Bahnhöfen und ÖPNV

Durch Gestaltung objektive und subjektive Sicherheit erreichen

Bahnhöfe und Umsteigepunkte des öffentlichen Personennahverkehrs gehören nicht per se zu den objektiv gefährlicheren Orten, ihre überwiegende Funktion und Nutzung als Transitorte mit einem hohen Personenaufkommen führt jedoch zu Anonymität und dem Wegfallen einer sozialen Kontrolle durch Personen, die sich mit dem Raum identifizieren. Dadurch werden Bahnhöfe sowohl für Straftäter als z. B. auch für Nutzergruppen, die sich der Kontrolle entziehen wollen, attraktiv. Aufgrund der tageszeitlich stark schwankenden und von der Verkehrsfrequenz abhängigen Belebung herrscht an Bahnhöfen mitunter dichtes Gedränge ebenso wie temporäre Verlassenheit, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Bahnhofspersonal wurde weitgehend durch Automaten ersetzt, Haltestellen und Bahnsteige sind häufig nicht angemessen ausgeleuchtet, Bahnsteige zudem oft mit einer Vielzahl von Elementen, die die Sicht einschränken, vollgestellt (Getränke- und Ticketautomaten, Sitzgelegenheiten, Informationsstelen u. a.).

Dies schafft zusammen mit den oben genannten Faktoren günstige Bedingungen für kriminelle Aktivitäten wie z. B. Drogenhandel und Drogenkonsum, Taschendiebstahl oder Sachbeschädigungen. Darüber hinaus sind Bahnhöfe und deren Umfeld oftmals Schwerpunkte des Fahrraddiebstahls, da häufig sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder fehlen.

Wegeverbindungen zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln des ÖPNV führen häufig durch verzweigte Tunnel. Mangelnde Überschaubarkeit, unzureichende Beleuchtung, sichtbare Vandalismusschäden und herumliegender Müll beeinflussen dort das Sicherheitsgefühl besonders negativ. Daher muss immer auch das Bahnhofsumfeld mit einbezogen werden, um an Bahnhöfen und Haltestellen eine objektive und subjektive Sicherheit zu erreichen.

All dies sind Herausforderungen, denen durch bauliche und gestalterische Maßnahmen begegnet werden muss.