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Neue Initiative wirbt um Vertrauen in die Polizei und fördert gemeinsame Präventionsarbeit

Systemmeldungen:

7. Dezember 2007

Polizei und Muslime im Dialog

Medienpaket richtet sich an die muslimische Bevölkerung – Polizei informiert über ihre Rolle und Aufgaben bei Dialogveranstaltungen in Moschee- oder Kulturvereinen

Polizei und Muslime

Stuttgart – Nur im Zusammenwirken aller gesellschaftlicher Gruppen und Einrichtungen kann Kriminalprävention erfolgreich umgesetzt werden. Grundlage dafür ist gegenseitiges Vertrauen der Akteure, unabhängig von Herkunft und Religion. Diese Botschaft eines partnerschaftlichen Miteinanders steht im Mittelpunkt des neuen Medienpakets für Migranten „Ihre Polizei – Im Dienst für die Menschen“ der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Das Informationsangebot besteht aus einem Film, einer Broschüre sowie einer kleinen Kalenderkarte und informiert in drei Sprachen – Deutsch, Türkisch und Arabisch über die Rolle und Aufgaben der Polizei in Deutschland. Gleichzeitig wird auf den breiten Vorbeugungsservice zu alltäglichen Kriminalitätsgefahren aufmerksam gemacht. Die neuen Medien unterstützen die Polizei bei ihren Kooperationen mit muslimischen Gemeinden und setzen ein weiteres Signal der Dialogbereitschaft. Sowohl die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) als auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) waren in die Erarbeitung des Medienpakets eingebunden und unterstützen die Initiative.

Mit über drei Millionen Muslimen zählt der Islam zu den großen Glaubensgemeinschaften in Deutschland und stellt somit auch eine große Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei besteht auf Seiten mancher Muslime zum Teil große Unkenntnis über die Zuständigkeiten und das Selbstverständnis der Polizei hierzulande. Schließlich unterscheidet sich die Polizei in dem einen oder anderen Herkunftsland durchaus von der Rolle und Funktion der Polizei in unserem Rechtstaat. Darüber hinaus ist es vielen unbekannt, dass die Polizei neben der konsequenten Strafverfolgung auch großen Wert auf die Vorbeugung von Straftaten legt. Deshalb informiert die neue Initiative „Ihre Polizei – Im Dienst für die Menschen!“ in einem kurzen Film über die Rolle und Aufgaben der Polizei in Deutschland. Dabei werden zahlreiche Facetten bürgernaher Polizeiarbeit anschaulich dargestellt. Ferner zeigt der Film, wie die Polizei Opfern mit Rat und Tat zur Seite steht und offen für den interkulturellen Dialog ist. Gleichzeitig wird sie auch als Institution präsentiert, die bei Straftaten konsequent vorgeht, unabhängig von Herkunft und Religion des Täters. „Mit dem Medienpaket haben unsere Polizeibeamtinnen und -beamten in Zukunft ein gutes Hilfsmittel, um den begonnenen Dialog mit muslimischen Gemeinden zu vertiefen und die Grundlage für eine vertrauensvolle Polizeiarbeit weiter auszubauen“, so Erwin Hetger, Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg und Vorsitzender der Projektleitung Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Bürgernahe Polizeiarbeit setzt auf Vertrauen

Neben dem Film umfasst das Informationsangebot eine Broschüre und einen Klappkalender mit den gesetzlichen und einigen wichtigen islamischen Feiertagen 2008. Beide Medien können beispielsweise bei Vorträgen und gemeinsamen Veranstaltungen an die muslimische Bevölkerung verteilt werden. Die Broschüre greift die Sequenzen des Filmes auf und erklärt in drei Sprachen (Deutsch, Türkisch und Arabisch) verschiedene Situationen aus der Polizeiarbeit, wie z.B. Verkehrsunfall, Wohnungseinbruch, Festnahmesituation oder häusliche Gewalt. Mit dem Medienpaket wird gleichzeitig für die Vielzahl präventiver Angebote sensibilisiert, wie z.B. Verkehrserziehung für Kinder oder eine Sicherheitsberatung zum Einbruchschutz.

Ein zentrales Anliegen der Kampagne ist es, auch bei Migranten ein sicherheitsbewusstes Verhalten zu fördern. Denn das Motto des bundesweiten Präventionsprogramms der Polizei „Wir wollen, dass Sie sicher leben“ gilt für alle Bürgerinnen und Bürger. Dabei kann Prävention nur dann erfolgreich sein, wenn der Zugang zur Zielgruppe gelingt und eine Basis des Vertrauens besteht.

Erfolgreiche Präventionsarbeit vertiefen

Bereits in der Vergangenheit wurden bundesweit wichtige Präventionsthemen aufgegriffen: Mit der erfolgreichen Kampagne „Hand in Hand – Gegen Gewalt! Für die Zukunft unserer Kinder“ schloss die Polizei beispielsweise eine bislang noch offene Flanke ihres Angebots zur Gewaltprävention. Sie wirbt in türkischer Sprache, unterstützt von renommierten türkischen Organisationen, Unternehmen und Prominenten bei Familien mit Migrationshintergrund für eine gewaltfreie Erziehung. Für die deutschsprachige Bevölkerung besteht bereits seit mehreren Jahren ein umfangreiches Informations- und Serviceangebot hierzu. Die Broschüre „Wohin gehst Du?“ setzt sich mit allen Bereichen des Lebens, in denen Kinder und Jugendliche mit Kriminalität konfrontiert werden, auseinander. Dieses Medium liegt neben der deutschen auch in türkischer und russischer Sprache vor.

Ein Patentrezept für erfolgreiche Präventionsprojekte oder die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Moscheevereinen gibt es nicht, denn die Ansätze müssen passgenau auf die lokale Infrastruktur, Bedürfnisse und auf die Ansprechpartner vor Ort abgestimmt werden. Bei der Zusammenarbeit mit Moscheevereinen stehen zu Beginn der Kontaktaufbau und das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. In vielen Bundesländern bestehen gegenseitige Ansprechpartner, die in gemeinsamen Gesprächen Vertrauen aufgebaut und erste gemeinsame Veranstaltungen zu Themen der Prävention geplant haben. Ob Trickbetrug an der Haustüre, Betrug bei Pilgerreisen/Reiseangeboten nach Mekka oder ein Verkehrssicherheitstraining für Kinder – es gibt zahlreiche Handlungsfelder und Vorbeugungsthemen. In vielen Städten und Gemeinden sind so genannte „Runde Tische“ zur Bekämpfung der örtlichen Kriminalität eingerichtet worden, an denen auch Migrantenvertreter einen festen Platz einnehmen. Beispielsweise hat sich in Berlin die Polizei mit 18 weiteren Institutionen, Migrantenverbänden und Prominenten zusammengeschlossen, um gemeinsam die Zahl der Überfälle und Gewalttaten zu reduzieren. In Baden-Württemberg bestehen bereits zu 170 Moschee- und Kulturvereinen regelmäßige Kontakte. In 90 Präventionsprojekten arbeiten die Vertreter der Muslime eng mit der Polizei zusammen.

Zudem fördert die Polizei innerhalb der eigenen Reihen die interkulturelle Kompetenz im Rahmen der Aus- und Fortbildung. Unterstützt wird die Schulung beispielsweise durch den bundesweit verfügbaren Leitfaden zur Förderung der Zusammenarbeit „Polizei und Moscheevereine“.

Interkulturelle Projekte sind ein wichtiger Beitrag zur Integration von Migranten. Eine erfolgreiche Integration wiederum nimmt positiv Einfluss auf die innere Sicherheit. Hetger: „Ziel eines intensivierten Dialogs mit den Muslimen muss eine verstärkte Einbindung dieser Bevölkerungsgruppe in die Netzwerke der Kommunalen Kriminalprävention sein. Hierdurch können vor Ort Probleme durch eine gemeinsame Sicherheitsarbeit aufgegriffen und ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Kriminalität geleistet werden.“

Diese Pressemitteilung sowie weitere Informationen zum Präventionsangebot und den Medien der Polizeilichen Kriminalprävention finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de.

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