Anlagebetrug

Vorsicht vor unseriösen Finanzdienstleistern

Unter dem Begriff „Anlagebetrug“ werden eine ganze Reihe von Delikten zusammengefasst, die eines gemeinsam haben: Die Täter haben es auf das Geld gut- bzw. leichtgläubiger Investoren abgesehen.

Dabei spielen den Tätern regelmäßig zwei Umstände in die Hände: Die vor allem für Laien oft undurchsichtige Komplexität der angebotenen Finanzprodukte auf der einen und die auf Grund hoher Gewinnversprechen häufig fehlende Vorsicht potenzieller Anleger auf der anderen Seite.

 

Risiokohinweise

Banken und sonstige Finanzdienstleister (wie Vermögensberater und -vermittler) sind verpflichtet, im Rahmen ihrer Kundenberatung über die Risiken des angebotenen Anlageprodukts aufzuklären. Sie sind ferner seit dem 01.01.2010 verpflichtet, den Inhalt jeder Anlageberatung zu protokollieren und dem Kunden eine Ausfertigung des Protokolls vor Vertragsabschluss auszuhändigen. Zur Beratung und Dokumentation gehören insbesondere

  • die Angaben und Wünsche des Kunden in Zusammenhang mit einer Kapitalanlage (konservative oder spekulative Anlagewünsche),
  • die vom Berater erteilten Empfehlungen und
  • die für die Empfehlung maßgeblichen Gründe.

Tipps

  • Vertrauen Sie Ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern an. Lassen Sie sich aussagekräftige Referenzen nachweisen.
  • Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.
  • Lesen Sie die AGBs des Anbieters genau durch und stellen Sie bei Unklarheiten gezielte Nachfragen.
  • Erkundigen Sie sich immer nach der Absicherung Ihrer Investition. Bestimmte Produkte (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) sind nämlich nicht über einen so genannten Einlagensicherungsfonds abgesichert – das heißt, bei einer Insolvenz des ausgebenden Unternehmens sind diese Gelder verloren.
  • Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein.
  • Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen.
  • Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.
  • Produkt-Zertifizierungen (z.B. TÜV- oder andere „Siegel“) sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.
  • Achten Sie auf den Firmensitz. Unseriöse Anbieter von Anlageprodukten wählen ihren Geschäftssitz gerne im Ausland, vor allem in den bekannten Steueroasen in Übersee.
  • Achten Sie auf die Gesellschaftsform. Beispielsweise unterliegt eine als „Limited“ (Ltd.) geführte Gesellschaft mangels Stammkapital keinerlei Haftungsverpflichtung.

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