Fakten

Die Kehrseite der Medaille

Millionen von Kindern werden weltweit sexuell ausgebeutet. Laut Schätzung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) sind rund zwei Millionen Mädchen und Jungen zwischen 14 und 18 Jahren in der Prostitution tätig.

Zu den wesentlichen Ursachen der Kinderprostitution gehören in vielen Ländern Armut und soziale Probleme. Entgegen weitläufiger Annahmen betrifft der Sextourismus mit Kindesmissbrauch indes nicht nur ferne, exotische Reiseziele, sondern auch Länder in Europa.

Wie viele der jährlich auf circa 200.000 bis 400.000 geschätzten deutschen Sextouristen sexuelle Kontakte zu Minderjährigen haben, lässt sich bislang nur grob schätzen. Der Anteil dürfte deutlich über fünf Prozent liegen, so die Ergebnisse einer 1995 veröffentlichten Studie des damaligen Bundesministeriums für Gesundheit. Die Dunkelziffer im Bereich des Kindersex-Tourismus ist außerordentlich hoch; Straftaten in diesem Deliktsbereich werden nur in den seltensten Fällen angezeigt.

Kindersex-Touristen nutzen die Existenznöte der Kinder und ihrer Familien skrupellos aus. Armut und das Fehlen eines Schulabschlusses oder einer Berufsausbildung bringen viele Kinder dazu, ihren Körper zu verkaufen – u.a. eben auch an zahlungskräftige Reisende! Die Folgen: Die Opfer haben oft unter schweren psychischen und physischen Schäden zu leiden. Dazu zählen: Geschlechtskrankheiten, HIV-Infektionen, Drogenmissbrauch, Depressionen, ja sogar Suizide. Es gilt also gemeinsam aktiv zu werden, um insbesondere der kommerziellen Ausbeutung von Kindern das Terrain zu entziehen.

Medien zum Thema

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Faltblatt, 6 Seiten, DIN-lang

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