Gewalt im öffentlichen Raum
Gewalttaten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden wirken sich - vor allem wenn sie sich im öffentlichen Raum abspielen - besonders negativ auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aus. Schlägereien in Straßenbahnen, Auseinandersetzungen in Discotheken und in Einzelfällen extreme Brutalität machen Angst.
Tatsächlich war 2010 jeder zweite Tatverdächtige bei schwerer und gefährlicher Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen unter 21 Jahre alt: Das zeigt die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik 2010. Junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren begehen im Verhältnis zu allen anderen Altersgruppen am häufigsten Gewalttaten im öffentlichen Raum. Zum öffentlichen Raum gehören der Allgemeinheit frei zugängliche Orte wie Straßen, Wege, Plätze einschließlich öffentlicher Verkehrsmittel sowie halböffentliche Räume wie Discotheken oder Gaststätten.
Die Gründe für die hohe Zahl von Gewalttaten durch Jugendliche und Heranwachsende sind vielfältig. Alkohol und andere Suchtmittel spielen dabei eine Rolle: Laut PKS 2010 standen weit mehr als die Hälfte der jungen Tatverdächtigen während der Tat unter Alkoholeinfluss. Oft agieren die jungen Täter nicht allein, sondern aus einer Gruppe heraus. Feste Jugendgruppen oder gar "Gangs" sind dabei aber selten. Chrakteristisch ist, dass sich die Aktivitäten dieser jungen Menschen oft "auf der Straße" abspielen. Arbeitslosigkeit verbunden mit fehlender Perspektive als auch die Suche nach Nervenkitzel oder aggressive Verhaltensmuster sind weitere Faktoren für gewalttätige Auseinandersetzungen.
