Zivile Helden für mehr Zivilcourage

Präventionskonzept mit Unterhaltungsfaktor

Zivilcourage kann in jeder Lebenssituation wichtig sein. Die Kampagne "Zivile Helden" zeigt exemplarisch, wie jeder bei Gewalt im öffentlichen Raum, Hass im Netz und Radikalisierung handeln kann - ohne den Helden zu spielen. Das in einem Forschungsprojekt entwickelte kriminalpräventive Konzept setzt auf Unterhaltung, um seine Botschaften zu vermitteln.

Das kriminalpräventive Konzept der Zivilen Helden setzt zur Förderung der Zivilcourage auf mehrere Komponenten: Unterhaltung, Spiel, Information und den Dialog zwischen Polizei und Bevölkerung. Idealerweise gelangen Nutzerinnen und Nutzer über soziale Netzwerke zu den Videos, testen ihr erworbenes Wissen im Quiz, informieren sich bei Bedarf auf der Internetseite zum Thema und diskutieren mit der Polizei in den sozialen Netzwerken. Entscheidend ist, dass Video und Musik als Einstieg in eine Auseinandersetzung mit dem persönlichen Verhalten im Ernstfall gesehen werden. Sie sind die unterhaltsamen Türöffner, damit sich die Zielgruppe mit Zivilcourage auseinandersetzt.

Die interaktiven Videos über Gewalt im öffentlichen Raum, Hass im Netz und Radikalisierung  fordern die Nutzer zu Handlungen auf, die den Verlauf der Geschichte lenken. Dadurch werden Nutzern die Folgen ihrer Handlungen vor Augen geführt. Die im Video dargestellte Geschichte wird durch Deutsch-Rap auch musikalisch erzählt. Das unterhaltsame Element soll die Aufmerksamkeit der Zielgruppe wecken, damit die vermittelten Inhalte vertieft werden können. Das Quiz zu jedem Video vermittelt und vertieft die polizeilichen Empfehlungen zur Zivilcourage. Tipps zum richtigen Verhalten in der jeweiligen Situation und die Informationen zu den einzelnen Themen reichern die bereits vermittelten Inhalte an. Durch Verlinkungen zu weiterführenden Internetseiten sollen die Nutzer bei Bedarf schnell und bequem weitere erklärende Inhalte finden.

Dialog auf Facebook, Twitter, Youtube, Instagram und Jodel

Auf den unterschiedlichen Kanälen in den sozialen Netzwerken können sich die Zielgruppen direkt mit der Polizei zu den Themen rund um Zivilcourage austauschen. Hier werden Fragen beantwortet, die beispielsweise nach dem Anschauen der Videos entstehen. Zudem können auch persönliche Erfahrungen der Zielgruppe abgefragt werden. Der Dialog liefert wichtige Erkenntnisse zum Konzept und zu den bereitgestellten Informationen auf der Internetseite.

Mit Zivile Helden gehen wir in der Kriminalprävention neue Wege, um das Bewusstsein für Zivilcourage intensiver und nachhaltiger als je zuvor schärfen zu können. Dieser präventive Ansatz wurde im Forschungsverbund PräDiSiKo mit Partnern aus Wissenschaft, Polizei und Wirtschaft realisiert und wird auch in der Praxisphase wissenschaftlich begleitet. Ob sich dieser neue Ansatz eher rechnet als klassische Kriminalprävention – gesellschaftlich und finanziell? Das untersuchen wir gemeinsam mit unseren Partnern bis Oktober 2019. Wir erwarten uns von der neuen Präventionsstrategie eine Impulswirkung auf die gesamte kriminalpräventive Arbeit in und insbesondere mit sozialen Netzwerken.

Das Konzept und seine praktische Umsetzung werden auf dem Deutschen Präventionstag in Berlin allen interessierten Fachleuten vorgestellt: Am 20. Mai 2019, um 13 Uhr findet ein Vortrag unter dem Titel "Von Gewalt bis Radikalisierung - Zivile Helden gesucht" im Raum Lyon statt.

Mehr Informationen über die Kampagne und das kriminalpräventive Konzept sind auf der Projekt-Homepage eingestellt.

Zivile Helden

Projekthomepage PräDiSiKo

Logo der Kampagne Zivile Helden auf einem Shirt