Fallzahlen bei Kinderpornografie steigen

Jemand stöbert durch Bilddateien auf einem Laptop

Im Jahr 2019 registrierte die deutsche Polizei laut Polizeilicher Kriminalstatistik 12.262 Fälle von Kinderpornografie. Das entspricht einem Zuwachs von fast 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Hinweise auf die Verbreitung von Kinderpornografie ist weiter gestiegen.

Immer mehr Hinweise auf Kinderpornografie

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Hinweise auf Missbrauchsabbildungen im Internet kontinuierlich gestiegen. Bei einer Vielzahl der aufgeklärten Fälle konnten die Inhaber der ermittelten IP-Adresse noch festgestellt werden.

Dennoch bildet die Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 (PKS) nur einen sehr kleinen Teil der tatsächlichen Straftaten ab. Dies erkennt man daran, dass die Zahl der erfassten Fälle sehr viel geringer ist, als die Zahl der Hinweise.

Über 62.000 Hinweise auf mögliche strafbare Handlungen in Deutschland gingen so im Jahr 2019 im Bundeskriminalamt (BKA) ein. Aus diesen Hinweisen ergaben sich 21.600 Fälle, die im BKA mit dem Ziel bearbeitet wurden, Ermittlungsverfahren einzuleiten. Als Zentralstelle ist das BKA für die Auswertung und die Weiterleitung der Erkenntnisse an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden der Bundesländer zuständig.

 

Kinderpornografie

Kinderpornografie ist die fotorealistische Darstellung des sexuellen Missbrauchs einer Person unter 14 Jahren (Kind). Der Herstellung solcher Darstellungen liegt ein realer (oft schwerer) sexueller Missbrauch zugrunde. Durch die (weltweite) Verbreitung und Verfügbarkeit erfolgt eine dauerhafte Viktimisierung der Opfer.

 

Strafbarkeit

Die Strafbarkeit jeglichen Umgangs mit kinderpornografischen Schriften (§ 184b StGB) stützt sich auf den Kinderschutzgedanken und zielt insoweit auf die Bestrafung einer mittelbaren Form des sexuellen Missbrauchs.

Sind die Opfer zwischen 14 und unter 18 Jahren, so spricht man bei diesen fotorealistischen Darstellungen von Jugendpornografie, strafbar nach § 184c StGB.

Aufgrund einer 2015 geänderten Gesetzeslage in Deutschland sind nun auch solche Dateien/Bilder, die früher als (z. T. strafloses) „Posing“ eingestuft wurden, als „kinder-/jugendpornografisch“ zu bewerten und entsprechend zu behandeln, das heißt strafrechtlich zu verfolgen. Dies gilt auch für selbst hergestelltes Material.

Angesichts der leichten Verfügbarkeit von Kinderpornografie im Internet darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Kinderpornografie den unter Umständen noch andauernden sexuellen Missbrauch von Kindern dokumentiert. Das Bundeskriminalamt räumt daher der Bekämpfung der Kinderpornografie einen hohen Stellenwert ein.

Quelle: Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2019

Entscheidend ist, Inhalte nicht weiterzuverbreiten und dies auch im eigenen Umfeld, z.B. der betroffenen WhatsApp-Gruppe, deutlich zu machen. Die Verbreitung von Kinder- oder Jugendpornografie darf nicht toleriert werden. Wer diese konsequent meldet, leistet vor allem einen aktiven Beitrag zum Opferschutz.

Jede Meldung stoppt nicht nur die Verbreitung, sondern unterstützt die Polizei dabei, die eigentlichen Täterinnen und Täter zu ermitteln.

 

FAQ Kinderpornografie

Kindesmissbrauch

Strafanzeige