertig Videos und Bilder mit kinderpornografischen Inhalten geteilt. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen selbst zu Tätern: Laut bundesweiter Polizeilicher Kriminalstatistik waren ein Drittel der 2019 erfassten Tatverdächtigen jünger als 18 Jahre (546 Kinder und 820 Jugendliche).

Die Verbreitung von Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern über Messenger und soziale Netzwerke steigt. Seit einiger Zeit werden auch Kinder und Jugendliche als Verbreiter entsprechender Inhalte auffällig. Vielen der meist minderjährigen Verbreiter fehlt das Bewusstsein dafür, dass sie Darstellungen eines realen sexuellen Kindesmissbrauchs weiterleiten. Durch ihr leichtfertiges Verhalten sorgen sie dafür, dass Kinderpornografie an immer mehr Menschen verbreitet wird. Auch die rechtliche Dimension ihres Handelns ist den jungen Menschen nicht bewusst. Denn Besitz, Erwerb und Verbreitung von Kinderpornografie ist eine Straftat. Mit einem Klick können sich Jugendliche nicht nur selbst strafbar machen, sondern auch die Empfänger ihrer Nachrichten. Dafür reicht ein kinderpornografischer Inhalt auf dem Smartphone aus.

Kampagne gegen die Verbreitung von Kinderpornografie

Um über diese Problematik aufzuklären, startet die Polizeiliche Kriminalprävention am 6. Oktober 2020 eine bundesweite Kampagne in den sozialen Netzwerken. Über Kurzfilme und Hintergrundinformationen sollen vor allem junge und internetaffine Menschen über die strafbare Verbreitung von Kinderpornografie informiert werden. Neben der Erstsensibilisierung in Videoclips vermittelt die Kampagne auch Handlungsempfehlungen, um im Ernstfall richtig reagieren und solche Inhalte melden zu können.

Ab dem 6. Oktober 2020 werden in den Social Media-Kanälen der Zivilen Helden insgesamt vier Videoclips ergänzt mit Hintergrundinformationen veröffentlicht.

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