Rechte und Ansprüche

Rechte und Ansprüche bei sexuellem Missbrauch von Kindern

Informieren Sie sich darüber, was Sie selber tun können, wer Ihnen helfen kann oder welche besonderen Regeln es für Kinder gibt.

Kinder sind besonders schutzbedürftig, daher sind im Strafverfahren für sie eine Reihe von Schutzvorschriften vorgesehen, z. B.:

  • In einer Hauptverhandlung werden Minderjährige ausschließlich von der Richterin oder vom Richter befragt.
  • Der Ausschluss der Öffentlichkeit oder der Angeklagten bzw. des Angeklagten kann vom Gericht verfügt werden.
  • Selbstverständlich können die Erziehungsberechtigten ihr Kind begleiten, sofern nicht ein Elternteil selbst verdächtigt wird.
  • In Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs können Sie beantragen, vom Gericht einen eigenen "Opferanwalt" bestellt zu bekommen. Der Opferanwalt oder die Opferanwältin vertritt dann die Interessen des Kindes im Strafverfahren und vor Gericht. Folgt das Gericht dem Antrag, ist die opferanwaltliche Tätigkeit kostenfrei.
  • Wenn die Täterin oder der Täter das 18. Lebensjahr vollendet hat, kann das betroffene Kind als sogenannter Nebenkläger [W1] im Strafverfahren auftreten. Das erweitert seine Rechte.
  • Auf Antrag haben minderjährige Opfer sexueller Gewalt in der Regel außerdem Anspruch auf eine kostenfreie psychosoziale Prozessbegleitung. Speziell ausgebildete Fachkräfte unterstützen dabei das Opfer im gesamten Strafverfahren. Hierzu gehört beispielsweise die Begleitung zu allen Vernehmungen, die Vorbereitung auf die Gerichtsverhandlung und gegebenenfalls auch eine Nachbereitung des Prozesses.
  • Wenn die Opfer durch eine Gewalttat einen gesundheitlichen Schaden erlitten haben, können sie nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) Versorgung erhalten (z.B. Heil - und Krankenbehandlung, Hilfen zur beruflichen Rehabilitation, Beschädigtenrente). Die Versorgung wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist an das für den Wohnort der/des Geschädigten zuständigen Versorgungsamt zu stellen. Lesen Sie mehr zu Opferentschädigung bei Opferrechten. Diese Form der Entschädigung ist nicht mit Schadenersatz oder Schmerzensgeld zu verwechseln.
  • Opferhilfeeinrichtungen stehen Ihnen während des gesamten (Straf-) Verfahrens und darüber hinaus zur Seite und unterstützen Sie in allen Bereichen.