Antisemitische Straftaten nehmen in Deutschland zu

Kriminalstatistik 2020: von 2351 antisemitischen Straftaten sind 94,6% rechtsmotiviert.

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Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist schon seit Jahren hoch. Anfeindungen, Beleidigungen, Hass, Angriffe, Einschüchterung, Gewalt und Sachbeschädigung von jüdischen Einrichtungen – der Antisemitismus in Deutschland zeigt viele Gesichter.

Antisemitismus gibt es in vielen Formen: er kann religiös, rassistisch oder politisch aufgeladen sein; er zeigt sich durch „Gerüchte“, Abwertungen und Sprachbilder, aber auch durch Mobbing, Drohungen, bis hin zu physischer Gewalt.

 

Kriminalstatistik 2020: Mehr als 15% Zuwachs bei antisemitischen Straftaten

Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist 2020 um 15,7 Prozent auf 2.351 Straftaten angestiegen. Hiervon wurden 94,6 Prozent als rechtsmotiviert eingestuft. Die antisemitischen Gewalttaten sind dagegen um 21,9 Prozent zurückgegangen, was auf Kontaktbeschränkungen und die Pandemie zurückzuführen ist. Das zeigen die Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA), das seit dem Jahr 2001 eine öffentliche Statistik über politisch motivierte Kriminalität führt.

Die Polizeistatistik zeigt auch: Bei den meisten Angriffen gibt es einen rechtsextremen Hintergrund. Demnach sind die meisten antisemitischen Gewalttaten rechts-motiviert und sind auf eine Radikalisierung zurückzuführen.

Nur mit Zivilcourage, konsequenter strafrechtlicher Verfolgung und politischer Bildung kann es gelingen, das menschenfeindliche Verhalten aus der Gesellschaft zu verbannen.

 

5 Tipps für Zivilcourage bei Antisemitismus:

  1. Informieren: Informieren Sie sich genau, inwiefern die Aussage, dass jemand für etwas verantwortlich ist, stimmt/stimmen kann.
  2. Misstrauisch sein: Fragen Sie sich selbst fragen: ist die Lösung des Problems (Die Juden sind schuld) eventuell zu einfach?
  3. Genau nachfragen: woher stammt die Information? Weshalb ist das Gegenüber der Meinung, dass seine antisemitische Äußerung richtig ist?
  4. Polizei informieren – Anzeige erstatten: Ist eine Grenze überschritten, gilt es die Polizei auf jeder Polizeidienststelle oder unter der Telefonnummer 110, zu informieren und Anzeige zu erstatten!
  5. Aktiv Opfer unterstützen: stellen Sie sich auf die Seite der Opfer, grenzen Sie sie nicht aus und zeigen Sie Solidarität.

 

In unserem interaktiven Video "Chris und Lea" können Sie testen, ob Sie empfänglich für antisemitische Verschwörungsmythen sind – und ob Ihre Zivilcourage ausreicht, um Gewalt tatsächlich zu verhindern. Interaktives Video "Chris und Lea" ansehen