Sexuelle Gewalt

Ein langer Leidensweg

Sexuelle Gewalt tritt in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen und tagtäglich auf -  sexualisierte Gewalthandlungen können schon bei anzüglichen Bemerkungen und Blicken beginnen oder sich in sexueller Belästigung am Telefon und am Arbeitsplatz zeigen. Am meisten davon betroffen sind Frauen. Schwere Formen sexueller Gewalt gegen Frauen sind exhibitionistische Handlungen, anale, orale und vaginale Vergewaltigungen sowie das Erzwingen sexueller Praktiken.

Frauen erfahren sexuelle Gewalthandlungen in und außerhalb der Ehe/Partnerschaft/Freundschaft auf Straßen, in Gaststätten, Tanzlokalen, Parks, Wohnungen, Dienststellen, am Arbeitsplatz sowie in öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln. Häufig finden die erlittenen Demütigungen und Erniedrigungen eine Fortsetzung, wenn betroffene Frauen anderen von ihrem Leidensweg berichten. Statt Unterstützung und Verständnis begegnen ihnen oft Ignoranz, Bagatellisierungen, Misstrauensbekundungen und Vorurteilsäußerungen. Dabei sind die Verletzungen nicht nur physischer, sondern in fast allen Fällen vor allem psychischer Art und damit ganz besonders schwer zu verarbeiten.

Viele der genannten Erscheinungsformen sind nach dem derzeit geltenden Recht strafbar. Zudem wurde durch die Änderungen des Sexualstrafrechts im Juni 1997 auch die Vergewaltigung in der Ehe neu bewertet. So erfuhr der bisherige Anwendungsbereich der §§ 177 - 179 StGB (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Missbrauch Widerstandsunfähiger) eine Ausdehnung auch auf den ehelichen Bereich. Ungeachtet dessen hat die Änderung der Rechtsnormen allein noch keinen grundlegenden Einfluss auf die Einstellung und das Bewusstsein der Gesellschaft. Um der sexualisierten Gewalt langfristig entgegenzuwirken, bedürfen die vielerorts gängigen Leitbilder, Werte, Vorurteile und Mythen einer intensiven Überprüfung und Wandlung.

Medien zum Thema

Missbrauch verhindern!
Plakat, 2er-Plakatsatz, A2

Mehr

Missbrauch verhindern!
Broschüre, 56 Seiten, A5

Mehr

Internetauftritt der Kampagne "Missbrauch verhindern"

Mehr