Tipps für Eltern

Im Gespräch bleiben

Informieren Sie sich über das Thema

Gestalten Sie zum Beispiel einen Elternabend zum Thema "Politischer Extremismus unter Jugendlichen" oder zu "Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit". Laden Sie sich einen geeigneten Referenten zu der Veranstaltung ein, der Ihnen die Problematik und den gegenwärtigen Wissensstand über Rechtsextremismus vorstellt.

 

Regen Sie die Präventionsarbeit an der Schule Ihres Kindes an

Zum Beispiel mit der Implementierung von Gewaltpräventionsprogrammen. Eine Auswahl bestehender Gewaltpräventionsprogramme und Demokratiekonzepte für Schulen finden Sie unter dem Punkt "Präventionsangebote – Grüne Liste".

 

Seien Sie aufmerksam, wenn Ihr Kind einen "einseitigen" Geschmack entwickelt, der in Verbindung mit einer politischen Ausrichtung steht!

Meist folgen modische Phasen der Kleidung oder des Musikgeschmacks aktuellen Trends und gehen ohne Intervention in andere Phasen über. Wenn sich aber eine politisch bedenkliche Verfestigung abzeichnet, sollten Sie das Gespräch über Zeichen und Symbole suchen bzw. sich für die Texte der Musik ihres Kindes interessieren. Das Interesse an Hintergründen kann eine Basis für Gespräche über die Inhalte sein. Hierbei sollten Sie beachten, dass sowohl Musik- als auch Bekleidungsstile in der rechten Szene einem Wandel unterliegen. Der "klassische" Skinhead der 1990er Jahre (Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln, Bomberjacke, kurzgeschorenes Haar…) ist heute eher selten anzutreffen. Der aktuelle rechtextreme Dresscode ist eher an "normalen" Modeerscheinungen orientiert oder übernimmt z. T. sogar Bekleidungsstücke, die bislang eher dem "linken" oder "autonomen" Spektrum zugerechnet werden (schwarze Kapuzenpullover, "Palästinensertuch").

 

Zentrales Element rechtsextremer Einstellungen ist die Abwertung anderer, "fremder" Personengruppen und gleichzeitige Aufwertung der eigenen

Dies kann insbesondere für Kinder und Jugendliche attraktiv sein. Zum einen fördert es das Selbstbewusstsein, zu einer herausgehobenen Gruppe zu gehören, zum anderen wird dem Bedürfnis nach Abgrenzung und Gruppenzugehörigkeit entsprochen. Eltern sollten in der alltäglichen Erziehung ihrer Kinder beachten, dass keine Unterscheidung und Abwertung zwischen der eigenen Familie und "fremden" Personen, Familien oder Gruppen (z. B. Homosexuelle, Migranten, Menschen mit Behinderung) vorgenommen wird. Ganz im Gegenteil, Kinder sollten diese unterschiedlichen Äußerlichkeiten, Kulturen, Lebensweisen als alltäglich, gleichwertig und bereichernd erleben. Hier ist das alltägliche Verhalten der Eltern, Großeltern, Verwandten und Geschwister wichtig. Der "Alltagsrassismus" tritt in alltäglichen unbedachten Äußerungen zu Tage und wird von den Kindern als normal erlebt und übernommen.

 

Eltern können politische Ereignisse bereits mit Kindern besprechen

Hierbei können kindgerechte Medien unterstützend genutzt werden. Wichtig ist, dass die meist komplexen und komplizierten Sachverhalte als solche benannt werden. Es sollte vermittelt werden, dass es für viele Problemstellungen keine einfachen Lösungen gibt. Bei den meisten Konflikten bestehen unterschiedlichste und jeweils berechtigte Interessen, so dass viele Lösungen Kompromisse sind, die zum Teil als Nachteile oder Rückschritte empfunden werden. Einfache Lösungsangebote sind eine typische Strategie (rechts-)extremistischer Populisten, solche Ansätze können für Kinder und Jugendliche attraktiv sein.

 

Demokratische Grundwerte und die Bereitschaft, Konflikte angemessen und vor allem gewaltfrei zu regeln

Dies sollte von Ihnen tagtäglich vermittelt und ebenso vorgelebt werden. Gewalt darf kein Mittel zur politischen Auseinandersetzung sein!

 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Gewalttaten und politischen Extremismus.

Klären Sie es über Straftaten und deren Konsequenzen auf. Extremistische Tendenzen und Ideen können sehr schnell zu kriminellen Handlungen führen und werden polizeilich verfolgt.

 

Wenn Sie Tendenzen der Radikalisierung bei Ihrem Kind feststellen, holen Sie sich Rat und Unterstützung!

Es gibt ein breites Netz von Jugendberatungsstellen unterschiedlichster Träger. Sich bei großen Schwierigkeiten Hilfe zu holen, bedeutet nicht gescheitert zu sein, sondern souverän mit dieser Herausforderung umzugehen!

Medien zum Thema

Medien zu politisch motivierte Kriminalität

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