Szene / Infoläden

Alternative kulturelle Veranstaltungsorte, Kontakt- und Koordinierungsstellen

Mittelpunkt der autonomen (Sub-)kultur sind die Szene- und Infoläden. Diese dienen als alternative kulturelle Veranstaltungsorte sowie Kontakt- und Koordinierungsstellen. In den Szene- und Infoläden finden Lesungen, Theateraufführungen oder Konzerte statt. Dabei handelt es sich keineswegs nur um Veranstaltungen linksextremistischer Künstler. Ganz im Gegenteil: die Veranstalter engagieren oftmals bewusst „Mainstream-Künstler“, die neben dem „inken Publikum“ auch die breite Öffentlichkeit ansprechen. Die „Mainstream-Künstler“ treten teils allein, teils gemeinsam mit extremistischen Künstlern auf.

Ziel des Engagements im kulturellen Bereich ist es u.a. auch, die Unterstützung der Nachbarschaft und des gesamten Stadtteils für die Szeneläden (und die Szene) zu gewinnen. Demselben Zweck dienen auch Kiez- bzw. Stadtteilfeste, Themenabende, Familienaktivitäten, Kinderbetreuungsprogramme sowie die sogenannte „Volxküche“ - kostengünstige warme Mahlzeiten, die von den Betreibern der Info-/Szeneläden organisiert werden.

Zudem ist in den Infoläden szenerelevantes Infomaterial wie z.B. Presseerzeugnisse und Flugblätter und szenetypische Musik erhältlich.

Das kulturelle und soziale Angebot verleiht den Szeneläden ein positives Image fernab jeglicher extremistischer Bestrebungen. Als Kontakt- und Koordinationsstelle bieten die Infoläden Raum für nicht-öffentliche, teilweise konspirative Treffen der autonomen Szene und damit auch für die Vorbereitung gewalttätiger Aktionen.

Für erlebnisorientierte Jugendliche und Heranwachsende bieten die Szeneläden in diesem Zusammenhang eine erste Anlaufstelle. Hier werden Gewaltaktionen als politischer Kampf für einen sozialen Zweck "verkauft", wodurch die Szene gerade für diese Jugendlichen sehr attraktiv wirkt. Durch ihr geschlossenes Auftreten nach außen vermittelt die Szene ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das Jugendlichen in der Orientierungsphase einen scheinbaren Rückhalt gibt.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung.

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