Femizid – Wenn Männer Frauen töten

Zwei Kriminalbeamte untersuchen eine Leiche

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In Deutschland passiert es nahezu jeden Tag, dass Partner, Ehemänner oder Expartner versuchen, ihre Freundin, Frau oder Exfrau zu töten. Klar gesagt: Durchschnittlich jeden 3. Tag kommt es zu einem Frauenmord. Meist ist der fadenscheinige Grund, dass das Opfer nicht den Erwartungen und der Vorstellung von Weiblichkeit in den Augen der Täter entsprochen hat.

Ein Femizid ist laut internationaler Definition der Weltgesundheitsorganisation die "vorsätzliche Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist".

 

Das Motiv Frauenhass 

Das Motiv ist fast immer die Trennungsabsicht der Frau oder eine bereits erfolgte Trennung, welche der Ex-Partner nicht akzeptieren will, es wird auch von der sogenannten „Trennungstötung“ gesprochen.

Das Töten einer Frau durch den aktuellen oder früheren Partner kann generell vor Gericht als strafverschärfend bewertet werden. Es geht bei Femiziden grundlegend um den angeblichen Besitzanspruch des Mannes über die Frau. In solchen Fällen geht es expliziert nicht um Eifersucht und Verzweiflung, sondern um den Hass auf die Frau auf Grund ihres Geschlechts.

 

Femizide benennen 

In der Öffentlichkeit wird nach solchen Taten allzu oft von einem „Familiendrama“ oder einer „Beziehungstat“ gesprochen. Den Tötungen gehen in vielen Fällen häusliche Gewalt oder Stalking voraus.

 

So holen Sie sich als Betroffene von Gewalt innerhalb einer Beziehung Hilfe:

• Wenn Sie selbst akut bedroht sind, rufen Sie den Polizeinotruf 110 an. Nennen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse und betonen Sie, dass sie sofort Hilfe brauchen.

• Teilen Sie der Polizei mit, ob Sie verletzt sind, ob Kinder oder sonstige Personen in der Wohnung sind, ob der Täter noch anwesend ist, ob er Waffen besitzt.

• Bis die Polizei kommt, bringen Sie sich und gegebenenfalls Ihre Kinder in Sicherheit, zum Beispiel bei Nachbarinnen, in nahegelegenen Geschäften oder wenn möglich, in der eigenen Wohnung.

Professionelle Beratungsangebote unterstützen betroffene und bedrohte Frauen. Sie können sich an eine Fachberatungsstelle in Ihrer Nähe wenden. Dort unterstützt eine Beraterin Sie dabei, ein persönliches Sicherheitskonzept zu erstellen und herauszufinden, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie haben.

• Wenn Sie Schutz brauchen, unterstützt die Beratungsstelle Sie dabei, einen Platz in einem Frauenhaus zu finden.

 

Betrachtet man alle zur Anzeige gebrachten Gewaltverbrechen in Partnerschaften, wurde 2019 in Deutschland umgerechnet alle 45 Minuten eine Frau durch ihren (Ex-) Partner verletzt oder angegriffen, und fast jeden dritten Tag starb eine Frau durch einen Angriff ihres Partners oder Ex-Partners.

Quelle Hilfetipps: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Frauen gegen Gewalt e.V.

 

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