Drogen- und Suchtbericht 2019 veröffentlicht

Cannabiskonsum nimmt zu

Sucht ist eine Krankheit, die jeden Menschen treffen kann. Doch je früher Drogenkonsum und Drogenabhängigkeit erkannt und angegangen werden, desto größer sind die Heilungschancen. Der Drogen- und Suchtbericht 2019 liefert aktuelle Zahlen zur Situation in Deutschland.

 

Drogen- und Suchtbericht 2019

Das Fazit aus dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht: Es werden weniger harte Drogen konsumiert, der Cannabiskonsum steigt hingegen an.

"Der Bericht macht deutlich, wo es noch offene Baustellen gibt und wo wir bereits gute Fortschritte erzielt haben", sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, bei der Vorstellung des Berichts.

 

Entwicklung illegale Drogen

Von den illegalen Substanzen ist Cannabis nach wie vor die am häufigsten konsumierte Droge. Seit 2011 steigt der Konsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen wieder an. 19 Prozent der Jugendlichen gaben an, in ihrem Leben bereits Cannabis konsumiert zu haben. Bei den jungen Erwachsenen waren es 42,5 Prozent.

Interessant dabei: Cannabis wird immer stärker, der THC-Gehalt des auf dem Drogenmarkt verfügbaren Cannabis ist stark gestiegen. Seit 1996 hat er sich mehr als verdreifacht.

Harte Drogen wie Heroin, Neue psychoaktive Stoffe oder Kokain sind insgesamt weniger konsumiert worden. Dennoch sind opioidhaltige Substanzen wie Heroin weiterhin die Hauptursache dafür, dass Menschen an Drogen versterben. Die Zahl der Drogentoten lag 2018 bei 1.276 und ist damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben.

 

Drogenprävention

Zum Problem werden Drogen und Suchtmittel bei jungen Menschen, wenn sie etwas anderes ausgleichen sollen und als Hilfsmittel genutzt werden, wie zum Beispiel Medikamente als Beruhigungsmittel vor der Klassenarbeit, Alkohol, um leichter Kontakte zu knüpfen, Haschisch oder Ecstasy, um in der Clique anerkannt zu werden oder um sich in die richtige Stimmung zu versetzen.

Je früher die Anzeichen für einen Drogenmissbrauch erkannt werden, desto besser kann den Betroffenen geholfen werden. Rat und Hilfe finden Sie bei vielen Beratungsstellen.

 

Abhängigkeit vorbeugen

Jeder junge Mensch wird früher oder später mit legalen und wahrscheinlich auch illegalen Drogen konfrontiert. Ob sich daraus ein Drogenkonsum oder eine Drogenabhängigkeit ergibt, hängt von den Lebensumständen und der Persönlichkeit des Einzelnen ab. Viele Voraussetzungen und Neigungen entstehen bereits im Kindesalter. Daher liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen, Kinder und Jugendliche zu befähigen, aus eigenem Antrieb ein Leben mit Genuss und Selbstbestimmung zu wählen.

 

Tipps, die Kindern helfen

  • Zeigen Sie Interesse daran, was Ihr Kind am Tag erlebt hat und was gut und was nicht gut gelaufen ist.
  • Hören Sie Ihrem Kind zu.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es immer zu Ihnen kommen kann, wenn es Probleme gibt.
  • Machen Sie dem Kind bei Problemen und Schwierigkeiten möglichst keine Vorwürfe. Bieten Sie stattdessen an, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

 

Tipps, die Jugendlichen helfen

  • Zeigen Sie Verständnis für die Stimmungsschwankungen Ihres Kindes, auch wenn es manchmal schwer fällt.
  • Lassen Sie Ihr Kind auch eigene Wege gehen, signalisieren Sie aber stets, dass Sie immer da sind, wenn es Ihre Unterstützung braucht.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es mit seinen Sorgen und Problemen immer zu Ihnen kommen kann und dass Sie mit seinen Sorgen vertrauensvoll und ohne Vorwürfe umgehen werden.
  • Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln für das Miteinander in der Familie und achten Sie darauf, dass diese eingehalten werden.
  • Sprechen Sie unterschiedliche Wünsche, Bedürfnisse und Interessen offen an.
  • Bestehen Sie darauf, dass die Grenzen eines jeden Familienmitglieds respektiert werden.

 

Hilfe und Beratung

Informationsbroschüre:

Sehn-Sucht