Abstellmöglichkeiten für Fahrräder

Sicherheit durch zugangskontrollierte Systeme

Folgende Aspekte begünstigen den Fahrraddiebstahl an Umsteigepunkten des ÖPNV:

  • Anonymität
  • lange Abstellzeiten, häufig auch in den (dunklen) Tagesrandbereichen
  • Tendenz zur Nutzung höherwertiger Räder für längere Anfahrten
  • große Fahrradansammlungen, innerhalb derer Täter unauffällig agieren können
  • eine vom Verkehrsmitteltakt abhängige Belebung und Verlassenheit
  • nicht vorhandene oder unzureichende Möglichkeiten zum sicheren Anschließen der Räder

Unterschiedliche Angebote

Die für Täter günstigen Tatgelegenheitsstrukturen sollten durch Maßnahmen der Anordnung und Gestaltung ausgeglichen werden. Wesentliche Prinzipien sind dabei Überwachung, Optimierung der möglichen sozialen Kontrolle, Übersichtlichkeit und Ordnung. Es gibt vielfältige Möglichkeiten zum sicheren Abstellen von Fahrrädern, die jeweils auf ihre Eignung für den Ort (baulich, gestalterisch), das Betreiberkonzept und den Kostenrahmen geprüft werden müssen. Sie reichen vom einfachen Anlehnbügel über Fahrradkäfige, Fahrradboxen bis zu video- und/oder personalüberwachten Fahrradparkhäusern und so genannten „Radstationen“, in denen die kostenpflichtige Abstellmöglichkeit mit anderen Dienstleistungen (Information, Ticketverkauf, Imbiss, Verkauf von Stadtplänen und Radwegekarten, Fahrradreparaturen etc.) verbunden wird.

Fahrradboxen oder Fahrradkäfige, in denen einzelne oder mehrere Fahrräder untergebracht werden können und die verschließbar sind, gibt es in unterschiedlichen Varianten. Hier sollte auf Transparenz geachtet werden, damit keine Versteckmöglichkeiten entstehen und jederzeit beobachtet werden kann, was in und hinter den Boxen/Käfigen passiert. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht als Aufstiegshilfen für Einbrüche missbraucht werden können.

Zugangskontrollierte und/oder automatisierte Systeme bieten die beste Sicherheit. Die Kontrolle in Fahrradparkhäusern kann sowohl über Videoüberwachung wie auch durch Personal erfolgen. Nur beschränkt zur Verfügung stehende Räume werden durch Doppelstockparker optimal genutzt. Wie bei allen Räumen gilt auch hier, dass sie gut ausgeleuchtet sein sollten und sich die Nutzer leicht orientieren können. Vorgesehen werden sollten auch Schließfächer, z. B. für Fahrradhelme, sowie Stellplätze für Lastenfahrräder, E-Bikes und Räder mit Aufbauten (z. B. sollten Kindersitze beim Doppelstockparken auch in der oberen Ebene eingeplant werden).

Überwachung und soziale Kontrolle

Überwachung kann technologisch (Video) oder personell erfolgen. Für Fahrradabstellanlagen an ÖPNV-Stationen sollte ein für die Nutzer attraktiver Standort gewählt werden. Zudem ermöglichen kurze Wege zu den Verkehrsmitteln, eine gruppierte Anordnung in den Sichtachsen der gut frequentierten Zugangswege sowie eine helle Beleuchtung die Sozialkontrolle.

Idealerweise werden Fahrradabstellmöglichkeiten mit Funktionen kombiniert, welche die Belebung fördern und die soziale Kontrolle verstärken: Serviceeinrichtungen wie Imbisse, Kioske, Fahrkartenschalter, Fahrradwerkstätten etc.

Übersichtlichkeit und Ordnung

Um Diebstahlshandlungen frühzeitig zu erkennen ist es entscheidend, dass die Abstellanlagen einsehbar sind. Kriterien bei Anlehnbügeln sind Ausrichtung und Abstand der Bügel, deren Gruppierung sowie die Breite und Geradlinigkeit der Zugangswege (Sichtachsen). Fahrradstellplätze sollten zudem nicht durch Hecken oder Mauern abgeschirmt werden.

Stellplätze für (gemeinsam genutzte) Fahrräder können anstelle von Parkplätzen für private PKW in den Straßenraum integriert werden. Grundsätzlich sollte – wie bei der öffentlichen Möblierung generell – darauf geachtet werden, dass der Raum durch zusätzliche Elemente nicht unübersichtlich wirkt, da dies für diverse Delikte tatbegünstigend sein kann.

Ist der Raum hingegen gut überschaubar, beleuchtet und gut organisiert, wird dies als Hinweis auf existierende Kontrolle interpretiert und wirkt taterschwerend. Aus diesem Grund sollte darauf geachtet werden, dass sich das Angebot am Bedarf orientiert und dass beispielsweise dem „wilden“ Anschließen von Rädern an Zäune, Verkehrsschilder, Lampenmasten, Bäumen etc. entgegengewirkt wird. Offenbar aufgegebene und/oder in Teilen schon demontierte Räder sollten schnell entfernt werden.  

Exemplarische Leitfragen:

  • Sind die Standorte gut erreichbar, zentral gelegen und wettergeschützt?
  • Gibt es ausreichende Abstell- und Sicherungsmöglichkeiten?
  • Sind die Abstellplätze gut einsehbar und strukturiert?
  • Sind die Abstellplätze ausreichend beleuchtet?
  • Gibt es ein Pflege- und Reinigungskonzept?