Tourismus mit
bösen Folgen

Kindersex-Tourismus mit Kindesmissbrauch ist eine besonders menschenverachtende Form sexueller Ausbeutung. Insbesondere in Ländern mit großer Armut wird die Not der dort lebenden Kinder ausgenutzt. Diesen Umstand nutzen Kindersextouristen nicht nur für den Missbrauch der Kinder - sie produzieren bei ihren Aufenthalten auch Bilder oder Videos, die zuhause mit "Gleichgesinnten" getauscht oder verkauft werden, und finanzieren sich so "ganz nebenbei" ihre Reisen. Teilweise werden diese direkt elektronisch vom Urlaubsort nach Hause geschickt, um Problemen beim Zoll aus dem Weg zu gehen.

Die Opfer bleiben zurück -  mit körperlichen und vor allem die seelischen Folgen. 

In einer gemeinsamen Aktion von DRV (Deutscher ReiseVerband e.V.), ECPAT (Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung), the code (www.thecode.org) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes wurde daher zum Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern das Faltblatt "Kleine Seelen, große Gefahr" entwickelt.

Damit sollen Urlauber für das Thema Kinderprostitution und die verheerenden Folgen für die Opfer sensibilisiert und als Partner gewonnen werden. Deshalb finden die Reisenden in dem Faltblatt konkrete Tipps und Empfehlungen, wie sie zur Bekämpfung solcher Straftaten beitragen können.

Denn Täter können für im Ausland begangene Sexualstraftaten auch in Deutschland bestraft werden kann. In § 5 Ziffer 8 des Strafgesetzbuches (StGB) werden bestimmte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung unter Strafe gestellt, wenn der Täter Deutscher ist.

Mit ihrer Beteiligung an der Informationskampagne macht auch die deutsche Reisebranche ihre Bereitschaft deutlich, soziale Verantwortung zu übernehmen. Deutliches Signal dafür ist das erklärte Ziel des DRV, mit ECPAT einen umfangreichen Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung zu vereinbaren und damit aktiv und nachhaltig für die Rechte Minderjähriger einzutreten. Zu den Vereinbarungen der Verhaltensrichtlinien zählen:

  • die Aufnahme der Thematik in Mitarbeiterschulungen,
  • die Selbstverpflichtung, über durchgeführte Maßnahmen und deren Einhaltung zu berichten,
  • das Ziel, Reisende zu informieren und für das gemeinsame Anliegen zu werben,
  • die Aufnahme des Schutzes der Kinder vor sexueller Ausbeutung in die Firmenphilosophie oder das Leitbild,
  • Klauseln in den Hotelverträgen und anderen Partnern der Reisebranche.