Wohnungsbaugesellschaften

Kriminalpräventive Aspekte bei der Gestaltung berücksichtigen 

Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften verfügen häufig über einen großen zusammenhängenden Gebäudebestand inklusive der zugehörigen Freiflächen, was den Charakter und die Wahrnehmung des jeweiligen Quartiers wesentlich mit bestimmt und den Verwaltungen eine hohe Verantwortung auferlegt.

Für die Wohnungswirtschaft bringt die Berücksichtigung kriminalpräventiver Aspekte bei der Gestaltung der Gebäude und Außenräume mehrere Vorteile: Schäden und Instandhaltungskosten können reduziert werden, das Mehr an Sicherheit kann einen Imagegewinn mit sich bringen und in der Eigenwerbung positiv eingesetzt werden. Darüber hinaus werden Sicherheitsgefühl und Wohnzufriedenheit der Bewohner und damit letztlich auch deren Identifikation mit ihrem Wohnquartier gestärkt.

Vandalismus, Graffiti und andere Sachbeschädigungen erfordern eine zeitnahe Beseitigung, da sie auffällig sind, Verunsicherung erzeugen und das Signal fehlender Kontrolle aussenden. Sie verursachen zudem einen hohen Reparatur- und Kostenaufwand. Durch gezielt präventive und nachhaltige Gestaltung sowie geeignete Beteiligungs- und Kommunikationsstrategien kann die Vandalismusanfälligkeit von Objekten gesenkt werden.

Die relativ einheitlichen Gebäudebestände beispielsweise von Großwohnsiedlungen sind anfällig für Segregationstendenzen: Sozial schwache Bevölkerungsschichten bleiben dabei unter sich, und fehlende gesellschaftliche Perspektiven äußern sich in vermehrten Sachbeschädigungen und hohem Aggressionspotenzial. Die Herstellung der aus kriminalpräventiver Sicht notwendigen Bewohnervielfalt stellt gerade für große Gesellschaften eine Herausforderung dar. Mangelnde Attraktivität kann beispielsweise auf eine hohe Anzahl gleichartiger Wohnungen, die Lage außerhalb des Stadtzentrums, Sanierungsrückstau, Imageverlust des Quartiers, unterentwickelte Infrastrukturangebote oder eine schlechte Verkehrsanbindung zurückzuführen sein.

Eine umfassende städtebaulich-kriminalpräventive Beratung durch die Polizei bei Gebäudesanierung und Siedlungsumbau kann dazu beitragen, die Attraktivität der jeweiligen Wohnsiedlung zu erhöhen und kriminalitätsfördernde bauliche Gegebenheiten zu beseitigen (z. B. mangelnde Transparenz der Hauseingänge, Unübersichtlichkeit von Erschließungswegen sowohl im Gebäude wie auch in den Außenanlagen, erschwerte Orientierung, mangelnde Behindertengerechtigkeit, schlechte Beleuchtung etc.). Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Polizei erleichtert es, Tathäufungen frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zeitnah auf die Tatgelegenheitsstruktur einzuwirken.